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Ausgabe 04/2019
Familie 04/2019
Vater troestet krankes Kind Aktuelle Ausgabe
© LightFieldStudios / Getty Images

Wenn das Kind krank ist: Was bei der Arbeit wichtig ist

Fieber, Husten, Übelkeit – gerade kleine Kinder sind häufig krank und zumindest ein Elternteil muss zu Hause bleiben. Wie lange darf man in so einem Fall bei der Arbeit fehlen? Bekommt man trotzdem sein Gehalt? Und was gilt es alles zu beachten?

Meistens passiert es völlig unerwartet: Am Abend war das Kind noch topfit, doch schon am nächsten Morgen wacht es mit Fieber auf oder hat plötzlich rote Pusteln am ganzen Körper – an Kindergarten ist nicht zu denken. Arbeiten die Eltern angestellt, ergibt sich jetzt die Frage: Wer bleibt zu Hause, was bringt das für Konsequenzen mit sich – und was gilt es bei der Krankmeldung zu beachten?

Wie lange kann ich mich von der Arbeit freistellen lassen?

Verschiedene Faktoren haben Einfluss darauf, wie lange Arbeitnehmer zu welchen Konditionen freigestellt werden.

Arbeitnehmer haben nach § 45 Absatz 3 und 5 des Sozialgesetzbuchs 5 (SGB V) einen Anspruch auf unbezahlte Freistellung durch ihren Arbeitgeber soweit nicht aus dem gleichen Grund Anspruch auf bezahlte Freistellung besteht. Laut § 45 darf jeder Elternteil für die Betreuung seines kranken Kindes unter zwölf Jahren oder seines behinderten und auf Hilfe angewiesenen Kindes der Arbeit maximal zehn Arbeitstage pro Kalenderjahr fernbleiben, sofern es keine andere Betreuungsmöglichkeit gibt. Alleinerziehende haben Anspruch auf die Gesamtzahl, das heißt 20 Tage. Bei zwei Kindern verdoppelt sich die Anzahl der Krankheitstage. Bei mehr als zwei Kindern gibt es jedoch eine Obergrenze von 25 Tagen pro Elternteil und 50 Tagen bei Alleinerziehenden. Voraussetzung ist ferner, dass ein Arzt bescheinigt, dass eine Betreuung notwendig ist.

Unter bestimmten Umständen bezahlt der Arbeitgeber das volle Gehalt weiter. Denn nach § 616 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) ist er dazu verpflichtet, dem Arbeitnehmer bezahlte Freistellung zu gewähren, wenn dieser für eine „verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit“ aus persönlichem Grund – zum Beispiel für die notwendige Betreuung erkrankter Kinder – ausfällt. Doch Vorsicht: Der Anspruch auf bezahlte Freistellung ist zwar gesetzlich vorgesehen, kann aber zum Beispiel durch den Arbeits- oder Tarifvertrag begrenzt oder sogar ganz ausgeschlossen werden.

Gehalt oder Kinderkrankengeld: Wer zahlt was – und wie lange?

Für wie viele Tage bezahlte Freistellung nach § 616 BGB durch den Arbeitgeber tatsächlich gewährt wird, hängt vom Einzelfall ab. Erhalten Arbeitnehmer keine bezahlte Freistellung greift bei sozialversicherungspflichtig Beschäftigten oben genannter § 45 SGB V: Anstelle des Gehalts vom Arbeitgeber zahlt die Krankenkasse zeitlich begrenzt wie oben ausgeführt Kinderkrankengeld. Voraussetzung hierfür ist neben den oben genannten Voraussetzungen zusätzlich, dass sowohl der Elternteil als auch das erkrankte Kind gesetzlich versichert sind. Die Höhe des Krankengeldes beträgt 90 % des ausgefallenen Nettoarbeitsentgelts. Hat man in den zwölf Monaten vor der Freistellung einmalige Zahlungen wie zum Beispiel Urlaubs- oder Weihnachtsgeld erhalten, beträgt das Kinderkrankengeld 100 % des ausgefallenen Nettoarbeitsentgelts. Das kalendertägliche Kinderkrankengeld darf dabei allerdings die Höchstgrenze von 70 % der kalendertäglichen Beitragsbemessungsgrenze nicht überschreiten. Im Jahr 2019 beträgt das kalendertägliche Höchst-Kinderkrankengeld 105,88 Euro, 2020 sind es 109,38 Euro.

So erhalten Sie Kinderkrankengeld

  1. Lassen Sie sich vom Kinderarzt ein ärztliches Attest über die Erkrankung Ihres Kindes ausstellen.
  2. Klären Sie mit Ihrem Arbeitgeber die Möglichkeit einer bezahlten Freistellung. Ist diese in Ihrem Fall nicht gegeben, zahlen wir Ihnen ein Kinderkrankengeld, sofern die Voraussetzungen hierfür erfüllt sind.
  3. Den Antrag auf Kinderkrankengeld finden Sie auf dem unteren Abschnitt beziehungsweise auf der Rückseite des Attests.
  4. Unterschreiben Sie bitte auch für die Richtigkeit Ihrer Angaben. Dann senden Sie das Attest an: Betriebskrankenkasse Mobil Oil, 20091 Hamburg
  5. Ihr Arbeitgeber benötigt eine Kopie des ärztlichen Attests für seine Unterlagen.
  6. Ihr Arbeitgeber übermittelt uns Ihren Verdienstausfall, damit wir das Kinderkrankengeld berechnen können.
  7. Die Zahlung des Kinderkrankengelds erfolgt per Überweisung auf das von Ihnen im Antrag angegebene Bankkonto.

Alle Informationen zum Kinderkrankengeld und dessen Beantragung finden Sie auch auf unserer Website.

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Kind krank: Betreuungsangebote für den Notfall

Natürlich möchte man im Krankheitsfall am liebsten selbst bei seinem Kind bleiben, doch manchmal ist es einem schlicht nicht möglich, der Arbeit fern zu bleiben – oder es sind bereits alle Tage aufgebraucht. In vielen Städten gibt es für diese Situationen Angebote, die eine Notfallbetreuung ermöglichen, zum Beispiel den Notmütterdienst oder die Notfallmamas.

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