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Familie 04/2017
Mutter liest mit Kind ein Buch
© evgenyatamanenko / Getty Images

Bei Kindern Spaß am Lesen wecken

In vielen Familien war der Winter früher die schönste Zeit, um gemeinsam zu schmökern. Heute finden Kinder ihr Smartphone oft spannender als ein Buch. Expertin Dr. Simone C. Ehmig verrät, wie Eltern kleine Lesemuffel zum Lesen bringen.

Kinderbücher sind ein beliebtes Weihnachtsgeschenk – doch wie viele der liebevoll ausgesuchten Schmöker werden tatsächlich gelesen? Angesichts der wachsenden Anzahl technischer Geräte, mit denen die Kinder manchmal besser umgehen können als ihre Eltern, kommen manchem Erwachsenen Zweifel. Sind Bücher nicht mehr zeitgemäß? Ist es noch immer wichtig zu versuchen, den Nachwuchs von klein auf fürs Lesen zu begeistern? Dr. Simone C. Ehmig, Leiterin des Instituts für Lese- und Medienforschung, hat uns diese und weitere Fragen beantwortet.

Mobil-e: Frau Dr. Ehmig, wieso ist Lesen so wichtig für Kinder?

Dr. Simone C. Ehmig: Vorlesen und Lesen sind Schlüsselvoraussetzungen für den persönlichen Lebensweg und die Bildungsbiografien von Kindern. Lesen eröffnet nachwachsenden Generationen in jeder Hinsicht neue Perspektiven: Es vermittelt Wissen und Sprachkompetenz, bietet Identifikationsmöglichkeiten und schult die Fähigkeit, sich unbekannte Themen anzueignen. Somit lernen Kinder, über den Tellerrand ihres unmittelbaren Erfahrungsraums hinauszublicken. Mit einem Satz: Es fängt mit Lesen an, dass Kinder selbstbestimmt ihre Zukunft in die Hand nehmen und sich zugleich gesellschaftlich engagieren.

Mobil-e: Was können Eltern tun, um ihren Kindern den Spaß am Lesen zu vermitteln?

Dr. Simone C. Ehmig: Gemeinsames Betrachten, Erzählen und Vorlesen sind wichtige Voraussetzungen, um bei Kindern die Lust am Lesen zu entfachen. Der frühe Einsatz lohnt sich: Kinder, denen schon früh und regelmäßig vorgelesen wurde, greifen später mit größerer Freude zu Büchern, Zeitungen und/oder auch E-Books. Sie entwickeln oft einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn sowie Verantwortungsgefühl und haben bessere Chancen auf einen erfolgreichen Bildungsweg als Kinder, die keine oder nur wenige Impulse durch das Vorlesen und Erzählen erhalten haben.

Mobil-e: Ist es irgendwann „zu spät“ oder gelingt es auch noch bei größeren Kindern, Lesefreude zu wecken?

Dr. Simone C. Ehmig: Es ist nie zu spät – aber man kann nie zu früh beginnen. Jugendliche können mit spannenden Themen und leicht zugänglichen Lesemedien motiviert werden. Vor allem Zeitschriften und digitale Formate tragen dazu bei, dass sie das Lesen für sich entdecken. Auch prominente Lesevorbilder wie YouTuber, Sänger oder Schauspieler können leseferne Kinder zur Lektüre ermutigen. In vielen Städten gibt es Leseclubs, in denen sich Schüler treffen, Geschichten entdecken und darüber austauschen können.

Mobil-e: Stehen Bücher in Konkurrenz zu den sogenannten neuen Medien?

Dr. Simone C. Ehmig: Bücher und neue Medien stehen in keinem Konkurrenzverhältnis, vielmehr ergänzen sie sich. Kinder und Jugendliche sind in ihrem Alltag vom gesamten Medienensemble umgeben: Bücher, Zeitungen, E-Books, soziale Medien, Radio und Fernsehen. Gerade digitale Formate erfordern die Fähigkeit zu lesen: in sozialen Netzwerken, auf Informationssuche in digitalen Lexika oder auf den Fanpages bekannter Musiker und Sportler. Wer nicht lesen kann, ist nicht nur von der Lektüre der Weltliteratur ausgeschlossen, sondern scheitert schon bei der nächsten Internetbestellung. In der Medienbildung sollte daher der Umgang mit allen Leseformaten und -trägern geschult werden, um Kinder fit für ihre Zukunft zu machen.

Mobil-e: Haben Sie Tipps, wie Eltern kleine Lesemuffel zum Lesen bringen können?

Dr. Simone C. Ehmig: Lesen Sie Ihrem Kind jeden Tag 15 Minuten vor – und ebnen Sie ihm damit den Weg ins Lesen. Kinder orientieren sich an ihren Eltern und ahmen sie nach – greifen Sie also auch häufig selbst zum Buch, zur Zeitung und Zeitschrift oder zum E-Reader. Und: Sprechen Sie mit Ihren Kindern über das, was sie gerade lesen. So gelingt es Ihnen, das Lesen und den Spaß, den Geschichten und Abenteuer mit sich bringen, in den gemeinsamen Alltag zu integrieren.

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