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Ausgabe 04/2018
Service 04/2018
Skifahrer wedeln eine Abfahrt hinunter Aktuelle Ausgabe
© simonkr / Getty Images

Rechte und Pflichten auf der Piste: Was Skifahrer wissen müssen

Skifahren ist für viele Menschen der Wintersport Nummer eins. Dabei kommt es auf und jenseits der Piste immer wieder zu Unfällen. Wir geben einen Überblick, welche Regeln Skifahrer kennen sollten und wie man sich am besten absichert.

Blauer Himmel, weiße Berge – für Skifahrer gibt es in den Wintermonaten kaum etwas Schöneres, als von früh bis spät die schneebedeckten Hänge herunterzuwedeln. Dennoch ist der beliebte Wintersport nicht ganz ungefährlich und auch sichere Skifahrer können leicht in einen Unfall verwickelt werden. Was ist im Falle eines Falles zu tun? Und wie sichert man sich bereits im Vorfeld am besten ab?

Wichtige Regeln für ein sicheres Skivergnügen

Wie im Straßenverkehr gibt es auch auf der Skipiste allgemeine Verhaltensregeln, an die sich alle Ski- und Snowboardfahrer zu halten haben: Die zehn Pistenregeln des Internationalen Skiverbandes (FIS) gelten weltweit und haben zum Ziel, Unfälle zu vermeiden. Das oberste Gebot lautet Rücksichtnahme: Jeder Ski- und Snowboardfahrer muss sich so verhalten, dass er keinen anderen gefährdet oder schädigt.

Bei einem Unfall immer die Personalien notieren

Wer auf der Piste umgefahren wird, kann Schadenersatz und Schmerzensgeld einklagen.

Verstößt man gegen eine der FIS-Regeln und verursacht dabei einen Unfall, muss man sich unter Umständen vor Gericht verantworten. Denn: Wer auf der Piste umgefahren wird, kann Schadenersatz und Schmerzensgeld einklagen. Hat allerdings der Geschädigte selbst nicht alle Pistenregeln beachtet, kann das seinen Anspruch mindern. Damit sich der Unfallhergang und die Schuldfrage klären lassen, sollten bei einem Zusammenstoß alle Beteiligten ihre Personalien austauschen, die Kontaktdaten eventueller Zeugen notieren und Fotos machen. Laut Pistenregeln ist jeder Ski- und Snowboardfahrer – ob verantwortlich oder nicht – im Falle eines Unfalles dazu verpflichtet, entsprechende Angaben zu machen. Hat sich bei dem Unfall jemand verletzt oder entdeckt man im Vorbeifahren eine verletzte Person, ist man zudem verpflichtet, erste Hilfe zu leisten – anderenfalls droht auf der Piste ebenso wie überall sonst eine Klage wegen unterlassener Hilfeleistung.

Hindernisse müssen kenntlich gemacht werden

Nicht immer sind andere Skifahrer verantwortlich, wenn man kopfüber im Schnee steckt – manchmal ist es auch einfach eine vereiste Stelle auf der Piste. Hier gilt: Mit solchen typischen Gefahren muss jeder Wintersportler rechnen, im Falle eines Sturzes hat man also leider selbst Schuld. Anders sieht es aus, wenn einen ein unvorhersehbares Hindernis wie eine Schneekanone oder ein Seilbahnpfeiler zu Fall gebracht hat. Wird auf solche Gefahren nicht ausreichend mit Schildern hingewiesen, muss bei einem Sturz der Betreiber haften, also in der Regel das Bergbahnunternehmen, das die Skipiste zur Verfügung gestellt hat.

Skihelm – Pflicht oder Kür?

Neben der Gesundheit spricht auch die Rechtslage dafür, einen Helm zu tragen.

Ganz gleich, was zum Sturz geführt hat: Ein Skihelm verringert das Risiko von schweren Kopfverletzungen. Deshalb plädieren Ärzte dafür, auf der Piste unbedingt einen Kopfschutz zu tragen. In Deutschland gibt es zwar noch keine Skihelmpflicht, doch viele Skischulen machen das Tragen eines Helms zur Bedingung. In Italien und vielen Gebieten in Österreich gibt es zudem eine Helmpflicht für Kinder und Jugendliche. Neben der Gesundheit spricht auch die Rechtslage dafür, unbedingt einen Helm zu tragen, denn: Wäre eine Kopfverletzung mit Helm weniger schwer ausgefallen, kann ein Gericht ein Mitverschulden feststellen.

Für alle Fälle bestens ausgerüstet

Nicht nur der Helm, sondern die gesamte Wintersportausrüstung sollte zudem den neuesten Sicherheitsvorschriften entsprechen. Zahlreiche Skiunfälle sind laut Experten auf eine mangelhafte Ausrüstung zurückzuführen. Besonders oft ist eine falsch eingestellte Bindung für einen Sturz verantwortlich. Daher ist es wichtig, diese vom Profi individuell einstellen zu lassen. Waren geliehene Skier falsch eingestellt, haftet zwar der Verleiher. Allerdings muss der Unfall ursächlich auf den Fehler am Ski zurückzuführen sein, das heißt: Der Skifahrer ist gestürzt, weil sich die Bindung plötzlich und ohne Grund geöffnet hat. Das zu beweisen ist oft schwer. Deshalb empfiehlt es sich, sich beim Einstellen der Bindung die Werte schriftlich geben zu lassen.

Hände weg vom Alkohol

Wer betrunken abfährt, riskiert seinen Versicherungsschutz.

Mittags auf der Alm einen Obstler zu trinken ist eine ebenso schlechte Idee wie die Après-Ski-Sause oben auf dem Berg zu feiern, wenn anschließend noch die letzte Abfahrt wartet. Denn: Bereits geringe Mengen Alkohol machen müde, vermindern die Konzentration, verschlechtern die Sehleistung und verringern die Reaktionsgeschwindigkeit, was wiederum das Unfallrisiko erhöht. Und auch wenn es keine offizielle Promillegrenze für die Skipiste gibt, riskiert man seinen Versicherungsschutz, wenn man mit Alkohol oder Drogen im Blut abfährt. Bei einem Unfall muss der betrunkene Fahrer in aller Regel selbst für den entstandenen Schaden haften. Zudem können berauschte Fahrer der Piste verwiesen werden. Deshalb sollten Ski- und Snowboardfahrer Alkohol grundsätzlich links liegen lassen.

Rundum gut versichert den Skiurlaub genießen

Ohne den richtigen Versicherungsschutz kann die schönste Zeit des Jahres teuer werden. Jeder Skifahrer sollte deshalb über eine private Haftpflichtversicherung verfügen, die zum Beispiel die Behandlungskosten und das Schmerzensgeld übernimmt, wenn man bei einem Zusammenstoß auf der Piste einer anderen Person Schaden zufügt. Auch eine private Unfallversicherung ist sinnvoll. Sie trägt unter anderem die Kosten, wenn man nach einem Sturz am Berg durch einen Hubschrauber geborgen werden muss. In vielen Fällen ist zudem eine Auslandskrankenversicherung sinnvoll. Als Ihre Krankenkasse übernehmen wir selbstverständlich auf Urlaubsreisen innerhalb Europas Ihre Behandlungskosten, allerdings können wir nur den Betrag ersetzen, der in Deutschland für eine vergleichbare Behandlung anfallen würde. Häufig ist die Rechnung für medizinische Leistungen im Ausland aber höher. Die Differenz lässt sich mit einer privaten Auslandskrankenversicherung ausgleichen. Sie übernimmt zudem die hohen Kosten eines eventuell notwendigen Krankenrücktransports. Alle Informationen zu Ihrem Krankenversicherungsschutz im Ausland finden Sie auch auf unserer Website.

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Rechtzeitig aktiv werden und Verletzungen vorbeugen

Ein schlechter Trainings- und Gesundheitszustand kann auf der Piste für einen selbst, aber auch für andere gefährlich werden. Deshalb sollten sich Skifahrer am besten das ganze Jahr über, spätestens aber einige Wochen vor der Abreise in den Skiurlaub mithilfe spezieller Übungen vorbereiten. Viele unserer Fitnessstudio-Partner bieten im Winter Skigymnastik-Kurse an – wenn Sie bei uns versichert sind, profitieren Sie von Sonderkonditionen. Unter www.bkk-mobil-oil.de/fitnessstudios finden Sie einen Überblick.

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