Ausgaben Navigation

Ausgabe 04/2019
Work & Life 04/2019
Selbstsichere Frau erkennt eigene Staerken
© milan2099 / Getty Images

Neue Blickwinkel einnehmen und eigene Stärken erkennen

Die Frage nach den eigenen Stärken ist ein Klassiker in jedem Vorstellungsgespräch. Dennoch fällt es uns meist schwer, eine überzeugende Antwort zu geben. Wie man seine Stärken erkennen und nutzen kann, hat uns Expertin Svenja Hofert verraten.

Auf die Frage nach unseren Schwächen fallen uns meist spontan etliche Antworten ein – wenn es hingegen um unsere Stärken geht, sind wir oft überfordert und ratlos. Umso fataler ist das fehlende Bewusstsein für die eigenen Stärken, da es uns nicht nur bei der Jobsuche Steine in den Weg legt: Das Wissen um das eigene Können ist auch wichtig für die persönliche Zufriedenheit. Wie also findet man heraus, was die eigenen Stärken sind – und wie kann man sie gezielt weiterentwickeln? Personalexpertin und Autorin Svenja Hofert hat praktische Tipps aus ihrer langjährigen Coaching-Praxis.

Karriereberaterin Svenja Hofert
Karriereberaterin Svenja Hofert
© Nikolai Brinkmann / Faceland

Mobil-e: Frau Hofert, was ist überhaupt eine Stärke?

Svenja Hofert: Der Begriff Stärke stammt nicht aus der Wissenschaft, eine eindeutige Definition existiert somit nicht. Es gibt jedoch verschiedene Herleitungen, beispielsweise jene aus der griechischen Antike. Demnach sind Stärken vor allem Charakterstärken, das heißt Züge, die uns als Persönlichkeit stärken, etwa Mut, Lernwille, Neugier, Empathie. Dann gibt es Stärken, die näher an Talenten sind. Das ist alles, was uns leichter fällt als anderen – möglicherweise auch, weil wir darin besser geübt sind.

Mobil-e: Wie entstehen und wachsen solche Stärken?

Svenja Hofert: Stärken fallen selten vom Himmel, sie entstehen durch „Verstärkung“. Deshalb ist es wichtig, sich zu verdeutlichen, dass es eine Entscheidung ist, Stärken auszubauen. Das sollten wir am besten dort tun, wo Leidenschaft oder zumindest Interesse vorhanden ist.

Mobil-e: Warum sind uns unsere eigenen Stärken oft gar nicht bewusst?

Svenja Hofert: Ein wichtiger Grund dafür ist, dass wir das, was uns leichtfällt, meist einfach nicht als Stärke wahrnehmen – es erscheint uns ganz normal. Hinzu kommt ein weiterer Punkt, nämlich dass wir alle ständig Bewertungen ausgesetzt sind. Ob etwas von unserer Umwelt als gut oder schlecht bewertet wird, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab, zum Beispiel von der Schicht, der wir zugehören. Ein Beispiel: Wenn wir immer wieder dafür gelobt werden, dass wir „ordentlich“ sind, übersehen wir vielleicht, dass ein kreatives Talent in uns steckt. Um eine Stärke zu erkennen und zu entwickeln, ist ein entsprechendes Feedback nötig. Je mehr wir Selbst- und Fremdbild harmonisieren können, desto eher gelingt auch die Reifung als Persönlichkeit.

Mobil-e: Wie können wir unsere Stärken aufspüren?

Svenja Hofert: Das gelingt am besten, indem wir uns möglichst viel und ganz unterschiedliches Feedback holen. Ich rate vor allem, sich dazu auch aus dem eigenen Umfeld, in dem alle ähnlich denken und die Dinge meist uniform bewerten, herauszubewegen. Seien Sie neugierig, was Ihnen dort widerfährt und wie Ihnen die Menschen begegnen – das hilft ungemein dabei, die eigenen Stärken zu erkennen, und trägt auch zu deren Entwicklung bei.

Mobil-e: Wie lassen sich Stärken noch weiterentwickeln?

Svenja Hofert: Stärken sind immer eine Folge von Entwicklung – sie sind nie einfach so da. Deshalb ist es stets eine bewusste Entscheidung, seine Stärken zu stärken. Am Anfang erfordert es vor allem Mut, man muss seine Komfortzone verlassen. Im nächsten Schritt geht es dann darum, konkrete Hilfestellung von Menschen zu bekommen, die in einem Bereich außergewöhnlich kompetent sind und einem deshalb dabei helfen können, besser zu werden. Das sollte sich aber vor allem auf möglichst konkrete Stärken oder Kompetenzen beziehen, etwa Malen, Werken, Bauen, Musizieren, Sport.

Weiche Stärken wie zum Beispiel Empathie erfordern Spiegelung und kraftvolle Rückmeldungen von Menschen, die wirklich fundiertes Feedback geben können und nicht einfach etwas bewerten, das kaum zu bewerten ist. Solche Personen beschreiben vor allem Punkte, die etwas in ihnen selbst ausgelöst haben. Gleichzeitig wissen sie, dass das nur ihre eigene Wahrnehmung ist – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Mit solch gutem Feedback entwickeln sich auch Stärken besser.

Verlosung: „Mindshift – Mach dich fit für die Arbeitswelt von morgen“

Buchcover Mindshift
© Campus Verlag

In der Arbeitswelt werden in Zukunft voraussichtlich genau jene Stärken und Fähigkeiten gefragt sein, die in der heutigen Arbeitswelt oft zu kurz kommen: Kreativität, Intuition und Empathie. In ihrem neuen Buch „Mindshift – Mach dich fit für die Arbeitswelt von morgen“ beschreibt Autorin Svenja Hofert, warum wir dafür eine „Neubelegung der Tasten in unserem Kopf“ brauchen, und stiftet zum Querdenken, Umdenken, Neudenken an. Es geht um neue Blickwinkel, um Veränderung, um Erweiterung der eigenen Möglichkeiten. Wir verlosen drei Exemplare des hilfreichen Handbuchs. Nutzen Sie Ihre Chance, indem Sie einfach das Gewinnspielformular ausfüllen. Teilnahmeschluss ist der 31.01.2020. Wir drücken Ihnen die Daumen.

Mutter legt Baby schlafen
Vorheriger artikel
Kleines Kind, großes Geschrei? So lernt Ihr Baby schlafen
Frau macht Yoga draussen im Winter
Nächster artikel
Mehr als nur Sport: So wirkt Yoga auf Körper und Geist

Newsletter bestellen und informiert bleiben

Aktiv-Prämie, erweiterte Früherkennungs- und Vorsorgeangebote, Fitnessstudio-Rabatte oder Ernährungskurse: In vollem Umfang von unseren zahlreichen Zusatzleistungen und Angeboten profitieren kann nur, wer informiert bleibt. Abonnieren Sie hier unseren kostenlosen Newsletter und lassen Sie sich bis zu 4 x jährlich über Leistungs- und Serviceangebote sowie rund um die Themen Sport, Familie oder Gesundheit im Job informieren.

Mitglieder werben Mitglieder

Sie sind zufrieden mit der BKK Mobil Oil? Dann empfehlen Sie uns doch einfach weiter. Als Dankeschön erhalten Sie für jedes geworbene Mitglied von uns 25,00 Euro.