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Young 03/2017
Zwei Schulfreundinnen halten sich an den Haenden
© BraunS / Getty Images

Nach der Schule Freunde bleiben – mit diesen Tipps gelingt es

Ist der Schulabschluss erst mal in der Tasche, trennen sich bei vielen guten Freunden die Wege. Einigen gelingt es, ihre Freundschaft aufrechtzuerhalten, andere entfernen sich voneinander. Woran liegt das und wie lassen sich Freundschaften pflegen?

Jahrelang hat man in derselben Stadt gewohnt, gemeinsam die Nachmittage verbracht und vielleicht sogar zusammen die Schulbank gedrückt – doch nun ist die Schulzeit vorbei und damit die Zeit, die man ganz selbstverständlich miteinander geteilt hat. Während einige studieren, beginnen andere eine Ausbildung. Und vielleicht zieht der bisher beste Freund sogar in eine andere Stadt oder reist für ein Jahr um die Welt. Bedeutet das automatisch auch das Ende der Freundschaft? Oder kann man aktiv etwas dafür tun, dass die enge Verbundenheit trotz Distanz und unterschiedlicher Lebenswege erhalten bleibt?

Kontakte bewusst pflegen

Wer sich nicht zumindest ab und zu sieht, verliert irgendwann den Draht zueinander.

Um es vorweg zu sagen: Dass eine Freundschaft nach dem Ende der Schulzeit unverändert bestehen bleibt, ist eher die Ausnahme. Das muss aber nicht heißen, dass die Freundschaft verloren geht – sie kann sich auch einfach wandeln, ebenso wie die Freunde selbst sich mit den neuen Lebensumständen wandeln. Und wenn man sich um sie bemüht, stehen die Chancen gut, dass eine Freundschaft, die in der Schule entstanden ist, lebenslang hält – immerhin hat man eine wichtige Phase des Lebens miteinander verbracht. Ob es gelingt, hängt ganz entscheidend davon ab, wie eng man in Kontakt bleibt. Heute kann man sich per E-Mail, Telefon oder Skype gegenseitig auf dem Laufenden halten – man muss es aber auch bewusst tun. Den Wert gelegentlicher persönlicher Treffen für die Freundschaft sollte man trotzdem nicht unterschätzen, denn wer sich nicht zumindest ab und zu sieht, verliert irgendwann den Draht zueinander.

Gute Freunde entwickeln sich gemeinsam weiter

Wenn man nach der Schulzeit ganz unterschiedliche Leben führt, bleiben aber natürlich auch Unstimmigkeiten nicht aus. Die Freundin redet nur noch von ihrer Schwangerschaft? Der Freund verbringt mehr Zeit mit seinen neuen Kommilitonen als mit den alten Freunden? Viele scheuen in einer solchen Situation, ihre Unzufriedenheit anzusprechen. Vor allem, wenn man sich nicht mehr so oft sieht, spielt dabei die Angst, die Freundschaft aufs Spiel zu setzen, eine große Rolle. Seinen Frust hinunterzuschlucken, leitet jedoch den langsamen Tod jeder Freundschaft ein, denn das Unausgesprochene steht immer zwischen beiden. Sinnvoller ist es, das Gespräch zu suchen. Dabei sollte auch der andere die Chance bekommen, seine Wahrnehmung zu schildern und den Vorwürfen etwas zu entgegnen. Möglicherweise ist das Ergebnis dann, dass man eine Pause in der Freundschaft einlegt, bis sich die Gemüter wieder beruhigt haben. Vielleicht bringt konstruktiv vorgebrachte Kritik die Freundschaft aber auch auf eine neue Ebene. In einer ehrlichen Freundschaft kann man gemeinsam wachsen und sich weiterentwickeln. Ist eine Freundschaft tief, hält sie klare Kritik, aber auch die Fehler des anderen aus.

Sechs Tipps, um eine Freundschaft zu erhalten

Freundschaften sind keine Selbstverständlichkeit, man muss sie pflegen. Was kann man tun, um auch nach der Schulzeit befreundet zu bleiben? Wir haben die wichtigsten Tipps zusammengestellt.

1. Rituale schaffen
Gemeinsame Unternehmungen sind die beste Basis für eine langjährige Freundschaft. Egal, ob es ein gemeinsames Hobby ist oder die Lieblingsband, deren Konzerte man zusammen besucht. Auch wer nicht in derselben Stadt wohnt, sollte sich mindestens einmal im Jahr sehen. Für Fernfreundschaften sind Rituale wichtig, zum Beispiel gemeinsame Städtetrips oder das alljährliche Weihnachtstreffen.

2. Auch schöne Dinge teilen
Freundschaft bedeutet, füreinander da zu sein, wenn der andere eine Prüfung vermasselt oder Liebeskummer hat. Aber auch schöne Momente sollte man miteinander teilen, damit der Kontakt nicht nur von belastenden Gefühlen geprägt ist. Eine liebe WhatsApp-Nachricht, eine E-Mail, ein Telefongespräch zwischendurch – all das stabilisiert die Freundschaft.

3. Verlässlich sein
Eine gute Freundschaft basiert auf Verlässlichkeit. Verabredungen ständig zu verschieben oder regelmäßig zu spät zu kommen erweckt den Eindruck, der andere wäre einem nicht so wichtig – ganz gleich, ob das stimmt oder nicht. Das Einhalten von Vereinbarungen sollte deshalb auch bei langjährigen Freunden zur Selbstverständlichkeit gehören.

4. Auf Ehrlichkeit setzen
Ehrlich währt am längsten – auch in der Freundschaft. Wenn einen also etwas am Verhalten des anderen stört, sollte man es offen ansprechen und erklären, was daran so schlimm für einen ist. Entscheidend ist dabei, auch den anderen zu Wort kommen zu lassen. Oft festigt so eine Aussprache die Freundschaft sogar, weil sie zeigt, wie wichtig man einander ist.

5. Unterschiede akzeptieren
Gleichzeitig gilt es auch, die Persönlichkeit des anderen zu akzeptieren, selbst wenn sie einen manchmal nervt. Ob man unternehmungslustig oder bequem, gesprächig oder schweigsam ist, macht einen Menschen grundlegend aus und lässt sich nicht so einfach ändern. Und oft sind es ja auch gerade die Unterschiede, die eine Freundschaft wertvoll machen und das eigene Leben bereichern.

6. Fehler verzeihen
Jeder macht hin und wieder Fehler – auch unter Freunden sollte man sich ein gelegentliches Fehlverhalten zugestehen und verzeihen können, wenn es dem andern leid tut. Der Freund hat den Geburtstag verschwitzt? Die Freundin hat einen ungerecht behandelt? Wer verzeihen kann, zeigt Größe.

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