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Ausgabe 02/2018
Gesundheit 02/2018
Frau mit Endometriose hält sich schmerzenden Bauch
© Sebastian Gorczowski / Getty Images

Endometriose: Wenn die Regelschmerzen zur Qual werden

Starke, oft krampfartige Schmerzen im Unterleib sind für Frauen während der Regel nicht ungewöhnlich. Manchmal verbirgt sich hinter den unspezifischen Symptomen jedoch eine Endometriose. Wie erkennt man sie und was kann man dagegen tun?

Obwohl viele Frauen noch nie davon gehört haben, ist Endometriose eine der häufigsten gynäkologischen Erkrankungen: Offiziellen Schätzungen zufolge sind 5 bis 15 Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter davon betroffen.¹ Aber was verbirgt sich überhaupt hinter dem Begriff Endometriose und welche Symptome deuten auf eine Erkrankung hin?

Endometriose ist gutartig, aber oft schmerzhaft

Endometriose ist eine chronische, aber gutartige Erkrankung. Ihr Name leitet sich vom medizinischen Begriff für die Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) ab. Normalerweise kleidet diese nur das Innere der Gebärmutter aus. Bei Frauen, die an Endometriose leiden, siedelt sie sich jedoch auch außerhalb der Gebärmutter an. Betroffen sind häufig die Eierstöcke, die Gebärmuttermuskulatur, die Blase oder der Darm, doch auch an jeder anderen Stelle im Körper kann das Gewebe wachsen. Im Verlauf jedes Monatszyklus baut sich auch die Schleimhaut der Endometrioseherde außerhalb der Gebärmutter auf und wieder ab. Blut und Gewebereste können jedoch nicht abfließen, sodass Entzündungen entstehen und sich oft auch Zysten sowie Vernarbungen und Verwachsungen bilden. Diese können Schmerzen verursachen und unbehandelt langfristig zu Unfruchtbarkeit führen. Wie es zu der Krankheit kommt, ist bislang unbekannt. Experten halten es für möglich, dass bei Betroffenen das Zusammenspiel der Hormone oder das Immunsystem gestört ist. Ebenso könnten genetische Faktoren eine Rolle spielen.

Unklare Symptome erschweren die Diagnose

Typisch für Endometriose ist es, wenn die Beschwerden zyklusabhängig stärker werden und dann wieder abnehmen oder verschwinden.

Eine Endometriose zu erkennen ist auch für Mediziner nicht leicht, da sich die Symptome kaum von harmlosen Vorgängen im Körper abgrenzen lassen – immerhin haben viele Frauen mit mehr oder weniger starken Regelschmerzen zu kämpfen. Typisch für Endometriose ist es, wenn Beschwerden wie Unterleibskrämpfe, Rückenschmerzen sowie Schmerzen beim Stuhlgang, Wasserlassen und Geschlechtsverkehr jeden Monat zyklusabhängig stärker werden und dann wieder abnehmen oder verschwinden. Der Höhepunkt liegt dabei ein bis drei Tage vor dem Einsetzen der Regelblutung. Oft wird Endometriose erst erkannt, wenn es einer Frau trotz Kinderwunsch länger nicht gelingt, schwanger zu werden. Das bedeutet aber nicht, dass jede erkrankte Frau unfruchtbar ist. Besteht der Verdacht auf Endometriose, führt der Frauenarzt zunächst eine Tast- und Ultraschalluntersuchung durch. Da diese äußerlichen Untersuchungsverfahren nur selten klare Ergebnisse liefern, kommen Betroffene meist nicht um einen operativen Eingriff herum. Im Zuge einer Bauchspiegelung wird dabei eine Gewebeprobe entnommen und untersucht. Sollte sich eine Endometriose bestätigen, kann während der OP direkt mit der chirurgischen Therapie begonnen werden.

Wie wird Endometriose behandelt?

Grundsätzlich gilt: Je früher Endometriose erkannt und behandelt wird, desto besser sind die Chancen auf Heilung. Bei der Behandlung gibt es verschiedene medikamentöse und operative Möglichkeiten, die einzeln angewendet oder kombiniert werden können. Welche Therapie individuell am besten geeignet ist und ob die Einnahme von Schmerzmitteln nötig ist, entscheidet der behandelnde Frauenarzt gemeinsam mit seiner Patientin. Bei der Entscheidung spielen vor allem das Ausmaß der Beschwerden und die Lokalisation der Endometrioseherde eine Rolle, aber auch das Alter und ein eventuell bestehender Kinderwunsch. Schmerzlindernd können auch Sport, Entspannungsübungen und Akupunktur wirken. Vorbeugen lässt sich Endometriose nach dem heutigen Wissensstand nicht. Frauen können jedoch dazu beitragen, dass die Diagnose möglichst früh erfolgt. Wer längere Zeit unter Schmerzen leidet, die sich in Abhängigkeit vom Menstruationszyklus verstärken und abschwächen, sollte auch an eine Endometriose denken und seinen Frauenarzt auf eine mögliche Erkrankung ansprechen.

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Mehr Infos zum Thema Endometriose

Das Frauengesundheitsportal der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bietet umfangreiche Informationen zum Thema Endometriose und weiteren gynäkologischen Erkrankungen. Zahlreiche Links zu weiterführenden Informationen runden das Angebot ab. Als Selbsthilfeorganisation vertritt die Endometriose-Vereinigung Deutschland e.V. die Interessen an Endometriose erkrankter Menschen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Aufklärung sowie die Beratung und Begleitung beim Umgang mit der Erkrankung.

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