Rubrik Navigation

Vorheriger Rubrik
Familie
Nächste Rubrik
Familie 02/2019
Kinder auf dem Schulweg Aktuelle Ausgabe
© FatCamera /Getty Images

Endlich ABC-Schütze: So üben Sie den Schulweg mit Ihrem Kind

Der erste Schultag ist für Kinder und Eltern ein bedeutsames Ereignis. Neben aller Freude besteht aber auch Unsicherheit: Wie lernen die Kleinen, den Schulweg heil zurückzulegen? Ab wann dürfen sie allein gehen? Lesen Sie hier die wichtigsten Tipps.

In die Schule zu kommen bedeutet für Kinder, viel Neues zu lernen – dazu gehört neben Lesen, Schreiben und Rechnen auch, sich sicher im Straßenverkehr zu bewegen, um heil zur Schule und zurück zu gelangen. Vieles, was für uns Erwachsene selbstverständlich ist, überfordert Fünf- bis Sechsjährige zunächst noch. Eltern sollten mit ihren Kindern deshalb rechtzeitig vor dem ersten Schultag beginnen, den Schulweg zu üben.

Für Kinder lauern im Straßenverkehr viele Hindernisse

Kindern fällt es noch schwer, Entfernungen und Geschwindigkeiten einzuschätzen.

Schulanfänger sind im Straßenverkehr besonders gefährdet. Das liegt zum einen an ihrer Körpergröße: Oft können sie aus ihrer Perspektive Verkehrssituationen nicht vollständig überschauen – und auch andere Verkehrsteilnehmer übersehen die Kleinen an unübersichtlichen Stellen allzu leicht. Zum anderen fehlen jungen Schulkindern noch wichtige Fähigkeiten, um sich sicher im Straßenverkehr zu bewegen: So haben sie Schwierigkeiten, Entfernungen und Geschwindigkeiten einzuschätzen, und brauchen etwa 2,5 Mal so lange wie ein Erwachsener, um auf eine gefährliche Situation zu reagieren. Darüber hinaus fehlt ihnen das nötige Gefahrenbewusstsein und sie denken noch sehr ichbezogen. Ihre Überzeugung lautet: Wenn ich das Auto sehe, dann sieht es mich auch.

Den Schulweg genau festlegen und in Ruhe üben

Angesichts dessen ist es wichtig, dem Nachwuchs konkrete Regeln für den Schulweg mitzugeben und das richtige Verhalten intensiv zu üben. Dazu überlegen sich Eltern am besten zunächst sorgfältig, welche Strecke sich anbietet und welche Gefahren dort lauern könnten. Einige Wochen vor der Einschulung sollten sie dann den Weg in aller Ruhe gemeinsam mit dem Kind abgehen, ihm zeigen, wo und wie es die Straße überqueren soll, und es auf Gefahrenpunkte hinweisen. Es empfiehlt sich, den Weg so wirklichkeitsnah wie möglich zu üben, also den Hinweg morgens und den Rückweg mittags oder nachmittags, da sich die Verkehrslage je nach Tageszeit stark unterscheiden kann. Fünf bis zehn Mal sollte die Strecke mindestens gemeinsam abgegangen werden. Alle schwierigen Situationen müssen dabei einzeln geübt werden, denn Kinder nehmen jede Situation anders wahr und können Verhaltensweisen noch nicht auf andere Situationen übertragen. Das Kind muss zudem wissen, dass der abgesprochene Weg verbindlich ist – es darf keine andere Strecke wählen.

Ab wann sollte das Kind allein zur Schule gehen?

Eltern sollten ihr Kind auch nach Schulbeginn noch eine Weile begleiten.

Mit der Einschulung ist die Zeit des Übens aber noch nicht vorbei. Eltern sollten ihr Kind auch nach Schulbeginn noch eine Weile begleiten und kontrollieren, ob es sich wie eingeübt verhält. Ebenso sollten sie die Strecke routinemäßig auf neue Gefahrenstellen wie zum Beispiel Baustellen überprüfen. Bewegt sich der Nachwuchs irgendwann sicher auf dem Schulweg, sollte man ihn dann aber auch allein gehen lassen, denn nur so können Kinder Selbstständigkeit und Selbstvertrauen entwickeln. Wann dieser Zeitpunkt gekommen ist, hängt von Faktoren wie der Reife des Kindes, aber auch der Länge und Gefährlichkeit des Schulwegs ab. Mit dem Fahrrad sollten Erstklässler übrigens noch nicht zur Schule fahren. Denn: Auch wenn sie ihr Fahrrad rein spielerisch beherrschen, bedeutet das noch nicht, dass sie am Straßenverkehr teilnehmen können. Dies lernen sie in der schulischen Radfahrausbildung, in der Regel in der dritten und vierten Klasse.

Tipps für einen sicheren Schulweg

Mit ein bisschen Übung lernen Kinder schnell, wo Gefahren lauern und wie sie sich auf dem Schulweg richtig verhalten. Auf Nummer sicher gehen Eltern mit folgenden Tipps:

Sicherheit vor Schnelligkeit
Der kürzeste Weg ist nicht immer der sicherste. Wählen Sie eine kinderfreundliche Fußwegroute zur Schule oder Bushaltestelle. Versuchen Sie dabei, den Weg aus der Perspektive des Kindes zu sehen: Welche Stellen sind unübersichtlich? Wo gibt es problematische Überquerungen? Worauf muss man dort besonders achten? Viele Schulen, Städte und Gemeinden bieten einen sogenannten Schulwegplan an, auf dem gefährliche Stellen markiert und sichere Alternativen vorgeschlagen werden.

Klare Regeln aufstellen
Definieren Sie gemeinsam mit dem Kind feste Regeln, zum Beispiel eine Ein-Schritt-Stopp-Linie vor der Bordsteinkante. Beim Üben des Schulwegs können Sie diese Linie mit Kreide markieren. Grundsätzlich sind kurze und knackige Regeln viel einprägsamer als lange Erklärungen. Üben Sie deshalb beispielsweise Kommandos wie „Rot – Stopp!“ oder „Zebrastreifen – warten!“. Und setzen Sie auf positive Aussagen: „Immer auf dem Fußweg bleiben“ ist leichter zu lernen als „Nicht auf die Straße laufen“.

Mit gutem Beispiel vorangehen
Kinder lernen am Vorbild der Eltern. Gehen Sie daher selbst nie bei Rot über die Straße, nutzen Sie am besten immer einen Ampelübergang oder Zebrastreifen und halten Sie auch mit Auto und Fahrrad immer an, wenn Sie dort einen Fußgänger warten sehen. Kurz: Beachten Sie die Verkehrsregeln – und zwar ohne Ausnahme.

Wer fragt, weiß mehr
Spielerisch prägen sich Kinder wichtiges Wissen mit einem kleinen Quiz ein: Denken Sie sich Fragen zum Schulweg aus und spielen Sie verschiedene Situationen gedanklich mit dem Nachwuchs durch. Wie verhalte ich mich, wenn die Ampel auf halber Strecke rot wird? Was tue ich, wenn ich plötzlich meine Freunde auf der anderen Straßenseite entdecke? Oder Sie drehen den Spieß einfach mal um: Lassen Sie sich von Ihrem Kind zur Schule bringen und die Gefahrenstellen erklären.

Sehen und gesehen werden
Kinder in heller Kleidung sind für Autofahrer viel besser zu sehen, gerade wenn es morgens noch dunkel ist. Am Schulranzen und im besten Fall auch an der Kleidung sollten Reflektoren angebracht sein. In unserer Rubrik Kinderwelt haben wir für Sie die wichtigsten Punkte zum Thema Sichtbarkeit im Straßenverkehr zusammengetragen.

Keinen Fremden vertrauen
Nicht nur im Straßenverkehr lauern Gefahren – auch Mitmenschen sind leider nicht immer vertrauenswürdig. Zum Erlernen des Schulwegs gehört es deshalb auch, dem Nachwuchs zu vermitteln, dass er nicht mit Fremden mitgehen oder zu ihnen ins Auto steigen darf. Besprechen Sie solche Szenarien und erklären Sie Ihrem Kind, wie und wo es Hilfe findet. So kann man zum Beispiel sogenannte Sicherheitsinseln auf dem Schulweg festlegen – Geschäfte oder Cafés mit Mitarbeitern, an die es sich wenden kann.

info image

Tipp

In einem umfangreichen Schulwegratgeber hat der ADAC alle wichtigen Infos rund um einen sicheren und gesunden Start in die Schulzeit für Eltern anschaulich aufbereitet.

Ayurvedisches Essen aus dem Ofen
Vorheriger artikel
Ayurveda im Alltag: So einfach geht’s
Familie packt Koffer für den Urlaub
Nächster artikel
Reisekrankenversicherung: So wird Ihr Urlaub sicher entspannt

Newsletter bestellen und informiert bleiben

Aktiv-Prämie, erweiterte Früherkennungs- und Vorsorgeangebote, Fitnessstudio-Rabatte oder Ernährungskurse: In vollem Umfang von unseren zahlreichen Zusatzleistungen und Angeboten profitieren kann nur, wer informiert bleibt. Abonnieren Sie hier unseren kostenlosen Newsletter und lassen Sie sich bis zu 4 x jährlich über Leistungs- und Serviceangebote sowie rund um die Themen Sport, Familie oder Gesundheit im Job informieren.

Mitglieder werben Mitglieder

Sie sind zufrieden mit der BKK Mobil Oil? Dann empfehlen Sie uns doch einfach weiter. Als Dankeschön erhalten Sie für jedes geworbene Mitglied von uns 20,00 Euro.