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Familie 02/2019
Kinder im Schwimmkurs
© FatCamera /Getty Images

Schwimmen lernen: Lebenswichtiger Wasserspaß

Immer mehr Kinder in Deutschland können nicht schwimmen. Die dramatische Folge: Jahr für Jahr häufen sich die Meldungen über Badeunfälle. Ab wann sollten Kinder schwimmen lernen und wie können Eltern sie dabei unterstützen?

Mehr als die Hälfte der zehnjährigen Kinder hierzulande sind Nichtschwimmer.¹ Das ist eine alarmierende Zahl, denn ohne schwimmen zu können, verlieren Kinder im Wasser schnell die Orientierung und gehen in kürzester Zeit unter. Selbst im flachen Wasser – zum Beispiel im Planschbecken – besteht für sie ein hohes Risiko zu ertrinken, wenn sie mit dem Gesicht unter Wasser geraten. Was viele Eltern nicht wissen: Kinder zeigen beim Ertrinken zumeist keinerlei Abwehrverhalten – sie schreien nicht einmal um Hilfe, weil sie instinktiv vermeiden wollen, Wasser in den Mund zu bekommen. Auch Schwimmhilfen wie Schwimmreifen oder Schwimmsitze bieten keinen sicheren Schutz vor dem Ertrinken. Im Gegenteil: Für kleine Kinder ist es fast unmöglich, sich nach dem Kentern darin wieder aufzurichten.

Kinder früh ans Wasser gewöhnen

Auch das Platschen in der Wanne hilft, die Scheu vor dem Element Wasser abzubauen.

Es gibt also zahlreiche Gründe, warum Eltern dafür sorgen sollten, dass ihr Kind frühzeitig mit dem Element Wasser in Berührung kommt. Damit können sie schon im Babyalter beginnen, indem sie mit dem Kind in der Badewanne herumplanschen und Toleranz dafür erzeugen, dass auch mal Wasser ins Gesicht spritzt. Etwa ab dem zweiten Lebensjahr können Eltern ihr Kind in der Wanne ermuntern, auch mal mit dem Mund unterzutauchen und Luft auszublubbern oder sich in Bauch- und Rückenlage hinzulegen und ein wenig im Wasser zu schweben – natürlich immer unter Aufsicht. Viele Eltern besuchen mit ihrem Nachwuchs auch einen Babyschwimmkurs. Das ist sinnvoll, denn ein solcher Kurs wirkt sich durchaus positiv auf die geistige und motorische Entwicklung aus. Das spätere Verhalten im Wasser beeinflusst das Babyschwimmen allerdings kaum. Deshalb ist es umso wichtiger, auch nach dem Kurs regelmäßig mit dem Kind das Schwimmbad zu besuchen – am besten einmal pro Woche.

Das A und O: Regelmäßige Schwimmbadbesuche

Im Schwimmbad können Eltern mit ihrem Kind auf eigene Faust erste Schwimmübungen machen. Die größte Herausforderung ist für Kinder dabei zunächst die richtige Wasserlage: Meist hängen sie mit dem Kopf oben und den Füßen unten im Wasser, zumal Schwimmhilfen wie Schwimmreifen und Schwimmflügel diese Haltung vorgeben. Besser zum Schwimmenlernen geeignet sind deshalb eine Schwimmnudel oder ein Schwimmbrett. Mit diesen Hilfsmitteln können die elementaren Beinbewegungen gut geübt werden. Damit das Kind ein Gefühl für seinen Körper im Wasser entwickelt, sollte es sich hin und wieder aber auch ohne Hilfsmittel am Beckenrand entlanghangeln – die Eltern bleiben natürlich zur Sicherheit in der Nähe. Ebenso wichtig ist es, das Tauchen zu üben. Denn: Je sicherer sich das Kind auch unter Wasser fühlt, desto ruhiger bleibt es, wenn es zum Beispiel durch eine Welle ungeplant unter Wasser gerät. Schließlich darf auch das freie Spielen nicht zu kurz kommen, denn mit Spaß lernt sich alles deutlich leichter. Kurz: Kinder sollten die Möglichkeit haben, das nasse Element möglichst vielfältig zu erforschen, ob mit Schwimm- und Tauchübungen, Sprüngen vom Beckenrand oder einfach mal auf dem Rücken treibend.

Schwimmen lernen: Im Kurs oder von den Eltern?

Um Kindern Schwimmen beizubringen, ist viel Geduld erforderlich.

In der Regel wird ab dem sechsten oder siebten Lebensjahr mit dem ersten Schwimmkurs begonnen, da Kinder in diesem Alter in der Regel die nötigen koordinativen Fähigkeiten besitzen. Eltern, die selbst sichere Schwimmer sind, können auch auf eigene Faust mit ihrem Kind das Schwimmen üben. Sie sollten allerdings viel Geduld mitbringen und ihr Kind nicht überfordern. Für einen Schwimmkurs spricht, dass der Schwimmlehrer mehr Erfahrung darin hat, wie er die Schwimmbewegungen kindgerecht und in kleinen Schritten vermittelt. Und natürlich macht es den meisten Kindern mehr Spaß, wenn sie das Schwimmen zusammen mit Gleichaltrigen lernen. Nach dem erfolgreichen Schwimmlernkurs ist das Kind dann bereit für das erste Schwimmabzeichen: das Seepferdchen. Doch Achtung: Laut DLRG bedeutet das Seepferdchen-Abzeichen nur, dass ein Kind sich an das Wasser gewöhnt hat. Als sicherer Schwimmer gilt es erst, wenn es das Deutsche Jugendschwimmabzeichen in Bronze abgelegt hat. Erst dann kann es kurze Strecken sicher schwimmen und ist in der Lage, sich im und unter Wasser zu orientieren.

info image

Weitere Informationen zum Thema Schwimmenlernen finden Sie auf der Website kindergesundheit-info.de der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) sowie in der Broschüre „Sicherheit rund ums Wasser“ der DLRG.

(1) Quelle: Studie der DLRG

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