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Work & Life 04/2016
Kreative Mitarbeiter sammmeln Ideen auf Post-its
© oneinchpunch / Thinkstock

Kreativität im Job: Erfolgreich mit guten Ideen

Ob Werbeagentur, Bank oder Hotel – in fast jeder Branche legen Unternehmen heute Wert auf Mitarbeiter mit eigenen Ideen. Kreativprofi Bernhard Wolff erklärt, warum das so ist und wie sich die Kreativität steigern lässt.

Nicht nur für Künstler und Werber, sondern in fast allen Berufen ist Kreativität heute wichtiger denn je – davon ist Kreativexperte und Autor Bernhard Wolff überzeugt. Neben fachlicher Weiterbildung hält er das Erlernen von Kreativitätstechniken für entscheidend, um mehr Selbstvertrauen zu gewinnen und beruflich weiterzukommen. In seinem Buch „Titel bitte selbst ausdenken“ verrät Wolff anhand zahlreicher Beispiele und Tipps, wie das funktioniert. Wir wollten wissen, wozu Kreativität gut ist und wie man sie fördern kann.

Mobil-e: Herr Wolff, was ist Kreativität eigentlich genau?

Bernhard Wolff:
Eine allgemeingültige und anerkannte Definition des Begriffs Kreativität gibt es nicht. Sprachgeschichtlich stammt das Wort vom lateinischen „creare“ ab, was so viel bedeutet wie „schöpfen“ oder „erschaffen“. Für mich persönlich bedeutet Kreativität, Neues und Nützliches zu entdecken. Und das ist sehr identitätsstiftend, denn wer eigene Ideen umsetzt, der schafft Einzigartiges und erkennt so seine eigene Einzigartigkeit. Kreativ zu sein macht stolz und gibt ein gutes Lebensgefühl. Gleichzeitig ist Kreativität aber auch ein gemeinschaftlicher Prozess, denn sie lebt vom Austausch mit anderen.

Mobil-e: Warum ist Kreativität in der Wirtschaft heute so wichtig?

Bernhard Wolff:
Unternehmen müssen sich in Zeiten der Globalisierung mehr denn je im Wettbewerb behaupten und von der Konkurrenz unterscheiden. Früher funktionierte das oft über den Preis, doch das gelingt inzwischen kaum noch. Einzigartigkeit ist heute viel entscheidender für den Unternehmenserfolg – und die erlangt man eben nur, indem man innovativ denkt und handelt. Unternehmen ist heute durchaus bewusst, dass nicht nur einzelne Personen für Innovationen „zuständig“ sind. Kreativität funktioniert am besten, wenn alle Mitarbeiter ihren Teil dazu beitragen dürfen.

Mobil-e: Und wie kann Kreativität dem Einzelnen im Berufsleben nützlich sein?

Bernhard Wolff:
Da gibt es für mich zwei Aspekte. Erstens sind nach meiner Überzeugung Menschen, die ihre Kreativität ausleben, auch zufriedener – das hängt mit der identitätsstiftenden Funktion zusammen, die ich oben angesprochen habe. Und zweitens haben kreative Menschen die besseren Karriereperspektiven, eben weil vielen Unternehmen heute bewusst ist, dass kreative Mitarbeiter sie weiterbringen.

Mobil-e: Angenommen ich habe einen Bürojob mit festen Aufgaben – wie kann ich da Kreativität einsetzen?

Bernhard Wolff:
Ein gutes Beispiel ist die Kundenansprache, denn die spielt heute ja in fast allen Branchen und Berufen eine große Rolle. Die Frage lautet hier: Wie können wir unsere Kunden begeistern? Sich das zu überlegen bietet ganz viel Raum für Kreativität. Am Ende fällt einem dann vielleicht ein neuer Service, ein toller Name für eine Dienstleistung oder ein ausgefallenes Werbegeschenk ein. Oder eben ganz was anderes.

Mobil-e: Wie lässt sich Kreativität lernen?

Bernhard Wolff:
Es gibt zum einen Denktechniken, die man beispielsweise mithilfe von Büchern erlernen kann. Ganz entscheidend ist es aber auch, anderen Menschen zuzuhören, sich mit ihnen auszutauschen. Das kann man sich ganz bewusst vornehmen. Offene Kommunikation in sehr wichtig, um kreativ zu sein – Kreativität ist eine Teamleistung.

Mobil-e: Und was können Hemmnisse für Kreativität sein?

Bernhard Wolff: Viele Menschen trauen sich nicht zu, kreativ zu sein, und versuchen es deswegen gar nicht erst. Oft liegen die Gründe für solche Zweifel weit zurück. Wer als Kind sehr viele Regeln zu befolgen hatte, dem fällt es als Erwachsener auch erst einmal schwer, den Gedanken freien Lauf zu lassen. Oft gibt es aber auch äußere Hemmnisse, die die Kreativität einschränken. In Unternehmen kann das ein Chef sein, der befürchtet, dass ein anderer vielleicht eine bessere Idee hat als er selbst. Er unterdrückt dann die Kreativität seiner Mitarbeiter, um seine eigene Position zu sichern.

Mobil-e: Haben Sie ein paar praktische Tipps für mehr Kreativität im Berufsalltag?

Bernhard Wolff: Zeitdruck ist einer der größten Feinde von Kreativität – in Unternehmen hat es sich deshalb bewährt, sich beispielsweise einmal die Woche eine Stunde Zeit zu nehmen, um gemeinsam zu einem bestimmten Thema kreativ zu sein. Die Themen der wöchentlichen Treffen kann man in eine Jahresplanung eintragen, um dem Prozess eine Struktur zu geben. Idealerweise dürfen die Mitarbeiter Themen aus ihrem Arbeitsalltag für die Sitzungen vorschlagen. Als zweiten Punkt kann ich jedem nur ans Herz legen, ein bunt gemischtes Netzwerk aufzubauen und zu pflegen. Denn: Je mehr Kontakte man hat, umso mehr Ideen kann man produzieren. Super ist es übrigens, wenn man sich nicht nur innerhalb des eigenen Teams austauscht, sondern auch mit Personen aus anderen Abteilungen, anderen Branchen, anderen Lebensbereichen. Es ist nachgewiesen, dass Menschen besonders gute und anwendbare Ideen haben, wenn sie im Job informelle Kontakte über sogenannte „strukturelle Löcher“ hinweg pflegen. Diese Löcher sind vor allem Abteilungs- und Funktionsgrenzen. Es kommt also nicht auf die Anzahl der Kontakte an, sondern auf Bandbreite und Vielseitigkeit.

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