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Ernährung 04/2018
Waermende Suppe fuer Frostbeulen Aktuelle Ausgabe
© Geber86 / Getty Images

Essen für Frostbeulen: Den Körper von innen wärmen

Wenn es draußen friert, können neben dicken Pullis und Wollsocken auch Lebensmittel helfen, die innere Kälte zu vertreiben. Expertin Petra Orzech erklärt, was es mit dem „wärmenden“ Essen auf sich hat, und verrät ein köstliches Winterrezept.

Schon unsere Großeltern wussten, dass ein Teller Eintopf nach dem Winterspaziergang schnell wieder für warme Hände und rote Wangen sorgt. Und auch heute stehen bei vielen Menschen vor allem in den kalten Monaten pikante Gerichte wie Chili con oder sin Carne auf dem Tisch. Instinktiv machen wir damit alles richtig, denn: Beides sind Speisen, die uns von innen wärmen. Und das liegt nicht nur daran, dass wir sie heiß genießen: Nach Überzeugung vieler Ernährungsexperten gibt es auch Lebensmittel, die kalt gegessen werden und dennoch unsere Körpertemperatur auf Touren bringen. Wie das sein kann, hat uns Diplom-Oecotrophologin und Yogalehrerin Petra Orzech im Interview verraten – und ein passendes Rezept hatte sie auch dabei.

Ernaehrungsexpertin und Yogalehrerin Petra Orzech
Ernährungsexpertin und Yogalehrerin Petra Orzech

Mobil-e: Frau Orzech, inwiefern kann unser Essen den Körper von innen wärmen?

Petra Orzech: Dieses Wissen hat seine Wurzeln in den Lehren der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Ihr zufolge hat jedes Lebensmittel und Getränk eine thermische Wirkung auf unseren Körper, das heißt, es wirkt neutral, kühlend oder wärmend auf den Organismus. Diese Wirkung ist zunächst einmal unabhängig von der Temperatur des Essens. So wirkt laut TCM ein heißer Pfefferminztee kühlend, aber ein kühler Smoothie mit einem Stückchen Ingwer von innen wärmend. Auch die indische Heilkunst Ayurveda beschäftigt sich mit der thermischen Wirkung von Speisen. Sie empfiehlt fröstelnden Menschen, gekochte und warme Speisen zu essen, da sie das Verdauungsfeuer im Magen und im Darm anheizen. Wem schon morgens die nötige Wohlfühltemperatur fehlt, der beginnt den Tag am besten schon mit einem wärmenden Essen, zum Beispiel einem Porridge mit Gewürzen. Jetzt im Winter können wir uns die wärmende thermische Wirkung von Lebensmitteln besonders gut zunutze machen, wenn wir von draußen hereinkommen und uns aufwärmen wollen oder generell leicht frösteln. Darüber hinaus haben diese wärmenden Lebensmittel aber noch weitere positive Effekte, zum Beispiel die Anregung der Verdauung und die Vertreibung von Müdigkeit.

Mobil-e: Was gilt es bei der Zubereitung der Lebensmittel zu berücksichtigen?

Petra Orzech: Die Zubereitungsart spielt eine wichtige Rolle, denn unabhängig von der eigenen thermischen Wirkung der Lebensmittel können wir auch mit ihr beeinflussen, ob eine Speise wärmend oder kühlend wirkt. Äpfel gehören zum Beispiel grundsätzlich zu den kühlenden Obstsorten. Eingekochtes Apfelkompott hat hingegen eine neutrale Wirkung – und wenn wir dem Kompott Zimt und Gewürznelken hinzufügen, erhalten wir sogar eine wärmende Wirkung. Grundsätzlich kann man sich merken, dass man Lebensmittel am besten schmort, dünstet, in wenig Wasser kocht oder im Dampfgarer zubereitet, damit sie wärmend werden. Noch stärker wird der Effekt durch Grillen, Rösten, Braten und Frittieren. Insbesondere Gerichte, die sehr lange erhitzt werden, wirken wärmend auf uns, zum Beispiel Schmorgerichte und Eintöpfe. Denn: Durch die langen Garzeiten wird ihnen laut TCM Wärmeenergie zugeführt, die unser Körper ideal für sich nutzen kann. Wollen wir Obst und Gemüse lieber frisch genießen, können wir ihre wärmende Wirkung verstärken, indem wir es zerkleinern, reiben oder pürieren. Und auch Einlegen in Essig sowie Trocknen sorgen für mehr Wärme.

Mobil-e: Welche Lebensmittel dürfen in der Küche von Menschen, die leicht frieren, nicht fehlen?

Petra Orzech: Fröstelnde Menschen, die gern Fleisch mögen, greifen im Winter am besten zu roten Fleischsorten wie Rind, Wild oder Lamm. Eine gute Alternative mit ähnlichem Effekt ist Fisch, zum Beispiel Forelle, Hering, Kabeljau oder Scholle. Beim Gemüse hält die Natur in den kalten Monaten passenderweise ohnehin die richtige Nahrung für uns bereit: Viele Sorten, die bei uns im Winter Saison haben, geben dem Körper Wärmeenergie. Besonders wärmend wirken beispielsweise Kürbis, Rote Bete, Pastinake, Petersilienwurzel und Kohl, aber auch Zwiebeln und Lauch. Zu den wärmenden Obstsorten zählen Zwetschgen, Granatäpfel und Kumquats. Südfrüchte wie Banane, Kiwi, Orange, Zitrone oder Ananas sollten eher sparsam verzehrt oder mit wärmenden Zutaten kombiniert werden. Diese Obstsorten haben nämlich den Effekt, der in ihren Herkunftsländern nützlich ist: Sie kühlen. Man kann sie aber zum Beispiel als Zutat in einem Obstsalat verwenden und diesen mit wärmenden Hasel- oder Walnüssen und Granatapfelkernen anreichern. Auch Haferflocken haben übrigens einen wärmenden Effekt – es ergeben sich also eine Menge Möglichkeiten, kühlende Zutaten geschickt zu wärmenden Mahlzeiten zusammenzustellen.

Mobil-e: Wie sieht es mit Gewürzen aus?

Petra Orzech: Auch Gewürze können unseren inneren Ofen ganz schnell wieder anfeuern – das kennt jeder, der gern scharf isst oder generell die asiatische Küche schätzt. Wärmend wirken insbesondere Anis, Chili, Curry, Fenchel, Ingwer, Kardamom, Knoblauch, Kümmel, Pfeffer, Zimt, Muskat, Vanille. Nicht umsonst sind viele dieser Gewürze seit Jahrhunderten auch in unserer Weihnachtsbäckerei enthalten. Es müssen aber nicht immer Kekse sein: Auch in den fertigen Chai-Tee-Mischungen, die man in vielen Geschäften bekommt, sind die wärmenden Gewürze enthalten. Oder wie wäre es mit einem Gewürzkaffee? Dafür mischt man einfach etwas Zimt, gemahlenen Koriander, gemahlene Gewürznelke und Ingwerpulver oder nimmt fertiges Lebkuchengewürz, kocht es in einem Topf Kaffee auf und lässt diesen drei Minuten ziehen. Dann braucht man die Mischung nur noch durch einen Kaffee- oder Teefilter zu gießen und einfach das wärmende Gefühl zu genießen.

Rezept: Warmes Yogi-Porridge mit Granatäpfeln

Haben Sie Lust bekommen, die wärmende Wirkung des Essens auszuprobieren? Dann starten Sie doch einmal mit einem wärmenden Yogi-Porridge in den Tag – vielleicht wird es sogar Ihr neuer Frühstücksfavorit?

Zutaten (für 2 Personen):

1 Beutel Chai-Tee
200 ml Mandelmilch
8 EL Haferflocken
2 EL Rosinen
1 Prise Meersalz
2 EL flüssiger Honig
1 großer Granatapfel (Kerne)
1 TL Haselnussblättchen
Zimt

Zubereitung:

Den Chai-Tee mit 300 ml kochendem Wasser übergießen und ca. 5 Minuten ziehen lassen. Dann den Tee mit der Mandelmilch erwärmen. Haferflocken und Rosinen zugeben und bei mittlerer Hitze ca. 5 Minuten quellen lassen, dabei gelegentlich umrühren. Meersalz und Honig hinzufügen. Das Porridge auf zwei Müslischüsseln verteilen und mit Granatapfelkernen, Haselnussblättchen sowie reichlich Zimt bestreut servieren.

Extratipp: Yoga für Frostbeulen

Nicht nur mit dem, was Sie essen, sondern auch mit bestimmten Yogaübungen können Sie ständigem Frösteln entgegenwirken und den Körper von innen wärmen. Petra Orzech hat einige effektive Übungen für Sie zusammengestellt:

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