Prä-Diabetes rechtzeitig erkennen und entgegensteuern

Schätzungsweise 2 Millionen Menschen wissen nichts von ihrer Zuckerkrankheit und bleiben folglich unbehandelt. Laut RKI läuft jeder 5. Erwachsene in Deutschland meist ahnungslos mit einem gestörten Zuckerstoffwechsel herum. Dieser sogenannte „versteckte Zucker“, auch Prä-Diabetes genannt, kann sich bei 37 % der Betroffen innerhalb von vier Jahren zu einem „echten“ Diabetes entwickeln. 
Die diabetische Vorstufe ist viel mehr als nur ein sehr lautes Warnsignal. Neueste Erkenntnisse deuten darauf hin, dass dieses frühe Stadium der Zuckerverwertungsstörung mit Komplikationen und Folgeerkrankungen verbunden sein kann.
 

So können Sie einem Prä-Diabetes vorbeugen

  • Bauen Sie Übergewicht ab
  • Ernähren Sie sich gesund
  • Bewegen Sie sich täglich mindestens 30 Minuten
  • Verzichten Sie auf das Rauchen
  • Lassen Sie regelmäßig Ihren Leberfettwert bestimmen
Ein Arzt horcht das Herz einer Frau mit einem Stetoskop ab.

Gesundheits-Check-Up

Lassen Sie regelmäßig Ihre Blutzuckerwerte bestimmen.

Yogagruppe macht Übungen, den herabschauenden Hund.

Gesundheits­kurse und -reisen

Ihre Gesundheit liegt uns am Herzen.

Risikofaktoren für den Diabetes Typ 2

  • familiäre Veranlagung
  • ungesunde Lebensgewohnheiten:
    • Konsum hochverarbeiteter Lebensmittel 
    • späte, nächtliche Mahlzeiten 
    • Bewegungsmangel 
    • langes, ununterbrochenes Sitzen 
    • Rauchen
    • Stress
    • Schlafmangel 
  • Körpergewicht und –zusammensetzung: 
    • Übergewicht/Adipositas 
    • bauchbetontes Übergewicht (Bauchumfang cm, oder Taille-Hüft-Umfang)
    • Körperform: praller fester Bauch, schlanke Beine, fliehender Hintern, schmale Hüften 
  • wenig Muskeln 
     

Vorboten des Diabetes Typ 2 rechtzeitig erkennen

Für viele kommt die Diagnose Diabetes Typ 2 sehr überraschend. Gerade, weil die Erkrankung im Anfangsstadium kaum Beschwerden macht, denn ein erhöhter Blutzucker oder eine Fettleber schmerzen, drücken und brennen nicht.

Auch, wenn die Krankheitsfeststellung einen sehr unverhofft trifft, der Diabetes klopft nicht von heute auf morgen an die Tür und sagt „Hallo, jetzt bin ich da“. Zehn bis 20 Jahre bevor sich die Zuckerkrankheit manifestiert, gibt es bereits Warnzeichen (z. B. bauchbetonte Gewichtszunahme oder leicht erhöhter Blutzucker), die auf eine Diabetesgefahr hindeuten.

Deswegen ist es ratsam Früherkennungsmaßnamen (z. B. den Check ab 35 Jahren) in Anspruch zu nehmen und wichtig, Risikofaktoren zu kennen, die einen für Diabetes anfälliger machen. 

Fettleber rechtzeitig erkennen

Sie ist sehr verbreitet und doch ziemlich unbekannt – die nichtalkoholische Fettleber. Mit einem entsprechenden Lebensstil kann ihr in den meisten Fällen aber vorgebeugt und damit das Diabetes-Risiko deutlich gesenkt werden.

Wie hoch ist Ihr Diabetes Risiko? Machen Sie den Check.

Die Forschenden des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke haben auf der Datengrundlage großer deutscher Langzeitstudien den DIfE – DEUTSCHER DIABETES-RISIKO-TEST® (DRT) entwickelt.

Hier geht es zum DRT

Diabetes Typ 2 verstehen

Bei einem gesunden Menschen läuft die Blutzuckerregulation reibungslos, denn unser Körper ist ein Meister in Sachen Blutzuckermanagement. Er besitzt ein ausgeklügeltes System, das eine präzise Regulation unseres Blutzuckerspiegels ermöglicht.

Essen wir Brot, Kartoffeln, Nudeln oder Süßigkeiten, dann landen die darin enthaltenden Kohlenhydrate nach ihrer Verdauung als Traubenzucker im Blut. Folglich kommt es nach dem Essen zum Anstieg der Glukose im Blut. Hier kann der viele Zucker aus der Nahrung aber nicht bleiben, da er sonst die Gefäße schädigen würden. Deswegen muss er seine Reise fortsetzen.

Die hauptsächlichen Zielorgane nach dem Essen sind die Muskeln und die Leber. Um Zutritt in die Zielzellen zu bekommen, braucht die Glukose einen „Türöffner“. Diese Funktion übernimmt das Insulin, dessen Bildungsort die Beta-Zellen in der Bauchspeicheldrüse sind. Von dort aus eilt das Hormon zu seinem Arbeitsplatz, sobald die Glucosekonzentration (z. B. nach dem Essen) im Blut ansteigt. Bei gesunden Menschen findet dieser Prozess in feinster Maßarbeit statt, d. h. die Bauchspeicheldrüse handelt zügig und sie produziert auch nur so viele Insulinschlüssel, wie tatsächlich für die Wiederherstellung eines normalen Blutzuckerspiegels nach dem Essen benötigt werden. 

Blutzuckerregulation auf Abwegen

Einer Diabeteserkrankung zugrunde liegt meistens eine Insulinresistenz, die sich über viele Jahre im Voraus entwickelt. Insulinresistenz bedeutet, dass das Insulin an den Zielorganen nicht mehr richtig wirkt. Als Gegenmaßnahme muss sich die Bauchspeicheldrüse richtig ins Zeug legen und die Insulinproduktion hochfahren. (Hyperinsulinämie).

Die vielen „Türöffner“ sorgen schließlich dafür, dass die Zelltüren doch noch aufgehen und der Zucker aus dem Blut hineingelassen werden kann. Das Tückische daran: Eine Blutanalyse würde in dieser Phase völlig normale Blutzuckerwerte ergeben. Dass dies aber nur mit großem Insulinaufwand möglich ist, bleibt im Verborgenen, da das Hormon in der Regel nicht routinemäßig bestimmt wird. Ein Teufelskreis beginnt, der sich über Jahre unbemerkt weiter hochschaukelt, bis schließlich die Beta-Zellen völlig erschöpft ihre Insulinproduktion stark herunterfahren oder im schlimmsten Fall sogar einstellen. Das ist der Moment, wo der Blutzuckerspiegel plötzlich deutlich erhöht ist und der Arzt ganz unerwartet die Diagnose Diabetes Typ 2 stellt.

Online-Sprechstunde

Bei der Online-Sprechstunde der TeleClinic können Sie, als Versicherte der Mobil Krankenkasse, die telemedizinische Fachberatung kostenlos in Anspruch nehmen – und das rund um die Uhr und von überall. 

Folgen von unbehandeltem Diabetes

Süßes Blut recht sich schleichend und bitter. Zunächst symptomlos, braut sich über Jahre hinweg eine Stoffwechsellage zusammen, die Gefäße und Nerven schädigt und schließlich zu Folgeerkrankungen mit schwerwiegenden Komplikationen führen kann. Dazu zählen Herzinfarkt, Schlaganfall, Amputationen, Erblindung, Nierenerkrankungen bis hin zur Dialysepflicht. Aber auch Krebs, Alzheimer und Depressionen gehen häufig auf das Konto einer Diabeteserkrankung. Im Vergleich zu Nicht-Diabetikern haben Menschen mit Diabetes eine verkürzte Lebenserwartung und verlieren gesunde Lebensjahre, vor allem, wenn sie im jungen Alter zwischen 30 und 40 erkranken.

Deswegen ist es wichtig, die Vorboten dieser Volkskrankheit rechtzeitig durch Früherkennungsmaßnahmen aufzudecken und durch entsprechende Präventionsstrategien ihren Ausbruch zu verhindern. Diabetes hat ein riesiges Präventionspotenzial. Wer seine Risikofaktoren kennt, kann vorbeugen und der Zuckerkrankheit entrinnen.