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Young 04/2019
Junge Frau mit Taetowierung im Nacken
© Westend61 / Getty Images

Können Tattoos wirklich krank machen?

Ob Anker oder Katzenpfote: Tattoos liegen im Trend, bergen aber auch Risiken für die Gesundheit. Worauf sollte man unbedingt achten, wenn man sich tätowieren lassen möchte? Und lassen sich Tätowierungen später wieder entfernen? Ein Fakten-Check.

Manch einer hat sich aus einer Partylaune heraus schon das Logo seines Fußballvereins oder Sponge Bob auf den Arm tätowieren lassen und es am nächsten Tag bereut. Meistens geht dem Besuch im Tattoo-Studio aber ein längerer Entscheidungsprozess voraus: Wie soll das Motiv aussehen, wo soll es hin, wem vertraue ich das Stechen an – und möchte ich das Tattoo wirklich ein Leben lang tragen? Diese Fragen sollte sich jeder, der über eine Tätowierung nachdenkt, beantworten können. Die wichtigsten Infos zum Tattoo-Trend haben wir hier zusammengestellt.

Tattoo-Farbe kann der Gesundheit über kurz oder lang schaden

Die Farbpigmente können im ganzen Körper verteilt werden und sich in den Organen sammeln.

Jeder fünfte Deutsche ist tätowiert.¹ Dass Tattoos heute ein Massenphänomen sind, bedeutet aber nicht, dass sie kein Problem für die Gesundheit darstellen. So entstehen bei jeder Tätowierung mikrokleine Verletzungen in der Haut, die sich entzünden können. Immer wieder kommt es auch zu allergischen Reaktionen auf die Farben. Ein weniger bekanntes Risiko besteht darin, dass die feinen Pigmente der Tätowierfarbe über das Lymphsystem und den Blutkreislauf im ganzen Körper verteilt werden und sich in den Lymphknoten und anderen Organen sammeln. Was das langfristig für den Körper bedeutet? Dazu gibt es bisher keine Studien. Zu denken geben sollte einem aber, dass Tätowierfarben äußerst komplexe Chemikalienmischungen sind, die aus der chemischen Industrie stammen – deshalb entsprechen sie nur einem industriellen Standard. Es gibt zwar seit 2009 eine Tätowiermittelverordnung, in der gesundheitlich bedenkliche Inhaltsstoffe aufgelistet werden, doch eine Positivliste mit empfohlenen Farben existiert nicht. Last but not least weisen Hautärzte darauf hin, dass Tattoos die Hautkrebsvorsorge erschweren. Grundsätzlich abzuraten ist davon, eine Tätowierung über ein Muttermal stechen zu lassen.

Welchem Tattoo-Studio kann ich trauen?

Angesichts der gesundheitlichen Risiken ist es umso wichtiger, sorgfältig ein seriöses Tattoo-Studio auszuwählen. Das ist nicht ganz einfach, da es für die Tattoo-Branche kaum gesetzliche Regelungen gibt. Ein gutes Studio fällt aber zu allererst durch einwandfreie hygienische Bedingungen auf. Es sollte hell und sauber sein, einen separaten Raum fürs Tätowieren besitzen und der Tätowierer muss sterile Nadeln sowie Einmalhandschuhe verwenden. Vor einem möglichen Termin sollte man ihm all seine Fragen stellen – ist er vertrauenswürdig, wird er sie beantworten. Seriöse Tattoo-Studios besitzen zudem einen Gewerbeschein. Viele sind auch in Dachverbänden wie Deutsche Organisierte Tätowierer e. V. oder United European Tattoo Artists e. V. organisiert. Diese arbeiten an der Entwicklung von Hygienestandards für Tattoo-Studios mit oder haben eigene Standards entwickelt. Letzten Endes spielt aber auch das Bauchgefühl eine Rolle: Fühlt man sich in einem Studio nicht wohl, ist es nicht das richtige.

Eine spurlose Entfernung ist kaum möglich

Ab Ende 2020 darf eine Laserentfernung in Deutschland nur noch von Ärzten durchgeführt werden.

Und was, wenn man sein Tattoo später doch wieder loswerden will? Gefällt einem lediglich das Motiv nicht mehr, kann man es überstechen lassen. Dabei können aber dieselben Komplikationen auftreten wie beim ursprünglichen Tattoo. Soll die Tätowierung ganz entfernt werden, entscheiden sich die meisten für die Laserentfernung. Noch bieten auch Kosmetikstudios solche Eingriffe an – das Bundesamt für Strahlenschutz warnt jedoch vor Verbrennungen, Pigmentveränderungen, Entzündungen und Narben, wenn der Laser nicht richtig eingesetzt wird, deshalb darf die Laserentfernung ab Ende 2020 in Deutschland nur noch von Ärzten durchgeführt werden. Abhängig von Farben und Größe des Tattoos sind mehrere, oft schmerzhafte Behandlungen nötig – die Kosten muss man in aller Regel selbst tragen. In vielen Fällen ist eine vollständige Entfernung des Tattoos zudem nicht möglich oder sehr schwierig.

Ein Arzt kann ein Tattoo auch operativ entfernen. Dabei bleibt allerdings eine Narbe zurück. Es besteht auch die Möglichkeit, die Haut durch einen Arzt „abschleifen“ zu lassen, bis das Tattoo abgetragen ist. Dabei entsteht eine großflächige Wunde, die sich infizieren kann – und auch hier verbleiben Narben. Nicht zu empfehlen sind flüssige Tattoo-Entferner, die unter die Haut gespritzt werden. Sie sollen eine Entzündung auslösen, damit die Farbpigmente abtransportiert werden. Dabei kann jedoch die Haut verätzt werden.

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Beim Tätowieren lieber auf Nummer sicher gehen

Wie wähle ich meinen Tätowierer aus? Woran erkenne ich „saubere“ Farben? Und wie pflege ich mein frisches Tattoo? Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat auf der Website www.safer-tattoo.de die wichtigsten Infos rund ums Tätowieren übersichtlich zusammengestellt.

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