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Work & Life 02/2019
Gelangweilte Frau im Buero
© Deagreez / Getty Images

Glück und Beruf: Mein Job ist nur ein Job – na und?

Sich im Beruf zu verwirklichen – das wünschen sich viele. Doch ist es für unser Glück tatsächlich wichtig? Bestsellerautor Volker Kitz ist überzeugt, dass Leistung und Zufriedenheit zunehmen, wenn wir falsche Erwartungen an den Job ablegen.

Die meisten von uns verbringen einen großen Teil ihrer wertvollen Lebenszeit mit Arbeit. Da liegt es im Grunde auf der Hand, sein persönliches Glück im Beruf zu suchen und einen Job anzustreben, in dem man sich selbst verwirklichen kann. Diese unermüdliche Suche nach Sinn und Erfüllung im Beruf gerät jedoch oft zur Lebensaufgabe. Besteht unser Job vorrangig aus Routineaufgaben, empfinden wir ihn als unattraktiv und sind oft unglücklich damit. Ist ein Berufswechsel dann die einzige Lösung? In seinem Buch „Feierabend! Warum man für seinen Job nicht brennen muss“ vertritt der Autor Volker Kitz die Überzeugung, dass es nicht die Arbeit selbst ist, die Unzufriedenheit schafft, sondern falsche Vorstellungen davon. Im Interview hat er uns seine Thesen erläutert.

Autor Volker Kitz
Autor Volker Kitz

Mobil-e: Herr Kitz, wie wichtig ist der Beruf Ihrer Meinung nach für ein erfülltes Leben?

Volker Kitz: Zunächst einmal ist für die meisten Menschen Arbeit notwendig, um überhaupt leben zu können. Sie verdienen damit ihren Lebensunterhalt. Es ist ein Tausch von Zeit gegen Geld. Einige wenige Leute finden in der Arbeit darüber hinaus den Sinn ihres Lebens, die Erfüllung ihres Lebens. Ob sie damit insgesamt zufriedener sind als die anderen, ist schwer zu sagen. Denn wenn die Arbeit mein Lebensinhalt ist, wer bin ich dann am Wochenende? Im Urlaub? Im Ruhestand? Es gibt Menschen, die für ihre Arbeit brennen und trotzdem mit ihrem Leben insgesamt unzufrieden sind. Und es gibt Menschen, die ihre Arbeit nüchtern betrachten und mit ihrem Leben insgesamt zufrieden sind. Die Masse der Menschen macht ihre Arbeit gut und findet sie auch ganz in Ordnung. Sie leidet einzig und allein darunter, dass sie oft eingeredet bekommt, von Stellenanzeigen, Medienberichten und Vorgesetzten: Das reicht nicht! Wenn du bei der Arbeit nicht jeden Tag vor Erfüllung und Leidenschaft platzt, machst du etwas falsch. Das ist verheerend.

Mobil-e: Sie sagen, dass wir besser und zufriedener arbeiten, wenn wir für unseren Job nicht brennen – warum ist das so?

Volker Kitz: Aus irgendeinem Grund hat sich in vielen Köpfen der Glaubenssatz festgesetzt, wer mit Leidenschaft arbeitet, würde automatisch gut arbeiten. Das ist Quatsch. Man muss sich nur einmal eine Castingshow anschauen: Viele singen mit sehr viel Leidenschaft sehr schlecht. Es gibt keine zwingende Verbindung zwischen Leidenschaft und Können. Oft macht man seine Arbeit mit einem Schuss professioneller Distanz viel besser. Man ist besonnener, sorgfältiger, aufmerksamer, kann besser urteilen. Ein Anwalt würde sich zum Beispiel in einer wichtigen Angelegenheit niemals selbst vertreten, ein Arzt operiert ungern nahe Angehörige. Weil die professionelle Distanz fehlt.

Mobil-e: Wie vermeidet man, dass man vom Chef oder Kollegen als faul abgestempelt wird, wenn man im Gegensatz zu ihnen „Dienst nach Vorschrift“ macht?

Volker Kitz: Dienst nach Vorschrift, wie ich ihn in meinem Buch beschreibe, bedeutet nichts Negatives. Es bedeutet, dass jemand sein Arbeitspensum mit gutem Ergebnis erledigt. Braucht jemand dafür weniger Zeit als andere, nennt man das Effizienz. Manche sind stolz darauf, für eine Aufgabe besonders lange zu brauchen, bis abends spät, oder am Wochenende daran zu sitzen. Das ist aber nichts, worauf man sich etwas einbilden müsste. Wer schnell und gut arbeitet, darf gegenüber Kollegen und Vorgesetzten ruhig selbstbewusst auftreten.

Mobil-e: Wie kann man sich darüber klar werden, ob der eigene Job der richtige ist, obwohl er vielleicht nicht der „Traumjob“ ist?

Volker Kitz: Ich kann mich fragen, welchen Beitrag ich für die Gesellschaft leiste. Viele legen heute sehr viel Wert auf den Sinn ihrer Arbeit, völlig zu Recht. Aber wir dürfen die Sinnschraube nicht überdrehen. Auch in naheliegenden, alltäglichen Aufgaben liegen unverzichtbare Beiträge für die Gesellschaft. Es ist nicht nur sinnvoll, in Afrika eine Schule zu gründen – sondern auch, mit einer Teilzeitstelle in Hannover Kindern das Lesen beizubringen. Es ist nicht nur sinnvoll, den eigenen Biobauernhof zu betreiben – sondern auch, den Menschen in einer Bäckerei im wahrsten Sinne des Wortes ihr täglich Brot zu verkaufen.

Mobil-e: Und wie erkennt man, dass der eigene Beruf vielleicht doch nicht der richtige für einen ist?

Volker Kitz: Merke ich, dass meine Arbeit ganz grundsätzlich nicht meinen Fähigkeiten entspricht oder dass an meinem Arbeitsplatz Persönlichkeiten aufeinandertreffen, die beim besten Willen nicht miteinander auskommen – dann sollte ich tatsächlich über einen Wechsel nachdenken. Es spricht auch nichts dagegen, verschiedene Tätigkeiten auszuprobieren, wenn man die Möglichkeit dazu hat. Nur sollte man nicht einem Phantom nachjagen: Spiel, Spaß, Spannung, jeden Tag angenehme Herausforderungen, niemals Routine, niemals Überforderung, nur nette Menschen um mich herum, kein Kontakt zu schwierigen Menschen – und das alles bei hervorragender Bezahlung. So etwas gibt es nur im Märchen.

Verlosung: „Feierabend! Warum man für seinen Job nicht brennen muss“

Buchcover Feierabend
© Fischer Verlag

In seinem Buch „Feierabend! Warum man für seinen Job nicht brennen muss“ veranschaulicht Volker Kitz auf unterhaltsame Weise, warum wir besser und zufriedener arbeiten, wenn wir die Arbeitswelt realistisch betrachten. Wir verlosen drei Exemplare dieser zum Nachdenken anregenden Streitschrift. Nutzen Sie Ihre Chance, indem Sie einfach das Gewinnspielformular ausfüllen. Teilnahmeschluss ist der 31.07.2019. Wir drücken Ihnen die Daumen.

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