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Ausgabe 03/2018
Work & Life 03/2018
Einsame Frau schaut in die Ferne
© praetorianphoto / Getty Images

Was tun, wenn man sich einsam fühlt?

Studien belegen, dass sich Millionen Deutsche einsam fühlen – darunter viele Senioren, aber auch junge Menschen. Die Betroffenen leiden nicht nur emotional, sondern werden auch häufiger krank. Wir geben Tipps für Wege aus der Einsamkeit.

Wer einsam ist, hat das Gefühl, nicht anerkannt, beachtet und gebraucht zu werden. Diese Empfindung hängt nicht unbedingt damit zusammen, ob man tatsächlich allein ist. So kann der eine einsam sein, obwohl er täglich mit Mitbewohnern oder Kollegen zu tun hat, während der andere kaum soziale Kontakte hat und trotzdem glücklich ist. Einsamkeit ist also nicht unbedingt mit der Abwesenheit von Menschen gleichzusetzen, sondern beschreibt eher die Unzufriedenheit mit den bestehenden zwischenmenschlichen Beziehungen. Und dieses Gefühl kann nicht nur quälend sein, sondern stellt erwiesenermaßen auch eine Gefahr für die Gesundheit dar. So steigt bei einsamen Menschen langfristig das Risiko für chronische Krankheiten wie Bluthochdruck und Fettleibigkeit. Bei andauernder Einsamkeit steigt sogar das Sterberisiko so stark, als würde man täglich 15 Zigaretten rauchen.¹

Einsamkeit kann jeden treffen

Wahrscheinlich werden sich zukünftig immer mehr Menschen einsam fühlen.

Ob jung oder alt, schüchtern oder extrovertiert: Manchmal gerät man völlig unversehens in eine Situation, in der man sich einsam fühlt – zum Beispiel, wenn man für den neuen Job in eine fremde Stadt zieht, immer mehr Freunde Kinder bekommen, während man selbst Single ist, oder der Partner stirbt. Senioren sind zwar am häufigsten betroffen, doch auch Menschen in der Lebensmitte leiden laut Studien in Deutschland auffallend unter Einsamkeit.² Und vieles deutet darauf hin, dass sich auch in Zukunft immer mehr Menschen einsam fühlen werden. Denn wir wohnen immer öfter allein: In Deutschland hat die Zahl der Single-Haushalte in den vergangenen 15 Jahren um knapp drei Millionen zugenommen. Außerdem lebt ein wachsender Anteil der Bevölkerung in Städten, wo das Gefühl der Einsamkeit angesichts der vielen fremden Menschen leichtes Spiel hat.

Sechs Tipps gegen Einsamkeit

Sich zu Hause zu verkriechen und zu warten, dass einen jemand aus dem Schneckenhaus holt, ist keine Lösung und macht die Situation meist noch schlimmer. Aktiv zu werden kostet zwar zunächst Kraft und ein wenig Mut, zahlt sich aber meist schnell aus. Folgende Tipps können gegen Einsamkeit helfen.

1. Ein neues Hobby suchen
Bei vielen Freizeitbeschäftigungen kommt man unter Menschen und schließt vielleicht sogar Freundschaften. Warum nicht das Angebot der Volkshochschule durchstöbern und Spanisch oder Fotografieren lernen? Auch beim Sport findet man nette Leute, mit denen man nach dem Training etwas trinken gehen kann. Hinzu kommt: Beim Sport schüttet der Körper Glückshormone aus – allein deshalb lohnt es sich, den inneren Schweinhund zu überwinden.

2. Ein Ehrenamt übernehmen
Auch ein Ehrenamt kann gegen Einsamkeit helfen. Eine solche freiwillige Tätigkeit ist eine gute Möglichkeit, um unter Menschen zu kommen, etwas Sinnvolles zu tun, anderen eine Freude zu bereiten und Anerkennung zu erfahren. Die Bereiche, in denen man aktiv werden kann, reichen vom Umweltschutz bis zum Vorlesen im Kindergarten. Einen Überblick gibt die Website der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen.

3. Auf den Hund kommen
Wer einmal mit einem Hund Gassi gegangen ist, weiß, dass man fast immer mit anderen Hundebesitzern oder Passanten ins Gespräch kommt. Dazu muss man sich nicht unbedingt selbst einen Hund anschaffen: Auch Tierheime freuen sich über Freiwillige, die ab und zu mit den dort lebenden Hunden rausgehen. Und so hat man gleich auf drei Ebenen Kontakte: mit den Tierheimmitarbeitern, mit den Tieren – und ganz schnell mit anderen Menschen.

4. Alte Kontakte auffrischen
Fast jeder hat Kontakte in seiner Telefonliste stehen, bei denen er sich ewig nicht gemeldet hat. Das heißt: Wir sind unzufrieden mit unseren Freundschaften, tragen aber auch nichts dazu bei, sie zu verbessern. Warum also nicht mal zum Hörer greifen? Der andere wird sich sicher über die unerwartete Kontaktaufnahme und das Interesse freuen und man selbst erlebt wieder das Gefühl, dass es jemanden gibt, dem man wichtig ist.

5. Die Möglichkeiten des Internets nutzen
Der virtuelle Austausch bei Facebook oder in anderen sozialen Netzwerken kann persönliche Kontakte zwar nicht ersetzen – doch auch er hat einen Wert, zum Beispiel um am Leben weit entfernt wohnender Freunde oder Enkelkinder teilzunehmen. Zudem gibt es Internetforen und Facebook-Gruppen für Leute, die neu in eine Stadt gezogen sind. Auf diesem Wege können sich aus online geknüpften Kontakten auch reale Freundschaften entwickeln.

6. Nachbarschaftliche Beziehungen pflegen
Studien haben gezeigt: Menschen, die sich öfters mit Nachbarn treffen und austauschen, weisen eine deutlich höhere Lebenszufriedenheit auf.³ Hinzu kommt: Nur wenn man sich kennt, kann man sich auch umeinander kümmern und zum Beispiel für den kranken Nachbarn in die Apotheke oder zum Supermarkt gehen. Auch hier erleichtern Online-Angebote wie die Nachbarschaftsplattform nebenan.de die Vernetzung. Nicht immer entstehen aus diesen Kontakten tiefe Freundschaften. Aber sie sind auf jeden Fall ein Anfang auf dem Weg aus der Einsamkeit.

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