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Gesundheit 04/2018
Frau mit Nackenschmerzen
© Wavebreakmedia Ltd / Getty Images

Den Körper verstehen und Schmerzen vorbeugen

Schmerzen sind ein Alarmsignal – doch ihre Ursache ist nicht immer leicht zu finden. Experte Johannes Randolf gibt spannende Einblicke in die Mechanismen unseres Körpers und die Möglichkeiten, unsere Gesundheit zu erhalten und zu fördern.

Spontan erscheint es uns völlig logisch, dass bei Rückenschmerzen etwas mit der Wirbelsäule nicht stimmt und wir bei einem Ziehen im Oberschenkel wohl eine falsche Bewegung gemacht haben. Physiotherapeut Johannes Randolf bringt uns in seinem neuen Buch „Körperlogik verstehen“ jedoch eine völlig andere Logik nahe: Anhand wissenschaftlicher Fakten und vieler Beispiele aus seiner Praxis veranschaulicht er, dass Schmerzen nur selten dort auftreten, wo die tatsächliche Ursache zu finden ist. Im Interview hat er uns die Zusammenhänge unseres Körpers erläutert und verraten, wie wir mit diesem Wissen Schmerzen behandeln und vorbeugen können.

Mobil-e: Herr Randolf, der Begriff „Körperlogik“ klingt sehr komplex – was genau verbirgt sich dahinter?

Johannes Randolf: Im Grunde ist es ganz einfach: Unser Körper will, dass es ihm gut geht. Deshalb tut er alles, um Lösungen für Probleme zu finden, die sein Gleichgewicht zu stören drohen. Dazu nutzt er alle seine Systeme: den Bewegungsapparat, die biochemischen Prozesse wie zum Beispiel Atmung und Verdauung und die Psyche. Gibt es in einem dieser drei Bereiche einen Mangel oder eine Störung, zieht der Körper zum Ausgleich automatisch Ressourcen aus einem der anderen Bereiche ab – er kompensiert die Defizite. Mithilfe der Körperlogik kann man die „Schleichwege“ und Ausgleichsmechanismen, die jeder Körper im Laufe der Jahre entwickelt, nachvollziehen und therapeutisch nutzen.

Mobil-e: Was genau passiert denn im Körper, wenn das Gleichgewicht gestört wird?

Johannes Randolf: Das Kompensationspotenzial des Körpers ist sehr groß, doch irgendwann ist es erschöpft und es kommt zu Beschwerden. Es kann dann sein, dass irgendwo im Körper Schmerzen auftreten, aber auch Müdigkeit und ein generelles Unwohlsein oder Niedergeschlagenheit sind häufige Symptome.

Mobil-e: Und wie erkennt man dann die Ursache für die Beschwerden? Haben Sie ein Beispiel?

Johannes Randolf: Besonders aufschlussreich ist die Beziehung zwischen Muskeln und Organen – dennoch wird sie oft nicht berücksichtigt. Jeder Muskel steht über Nervenbahnen mit einem bestimmten Organ in Verbindung. Ist dieses Organ in Dysbalance, reagiert der mit ihm verbundene Muskel mit einer Über- oder Unterspannung. So ist der Dünndarm beispielsweise mit dem Oberschenkelmuskel verbunden. Ist unsere Darmgesundheit beeinträchtigt, kann sich das durch Schmerzen im Oberschenkel äußern. Andersherum kann es genauso laufen: Weist der Oberschenkelmuskel eine starke Verletzung auf, reagiert der Darm ebenfalls und die Verdauung wird gestört. Auf ähnliche Weise schwächt zum Beispiel eine erhöhte Magensäurekonzentration einen Teil des Brustmuskels. Und einer der Schultermuskeln hat eine Verbindung zu den Lungen. Ich habe schon mehrfach erlebt, dass Patienten wegen Schulterproblemen in die Praxis kamen und sich letztlich ein langwieriger Infekt in der Lunge als eigentliche Ursache herausstellte. Eine solche Störung der Muskel-Organ-Beziehung kommt sehr häufig vor.

Mobil-e: Was kann man tun, um den Körper in der Balance zu halten?

Johannes Randolf: Im Grunde sind es die bekannten Dinge – von ausreichend Bewegung über Stressvermeidung bis hin zu gesunder Ernährung. Sie alle sind wichtig, damit der Körper funktionieren kann. Ich möchte jedoch auf zwei weitere Aspekte hinweisen. Zum einen trinken die allermeisten Menschen viel zu wenig Wasser, dabei gibt es keine Funktion, keine Zelle, die kein Wasser benötigt. Wasser hält die Muskeln elastisch, stellt sicher, dass das Blut flüssig genug ist, schwemmt die Schadstoffe, die bei der Verbrennung anfallen, aus dem Körper und vieles mehr. Mindestens zwei, besser drei Liter am Tag sollte man deshalb trinken, bei Hitze oder körperlicher Aktivität entsprechend mehr. Zum anderen spielt unsere Atmung eine ganz grundlegende Rolle. Wir alle sitzen sehr viel, im Sitzen hat die Lunge jedoch kaum Platz, sodass die meisten von uns einen permanenten Sauerstoffmangel haben. Für jede Verbrennung wird jedoch Sauerstoff benötigt, also auch für die Verbrennung von Nährstoffen in der Muskulatur. Sauerstoffmangel schwächt also auch unsere Muskeln. Deswegen ist es wichtig, immer wieder bewusst auf eine tiefe Atmung zu achten und sich ausreichend zu bewegen, wodurch die Atmung automatisch tiefer wird.

Wirkungsvolle Übungen für ein schmerzfreies Leben

Johannes Randolf hat uns zwei Übungen aus seinem neuen Ratgeber verraten, mit denen Sie Ihren Körper mit seinen Funktionen einfach, aber effektiv unterstützen können.

Gegen Schulterschmerzen: Mobilisierung der Brustwirbelsäule

Koerperlogik Uebung Schwimmrolle
© Christian Hofer und Richard Kirchner

Nehmen Sie eine handelsübliche Schwimmrolle (falls nicht vorhanden genügt auch ein eng gerolltes Handtuch) und legen Sie sie gerade auf den Boden. Nun legen Sie sich mit dem Rücken darauf, sodass die Wirbelsäule genau auf der Rolle zu liegen kommt. Breiten Sie die Arme aus und stellen Sie die Füße auf. Bleiben Sie fünf bis zehn Minuten in dieser Position. Die Rolle drückt während dieser Zeit Ihre Brustwirbelsäule sanft nach vorn und die Muskulatur neben der Wirbelsäule kann sich entspannen. Anschließend bleiben Sie noch einen Moment ohne Rolle auf dem Rücken liegen. Sie werden den positiven Effekt sofort spüren. Achtung: Stehen Sie dann bitte unbedingt über die Seite auf – also nicht gerade aufrichten, da es sonst zu einer kurzfristigen Blockade in der Wirbelsäule kommen kann.

Gegen Blockaden der Lendenwirbelsäule: Die sitzende Meerjungfrau

Koerperlogik Uebung Sitzende Meerjungfrau
© Christian Hofer und Richard Kirchner

Setzen Sie sich an die vordere Stuhlkante und öffnen Sie die Beine in eine leichte Grätschstellung. Die Wirbelsäule ist aufrecht, die Bauchmuskulatur leicht angespannt. Bringen Sie nun den Oberkörper in eine Vorlage (eine Neigung von etwa 45 Grad) und legen Sie Ihren linken gestreckten Arm an die Innenseite des linken Knies. Drücken Sie sich mit dem linken Arm vom Knie in eine Verdrehung nach rechts. Der rechte Arm wandert gestreckt nach oben, der Blick folgt ihm. Atmen Sie dabei tief ein. Wenn Sie wieder in die Ausgangsstellung zurückkehren, atmen Sie aus. Wichtig ist, dass der Rücken gerade ist. Führen Sie einen dynamischen Wechsel zwischen rechts und links aus. Sollten Sie das Gefühl haben, dass sich Ihr Nacken dabei verspannt, drehen Sie den Kopf weniger nach hinten.

Verlosung: „Körperlogik verstehen“

In seinem Buch „Körperlogik verstehen“ erklärt Johannes Randolf, wie man die wahre Ursache von Schmerzen erkennen und gezielt behandeln, die Muskulatur durch die richtige Ernährung stärken, Zellen mit allen wichtigen Stoffen versorgen, Stress durch Bewegung ausgleichen und das Zusammenwirken von Muskeln und Organen im Gleichgewicht halten kann. Wir verlosen drei Exemplare des spannenden Ratgebers. Nutzen Sie Ihre Chance, indem Sie einfach das Gewinnspielformular ausfüllen. Teilnahmeschluss ist der 31.01.2019. Wir drücken Ihnen die Daumen.

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