Rubrik Navigation

Vorheriger Rubrik
Ernährung
Nächste Rubrik
Ernährung 02/2019
Ayurvedisches Essen aus dem Ofen Aktuelle Ausgabe
© GMVozd / Getty Images

Ayurveda im Alltag: So einfach geht’s

Ayurveda soll den Stoffwechsel ankurbeln, Körper und Geist ins Gleichgewicht bringen und so die Grundlage für ein gesundes Leben schaffen. Expertin Dana Schwandt gibt Tipps, wie sich ayurvedische Ernährung im Alltag umsetzen lässt.

Eine vollwertige und typgerechte Ernährung ist aus ayurvedischer Sicht die Grundlage für ein gesundes und glückliches Leben. Viele Menschen, die Interesse an Ayurveda haben, sind jedoch von der Komplexität der traditionellen indischen Gesundheitslehre abgeschreckt. Sie fürchten, dass sich das jahrtausendealte Konzept im oft stressigen Alltag kaum umsetzen lässt. Dana Schwandt möchte ihnen zeigen, dass ayurvedische Ernährung kein Hexenwerk ist. In ihrem Buch „Dein Neuanfang mit Ayurveda“ verrät die Expertin für Ayurveda und Gewohnheitstraining, wie man die Prinzipien leicht in sein tägliches Leben integrieren kann. Wir haben sie gebeten, uns mehr über ihren modernen Ansatz zu erzählen.

Ayurveda-Expertin Dana Schwandt
Ayurveda-Expertin Dana Schwandt
© Grit Siwonia

Mobil-e: Frau Schwandt, inwiefern kann man davon profitieren, sich ayurvedisch zu ernähren?

Dana Schwandt: Für mich ist der größte Nutzen, dass wir aus der allgemein vorherrschenden Verwirrung rund um das Thema Ernährung aussteigen können, um unserem Körper wieder das zu geben, was er wirklich braucht. Der Körper kommuniziert permanent mit uns. Ayurveda hilft uns dabei, wieder zu erlernen, diese Zeichen zu deuten. Das macht alles viel einfacher, denn wir verfolgen kein abstraktes Ernährungskonzept, das sich irgendwer ausgedacht hat, sondern folgen dem, was unser Körper uns sagt. Und das wiederum ist die optimale Ausgangslage für einen Stoffwechsel im Gleichgewicht.

Mobil-e: Was sind für Sie die wichtigsten Punkte bei der ayurvedischen Ernährung?

Dana Schwandt: Viele denken bei Ayurveda vor allem an die Konstitutionstypen, die sogenannten Doshas. Diese beschreiben die drei Lebensenergien Pitta, Vata und Kapha, die jeder Mensch in unterschiedlicher Ausprägung besitzt, und sind unglaublich aufschlussreich. Dennoch sind die wichtigsten Punkte im Ayurveda in meinen Augen andere. Das A und O ist für mich die Ernährungsstruktur. Ich sage gern: Wenn wir das Fundament noch nicht gegossen haben, brauchen wir uns noch nicht mit der Farbe der Gardinen zu beschäftigen. Die Doshas zählen eher zur Farbe der Gardinen. Das Fundament ist, erst mal eine Struktur zu erschaffen und darüber unsere Intuition zu schulen.

Mobil-e: Worauf kommt es bei der Ernährungsstruktur an?

Dana Schwandt: Das Wichtigste ist, dreimal am Tag eine wertvolle, leicht verdauliche Mahlzeit zu essen, und dazwischen möglichst nicht zu snacken. Das Snacken ist etwas, das den Körper unglaublich belastet und den Stoffwechsel kolossal durcheinanderbringt. Es gibt also Mahlzeitenpausen, in denen wir nur Wasser oder Tee trinken. Die Pause zwischen der letzten und der ersten Mahlzeit wünschen wir uns 13 Stunden oder länger. Ein weiterer sehr wichtiger Aspekt in dieser Struktur ist es, die Hauptmahlzeit vom Abend wieder auf den Mittag zu legen, so wie es bei Oma war. Unsere Verdauungskraft ist zwischen 10 und 14 Uhr am stärksten, da kann unser Körper einiges vertragen. Abends hingegen, wenn die meisten von uns ihre Hauptmahlzeit essen, hat er diese Kraft nicht mehr. Ignorieren wir das, schlafen wir schlechter und nehmen vielleicht auch zu, vor allem aber hindern wir unseren Körper daran, seine natürliche Detox- und Regenerationsphase zu nutzen. Und das wiederum hat mittelfristig zur Folge, dass wir verschlacken und davon krank werden können.

Mobil-e: Ayurveda ist komplex – wie schafft man es, die Inhalte im Alltag umzusetzen?

Dana Schwandt: Mein oberstes Gebot lautet: Nicht komisch werden! Wir alle sind heimliche Perfektionisten. Wir wollen es so gern richtig machen und am liebsten von heute auf morgen alles etabliert haben, was wir uns vornehmen. Nur leider funktioniert unser System so nicht. Gewohnheiten sind tief in unserem Verstand gespeichert. Um sie zu ändern, braucht es Zeit. Es ist, als würden wir im Dickicht einen neuen Weg anlegen – das ist auch erst mal mühsam und langwierig. Für unser System ist es da manchmal attraktiver, den alten, ausgetretenen Pfad zu nehmen. Und das ist auch okay. Für diesen Fall müssen wir uns wappnen – und zwar nicht mit Selbstentwertung oder sogar Scham, wie wir es oft tun, sondern mit Milde und Selbstfürsorge: Es ist völlig in Ordnung, dass wir immer mal wieder auf die Nase fallen und nicht von heute auf morgen alles perfekt machen.

Mobil-e: Was ist noch wichtig?

Dana Schwandt: Ich würde sagen: Offenheit. Manchmal finden wir heraus, dass wir uns einen Alltag geschaffen haben, der überhaupt nicht dem entspricht, was wir eigentlich brauchen. In diesem Fall geht das Ändern von Gewohnheiten möglicherweise weit über die Ernährungsstruktur hinaus – sie betrifft dann auch Familienrituale, Schlafgewohnheiten und vielleicht sogar unseren Job. Das sind natürlich große Themen, und es erfordert Mut und Geduld, sie anzugehen. Ich finde es hilfreich, sich dann klar vor Augen zu führen, was in der Waagschale liegt – nämlich die Aussicht darauf, sich jünger zu fühlen, je älter wir werden.

Mobil-e: Wie gelingt es, ayurvedische Ernährung auf Dauer zur Gewohnheit zu machen?

Dana Schwandt: Wie schon gesagt: Ganz wichtig ist es, seine Ansprüche nicht so hochzuschrauben. Ein sehr kraftvolles Tool, das uns dabei helfen kann, ist die „Vier von sieben“-Regel: Für unser System wird eine Handlung zu einer Gewohnheit, wenn wir sie öfter tun, als dass wir sie nicht tun. Beziehen wir das auf eine Woche, reichen vier Tage vollkommen aus. So können wir, wenn wir zum Beispiel unsere Ernährungsstruktur ändern wollen, einfach mit vier Tagen beginnen: An vier von sieben Tagen nehme ich die Hauptmahlzeit mittags zu mir und esse abends früher und leichter – an den anderen drei Tagen mache ich weiter wie zuvor. Das gibt unserem Verstand einerseits die Möglichkeit, einen neuen Normalzustand zu implementieren. Andererseits hilft es uns, den Druck aus dem System zu nehmen.

Mobil-e: Welche Tipps hinsichtlich ayurvedischer Mahlzeiten haben Sie für Einsteiger?

Dana Schwandt: Meine wichtigste Devise lautet „leicht verdaulich“. Denn: Alle Arbeit, die wir in der Küche schon leisten, nehmen wir unserem Körper ab. Kochen wir unser Essen auf dem Herd, muss der Körper die Nahrung nicht mehr erwärmen. Das ist auch der Grund, warum wir im Ayurveda gegarte Nahrung bevorzugen. Morgens ist es zum Beispiel für die meisten von uns optimal, mit einem warmen Getreidebrei zu starten. Super ist zum Beispiel das klassische Porridge. Eine Besonderheit im Ayurveda ist, dass wir das Obst, das wir dazu essen, am besten mitdünsten oder braten, da es sich roh schlecht mit anderen Nahrungsmitteln verträgt. Mittags liebe ich zum Beispiel Kichari. Das ist ein ausgewogenes und gleichzeitig leicht verdauliches ayurvedisches Gericht aus Linsen, Reis, Gemüse und reichlich Gewürzen wie Ingwer, Kreuzkümmel, Kurkuma und Co. Das Tolle ist, man kann alles in einen Topf geben und 20 Minuten später ist ein köstliches Mittagessen fertig. Und zwar ohne dass man die ganze Zeit danebenstehen muss. Abends empfiehlt Ayurveda, den Schwerpunkt auf Gemüse zu legen, da es sehr leicht zu verdauen ist. Ideal sind Suppen und Eintöpfe jeglicher Art. Ich finde das super praktisch, denn das sind Gerichte, die man gut vorbereiten kann, sodass immer etwas fertig ist, wenn man hungrig von der Arbeit kommt. Das reduziert auch das Risiko, sich doch schnell eine Pizza in den Ofen zu schieben.

Verlosung: „Dein Neuanfang mit Ayurveda“

Buchcover Dein Neuanfang mit Ayurveda
© riva Verlag

Wie werde ich schlechte Gewohnheiten los? Wie optimiere ich meinen Stoffwechsel und beuge Krankheiten vor? Wie kann ich meine Ernährung an meinen Stoffwechseltyp anpassen und mich dauerhaft gut fühlen? Antworten auf diese und viele weitere Fragen gibt Autorin Dana Schwandt in ihrem Buch „Dein Neuanfang mit Ayurveda“. Wir verlosen drei Exemplare des informativen Ratgebers. Nutzen Sie Ihre Chance, indem Sie einfach das Gewinnspielformular ausfüllen. Teilnahmeschluss ist der 31.07.2019. Wir drücken Ihnen die Daumen.

info image

Tipp

Noch mehr Informationen zur indischen Heillehre Ayurveda finden Sie im Artikel „Ayurveda: Mit der passenden Ernährung gesünder leben?“ in der Mobil-e-Ausgabe 03/2017.

Kundenbewertung durch Sterne
Vorheriger artikel
Ihre Meinung ist gefragt: Werden Sie Interviewpartner
Kinder auf dem Schulweg
Nächster artikel
Endlich ABC-Schütze: So üben Sie den Schulweg mit Ihrem Kind

Newsletter bestellen und informiert bleiben

Aktiv-Prämie, erweiterte Früherkennungs- und Vorsorgeangebote, Fitnessstudio-Rabatte oder Ernährungskurse: In vollem Umfang von unseren zahlreichen Zusatzleistungen und Angeboten profitieren kann nur, wer informiert bleibt. Abonnieren Sie hier unseren kostenlosen Newsletter und lassen Sie sich bis zu 4 x jährlich über Leistungs- und Serviceangebote sowie rund um die Themen Sport, Familie oder Gesundheit im Job informieren.

Mitglieder werben Mitglieder

Sie sind zufrieden mit der BKK Mobil Oil? Dann empfehlen Sie uns doch einfach weiter. Als Dankeschön erhalten Sie für jedes geworbene Mitglied von uns 20,00 Euro.