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Familie 04/2016
Patchworkfamilie als Scherenschnitt
© Ridofranz / Thinkstock

Patchworkfamilie: Zusammenleben kann man lernen

Wenn nach einer Trennung ein neuer Lebenspartner zu Hause einzieht, läuft das nicht immer harmonisch ab. In einer Patchworkfamilie muss jedes Familienmitglied erst seinen Platz finden. Einige Tipps können helfen, typische Probleme zu umgehen.

Allein 2015 haben sich in Deutschland 163.335 Paare scheiden lassen – und in den Vorjahren waren es teilweise sogar erheblich mehr.1 Gehen getrennte Eltern neue Beziehungen ein, bedeutet das auch für die betroffenen Kinder eine große Umstellung, die oft Probleme mit sich bringt. Warum gestaltet sich das Zusammenwachsen für Patchworkfamilien in vielen Fällen so schwierig?

Gemischte Gefühle bergen Konfliktpotenzial

Trotz resultiert oft aus Eifersucht gegenüber dem neuen Partner.

Einer der wichtigsten Gründe für Reibereien in einer frisch gebackenen Patchworkfamilie ist, dass Kinder noch unter der Trennung ihrer Eltern leiden. Der Schmerz über den Verlust eines Elternteils sorgt dafür, dass das neue Elternteil und neue Geschwister nicht sofort ins Herz geschlossen werden können. In der Regel wünschen sich Scheidungskinder, dass ihre „richtigen“ Eltern wieder zusammenkommen – oder dass sie zumindest den Elternteil, bei dem sie leben, ganz für sich allein haben. Einem neuen Partner begegnen sie deshalb zunächst mit Eifersucht. Sein Einzug macht ihnen schmerzhaft bewusst, dass die erste Familie unwiederbringlich aufgelöst ist. Häufig kommt es dann zu Trotzreaktionen und Sätzen wie: „Du bist nicht meine Mama (oder mein Papa), du hast mir gar nichts zu sagen.“ Aber auch überhöhte Erwartungen seitens des neuen Elternpaars machen das Zueinanderfinden nicht leichter, denn dass es in einer Patchworkfamilie zunächst zu Problemen kommen kann, ist ganz normal. Oft setzten sich die neuen Lebensgefährten selbst unter Druck, wenn sie die Kinder des Partners kennenlernen – Anspannung und Enttäuschung sind da vorprogrammiert.

Kinder haben je nach Alter unterschiedliche Bedürfnisse

Wie stark die Abwehrhaltung gegenüber einem neuen Partner ausgeprägt ist, hängt entscheidend vom Alter des Kindes ab. Viele Kindergarten- und Vorschulkindern haben nach einer Trennung der Eltern Schuldgefühle – sie glauben, dass sie für das Scheitern der Beziehung verantwortlich sind, weil sie zum Beispiel nicht brav genug waren. Das kann zu Verhaltensänderungen und Gefühlsausbrüchen führen. Einige Kinder ziehen sich in ein Schneckenhaus zurück, andere leiden unter Gefühlsausbrüchen und begegnen dem neuen Elternteil mit Aggressivität. Bei Kindern ab etwa sechs Jahren wiederum stellt sich häufig ein Loyalitätsproblem ein: Auch wenn der neue Partner des Elternteils nett ist, können sie ihn nicht akzeptieren oder gar lieben, weil sie das als Verrat am richtigen Vater oder an der richtigen Mutter empfinden. Aus diesem Grund wird es dem oder der „Neuen“ oft unverhältnismäßig schwer gemacht.

Tipps für ein harmonisches Miteinander in der Patchworkfamilie

Gegenseitiges Verständnis und offene Gespräche sind notwendig für eine funktionierende Patchworkfamilie – das gilt vor allem in der Anfangszeit. Hier einige Tipps, die die gegenseitige Annäherung erleichtern:

  • Reden Sie mit Ihrem Kind über die Situation und hören Sie ihm zu, wenn es über seine Probleme spricht – fühlt es sich ernst genommen, kann es der Stiefmutter oder dem Stiefvater leichter einen Platz in seinem Leben und seinem Herzen einräumen.
  • Vermitteln Sie dem Kind, dass es sich nicht zwischen dem leiblichen Elternteil und dem neuen Partner zu entscheiden braucht, sondern dass es etwas Positives ist, beide gern zu haben.
  • Der neue Partner sollte möglichst nicht sofort einziehen. Besser ist es, zunächst einmal die Freizeit miteinander zu verbringen und etwas zusammen zu unternehmen. Das Kind lernt so nach und nach, dass der oder die „Neue“ keine Bedrohung darstellt, sondern seinen Alltag vielleicht sogar bereichern kann.
  • Für einen guten Start ist es wichtig, dass der neue Elternteil nicht sofort eine Vater- oder Mutterrolle beansprucht, sondern dem Kind erst einmal als Freund begegnet. Das Angebot, mit dem Kind Fußball zu spielen oder ihm bei den Hausaufgaben zu helfen, zeigt: Ich habe Interesse an dir. Gleichzeitig ist es wichtig, sich zurückzunehmen, wenn das Kind ablehnt.
  • Ablehnung des Kindes sollte der neue Partner nicht persönlich nehmen, schließlich rebelliert das Kind gegen seine Rolle, nicht gegen seine Person. Insbesondere Kinder im Grundschulalter oder in der Pubertät wollen mit verbaler Rebellion oft auch ausprobieren, wie weit sie beim neuen Elternteil gehen können.
  • Bei der Erziehung sollte der neue Partner sich zurückhalten. Klar kann er im Alltag auch mal dazu auffordern, den Tisch abzuräumen, aber persönliche Kritik am Verhalten des Kindes sollte Sache der leiblichen Eltern bleiben.
  • Last but not least: Nicht nur in der Patchworkfamilie ist es wichtig, dass die Eltern respektvoll miteinander umgehen – und das nicht nur vor den Kindern. Schlecht über den anderen Elternteil zu reden, ist tabu, denn es trifft jedes Kind in seinem Innersten.
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Tipp

Wenn die Familienkonstellation sich ändert, Ehen geschieden und/oder geschlossen werden, gehört auch der Versicherungsschutz auf den Prüfstand. In welchen Fällen Versicherte ihre Kinder, neue Ehepartner und deren Kinder über die Familienversicherung bei der BKK Mobil Oil mitversichern und so von vielen Zusatzleistungen profitieren können, lesen Sie auf unserer Website unter www.bkk-mobil-oil.de/familienversicherung.

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