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Fitness 04/2019
Vater und Kind machen Fitnessuebungen Aktuelle Ausgabe
© Westend61 / Getty Images

Sport mit Kind: So vereinbaren Sie Fitness und Familie

Frischgebackene Mütter und Väter finden oft keine Zeit für Sport – dabei erfordert gerade der Alltag mit kleinen Kindern eine Menge Fitness. Vater und Blogger Sebastian Priggemeier hat Tipps, um Familie und Sport unter einen Hut zu bekommen.

Die meisten Berufstätigen kennen das: Der gute Vorsatz Sport zu treiben scheitert oft an der mangelnden Zeit im Alltag – und kommen erst mal Kinder auf die Welt, erscheint es vielen Eltern geradezu utopisch, zusätzlich zu den vielen neuen Aufgaben auch noch etwas für die eigene Fitness zu tun. Sportwissenschaftler und Fitness-Autor Sebastian Priggemeier weiß, wie schwierig es ist, sich zwischen Job und Kinderbespaßung zum Training aufzuraffen. In seinem Elternblog www.fit-trotz-family.de berichtet er darüber, wie er und seine Frau es nach der Geburt ihrer heute fünfjährigen Tochter geschafft haben, Bewegung in ihren Alltag zu bringen. Im Interview hat er uns mehr dazu verraten.

Blogger Sebastian Priggemeier
Sportwissenschaftler Sebastian Priggemeier mit seiner Tochter
© privat

Mobil-e: Herr Priggemeier, warum sollten Eltern ihre Fitness auf keinen Fall vernachlässigen?

Sebastian Priggemeier: Naja, Mama oder Papa zu sein, ist ein verdammt harter Job. Wir schieben nicht nur gemütlich den Kinderwagen durch die Gegend, sondern sind von morgens bis abends körperlich und geistig gefordert – teilweise bei extremem Schlafmangel. Wenn andere um 17 Uhr von der Arbeit nach Hause kommen und die Füße hochlegen, geht der Tag für Eltern erst so richtig los: Kind bespaßen, nebenbei das Essen vorbereiten, dann hundemüde den quickfidelen Nachwuchs bettfertig machen und zum Einschlafen bringen. Richtig „Feierabend“ ist bei uns erst so gegen 21 Uhr. Auf Dauer ist diese Belastung nur auszuhalten, wenn man körperlich und geistig fit ist.

Mobil-e: Was sind Ihrer Erfahrung nach die größten Hemmnisse, Sport in den Alltag mit Kind zu integrieren – und wie umgeht man sie?

Sebastian Priggemeier: Es ist schon verlockend, sich nach dem eben beschriebenen Programm direkt aufs Sofa zu legen und bei einer guten Netflix-Serie wegzudösen. Oft mache ich das auch – jeden zweiten Abend, um genau zu sein. Zeit für Sport ist aber trotzdem, denn meine Frau und ich wechseln uns beim Abendprogramm ab. An einem Tag bringe ich unsere Tochter ins Bett, am nächsten Abend habe ich dafür frei und gehe für 30 Minuten ins Fitnessstudio um die Ecke oder trainiere zu Hause mit einer Workout-App. Wichtig ist, dass die Sporttasche schon fertig gepackt bereitliegt, damit ich keine Sekunde über mein Sportprogramm nachdenken muss und sofort loslegen kann. Sonst gewinnt Netflix!

Mobil-e: Wie können Paare sich gegenseitig dabei unterstützen, Familie und Sport zu vereinbaren?

Sebastian Priggemeier: Meine Frau und ich sehen uns als Eltern-Team und halten uns gegenseitig den Rücken für Me-Time frei, damit nicht irgendwann der Rücken streikt. Das erfordert aber eine gewisse Planung. Ich arbeite in Vollzeit, meine Frau in Teilzeit, unsere Tochter ist meistens bis 16 Uhr im Kindergarten – das ist der Rahmen, der unsere Wochenstruktur vorgibt. Sonntags besprechen wir meistens, an welchen Tagen wir Zeit für Sport oder Freunde brauchen.

Mobil-e: Wann und wie gelingt es Ihnen, im Alltag zu trainieren?

Sebastian Priggemeier: Ich versuche, bei den ganz alltäglichen Tätigkeiten und Aktivitäten so viel Bewegung wie möglich zu bekommen – und zwar in Phasen, in denen ich der Familie nicht fehle. Beispielsweise nutze ich den Weg zur Arbeit, der sich ja ohnehin nicht vermeiden lässt, und laufe die fünf Kilometer zum Büro, statt die U-Bahn zu nehmen. Dieser XL-Spaziergang dauert knapp 50 Minuten. Zeitverschwendung oder Luxus? Absolut nicht, denn mit der U-Bahn brauche ich von Tür zu Tür 45 Minuten. Wenn es mal zeitlich knapp wird, fahre ich eine Teilstrecke mit der Bahn und laufe den Rest. Mein Bewegungsziel sind mindestens 10.000 Schritte pro Tag.

Mobil-e: Welche Erfahrungen haben Sie noch gemacht – und welche Tricks haben Ihnen geholfen?

Sebastian Priggemeier: In den ersten zwei Jahren als Vater hatte ich oft ein richtig schlechtes Gewissen, wenn ich Zeit für mich selbst eingefordert habe. Das war unnötig und falsch. Denn was bringt es meiner Familie, wenn ich mich aufopfere und dem Burn-out entgegenrenne? Heute sage ich klar und deutlich: „Ich brauche eine Pause, muss mal raus – kriegen wir das hin?“ Meine Frau natürlich auch. Und davon profitieren letztendlich alle, denn entspannte und gesunde Eltern gehen auch gelassener mit den Kindern um. Da bin ich mir sicher.

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Videos: So wichtig ist Bewegung für Groß und Klein

Sport bringt Spaß – wenn Eltern diese Einstellung auch ihren Kindern vermitteln, legen sie damit den Grundstein für ein gesundes und glückliches Leben. Denn: Elementare Bewegungsformen wie Laufen, Springen und Balancieren haben eine enorme Bedeutung für die körperliche und geistige Entwicklung von Kindern. Wie sich diese in den Familienalltag integrieren lassen, zeigen wir Ihnen in unserer Kinderwelt in fünf kurzen Videos mit einfachen, spielerischen Übungen, die Groß und Klein Vergnügen bereiten. Schauen Sie doch mal rein!

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