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Ernährung 04/2016
Saftkur zum Entschlacken
© a_namenko / Thinkstock

Detox: Den Körper entschlacken – was bringt´s?

Pünktlich zu Jahresbeginn haben viele das Bedürfnis, dem Körper etwas Gutes zu tun. Hoch im Kurs stehen mehrtägige Detox-Kuren mit Säften oder Tee – aber braucht der Körper das überhaupt? Was sind positive Effekte, was Risiken?

Schlägt man zum Jahreswechsel eine Zeitschrift auf oder stöbert im Internet, so kommt man am Thema Detox kaum vorbei. Doch was ist das überhaupt? Das Wort „Detox“ stammt vom englischen Begriff „detoxification“ und bedeutet „Entgiftung“. Während einer Entgiftungskur sollen die Organe von schädlichen Giftstoffen befreit werden. Ernährungswissenschaftlerin Mareike Hausmann von der ESG Institut für Ernährung, Sport und Gesundheitsmanagement GmbH hat uns im Interview erläutert, was an diesem Konzept dran ist und wie sinnvoll eine Detox-Kur wirklich für die Gesundheit ist.

Mobil-e: Frau Hausmann, muss man den Körper überhaupt entschlacken?

Mareike Hausmann: Detox ist tatsächlich nur ein Trend, den der Markt vorgibt und dessen Grundlage wenig belegt ist. Das Ziel einer Detox-Kur ist es ja, sich gesünder, fitter und jünger zu fühlen und auch so auszusehen. Oftmals ist zudem von Schlacken die Rede, die sich angeblich durch Stress, Alkohol und falsche Ernährung im Körper ablagern. Allerdings arbeitet der menschliche Körper so komplex, dass er für Prozesse wie eine Entgiftung bereits von Natur aus gut ausgestattet ist. Die Leber, der Darm und auch die Nieren sorgen dafür, dass unerwünschte Stoffe ausgeschieden werden und der Körper nicht belastet wird. Damit verfügt der Körper über ein intelligentes Säuberungssystem, das auch bei Überverzehr noch optimal arbeiten kann. Es ist also nicht zwingend notwendig, dem Körper durch eine Detox-Kur unter die Arme zu greifen.

Mobil-e: Ist es überhaupt gesund, tagelang nur Säfte zu trinken?

Mareike Hausmann: Grundsätzlich gehören Obst- und Gemüsesäfte zu einer gesunden Ernährung dazu, denn sie liefern Vitamine, Mineralstoffe, Kohlenhydrate und teilweise auch Spuren von Ballaststoffen. Bei den Kohlenhydraten handelt es sich allerdings nur um sogenannte einfache Kohlenhydrate, also Zucker. Sie liefern zwar schnell Energie, halten aber nicht lange vor. In der Regel ist in Säften Fruchtzucker, der jedoch im Körper genauso verstoffwechselt wird wie normaler Zucker. Eigentlich ist die Idee einer Detox-Kur, dass gar kein Zucker aufgenommen wird – das widerspricht sich also. Bei reinen Gemüsesäften hingegen ist der Zuckeranteil zu vernachlässigen. Und immerhin liefern solche Detox-Kuren mit Säften dem Körper wichtige Nährstoffe in flüssiger Form, damit sind sie auf jeden Fall besser als ausschließlicher Wasser- oder Teeverzehr.

Mobil-e: Wie lange sollte man maximal „detoxen“?

Mareike Hausmann: Eine Detox-Kur sollte nicht länger als eine bis zwei Wochen durchgeführt werden, da es in dieser Zeit zu einer extrem eingeschränkten Nährstoffzufuhr kommt. Längere Detox-Kuren können zu ernsthaften Mangelerscheinungen führen. Insbesondere die essenziellen Eiweiße und Fettsäuren für Körper, Geist und Immunsystem werden sonst in zu geringen Mengen aufgenommen.

Mobil-e: Eignet sich Detox auch zum Abnehmen?

Mareike Hausmann: Selbstverständlich verliert man während einer Detox-Kur Gewicht, denn die Kalorienzufuhr ist deutlich eingeschränkt. Und immer, wenn die Kalorienzufuhr niedriger ist als der -bedarf, verlieren wir Gewicht. Außerdem wird in dieser Zeit auch viel Flüssigkeit aus dem Körper ausgeschwemmt, weshalb automatisch ein Gewichtsverlust eintritt. Trotzdem ist Detox keine empfehlenswerte Methode zum Abnehmen, denn wird im Anschluss an alte Verhaltensmuster angeknüpft, gerät der Stoffwechsel durcheinander und der Erfolg ist nur von kurzer Dauer. Als Einstieg in eine Gewichtsabnahme mit nachhaltiger Ernährungsumstellung kann Detox aber die Motivation gerade am Anfang aufrechterhalten. Dafür sollte die Detox-Kur allerdings nicht länger als drei bis fünf Tage durchgeführt werden, denn die Gefahr des Muskelabbaus ist groß. Muskelmasse ist wiederum bei der nachhaltigen Gewichtsreduktion von wesentlicher Bedeutung.

Mobil-e: Gibt es Alternativen zur Saftkur, die aus ernährungswissenschaftlicher Sicht sinnvoller sind, um dem Körper etwas Gutes zu tun?

Mareike Hausmann: Wie erwähnt gibt es unterschiedliche Arten von Detox, bei denen entweder nur Wasser, Tees oder Säfte oder auch Salat zum Einsatz kommen. Jedoch stellt sich keine dieser Varianten als besonders geeignet heraus, da alle Nachteile mit sich bringen. Daher kann aus ernährungswissenschaftlicher Sicht keine der gängigen Detox-Methoden empfohlen werden.

Mobil-e: Wie schafft man nach einer Detox-Kur die Umstellung auf eine dauerhaft gesunde Ernährung?

Mareike Hausmann: Zunächst ist es sinnvoll, seine Schwächen in Form eines Ernährungstagebuchs festzuhalten. So wird deutlich, an welchen Stellschrauben zu drehen ist. Man sollte nicht versuchen, zu viel auf einmal zu ändern – kleine Schritte versprechen mehr Erfolg als große Sprünge. Und oft sind es bereits minimale Veränderungen, die den Erfolg auf der Waage zeigen oder den Wohlfühlfaktor erhöhen. Außerdem sollte man Geduld mit sich selbst haben, denn Gewohnheiten lassen sich nicht von heute auf morgen abstellen. Hilfreich ist es auch, sich Gleichgesinnte zu suchen – gemeinsame Ziele verbinden und motivieren. Gerade in der Anfangszeit bietet es sich zudem an, Hilfe von Experten in Anspruch zu nehmen.

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