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Fitness 02/2017
Sportlerin mit Kompressionskleidung
© bogdankosanovic / Getty Images

Kompressionsbekleidung für Sportler

Seit einiger Zeit schwören viele Sportler auf ordentlich Druck zur Leistungssteigerung – zumindest, wenn er durch Kompressionsbekleidung ausgeübt wird. Venenspezialist Dr. Jörg Zajitschek erläutert, was sie bewirkt und für wen sie sinnvoll ist.

Männer und Frauen mit hautengen Hosen und knallbunten Kniestrümpfen sind aktuell keine Seltenheit unter den Joggern im Park: Nicht nur Profis, sondern auch immer mehr Freizeitsportler setzen auf die positiven Effekte von Kompressionsbekleidung wie Lauftights und Strümpfen. Wir haben den Hautarzt und Venenspezialisten Dr. Jörg Zajitschek befragt, welche Effekte die strammen Teile haben und wer von ihnen profitieren kann.

Mobil-e: Herr Dr. Zajitschek, wie wirken Kompressionsstrümpfe auf den Organismus?

Dr. Jörg Zajitschek: Medizinische Kompressionsstrümpfe, die zum Beispiel bei der Behandlung von Krampfadern oder Thrombosen in den Beinen ihren Einsatz finden, stützen und entlasten das Bindegewebe und die Muskulatur. Sie üben einen permanenten Druck auf die Waden aus und unterstützen so die Venen dabei, das Blut zurück zum Herzen zu transportieren. Auch das Lymphsystem wird angeregt, die Beine schwellen weniger oder gar nicht mehr an.

Mobil-e: Was unterscheidet Kompressionsbekleidung für Sportler von der medizinischen Variante?

Dr. Jörg Zajitschek: Medizinische Kompressionsstrümpfe werden ärztlich verschrieben. Sie üben an bestimmten Stellen des Beines einen genau definierten Druck aus. Die Höhe des Kompressionsdrucks richtet sich dabei nach dem Krankheitsgrad des Patienten. Kompressionsbekleidung für Sportler ist ohne Verschreibung erhältlich. Ihre Wirkung ähnelt grundsätzlich der medizinischen Variante, allerdings ist der ausgeübte Druck weniger stark. Dennoch ist es natürlich wichtig, dass sie gut passt, also weder rutscht noch einschnürt.

Mobil-e: Welche Effekte hat Kompressionsbekleidung beim Sport?

Dr. Jörg Zajitschek: Die Studienlage hierzu ist aktuell leider noch recht unübersichtlich. Nachgewiesen ist, dass Sportler mithilfe von Kompressionsstrümpfen und -tights den venösen Abfluss des Bluts aus dem Bein verbessern können. Ob das zu einer Steigerung der Leistungsfähigkeit führt, ist objektiv sehr schwierig zu messen. Es gibt aber Anzeichen, dass sich zum Beispiel die Laufgeschwindigkeit und die Belastungszeit verbessern. Viele Sportler – auch im Profibereich – wenden Kompressionsbekleidung zudem im Anschluss an intensive Trainingseinheiten und Wettkämpfe an. Sie versprechen sich davon eine schnellere und bessere Regeneration. Dazu gibt es allerdings keine signifikanten Studienergebnisse. Sicherlich spielt hier aber auch ein subjektives Empfinden hinein, da weniger Muskelkater auftritt und schwere Beine ausbleiben. Ähnlich ist es bei Sportlern, die bereits vor dem Training Kompressionsbekleidung tragen: Sie fühlen sich oft sicherer und stabiler. Zudem beschreiben sie das Gefühl einer besseren muskulären Vorspannung. Auch bei diesen Effekten spielt die psychische Komponente zweifelsfrei eine Rolle.

Mobil-e: Für welche Sportarten ist Kompressionsbekleidung besonders geeignet?

Dr. Jörg Zajitschek: Vor allem bei Ausdauersportarten wie Laufen, Radfahren oder Triathlon kann man von den oben beschriebenen Effekten profitieren. Aber auch im Fußball und im Wintersport tragen immer mehr Profis und Hobbysportler Kompressionsbekleidung.

Mobil-e: Worauf sollten Sportler beim Kauf von Kompressionsbekleidung achten?

Dr. Jörg Zajitschek: Das A und O ist die richtige Passform. Sie wird in erster Linie vom Wadenumfang bestimmt, der an der Stelle des größten Umfangs gemessen wird. Während des Messens sollte die Muskulatur nicht angespannt sein. Wer sich im Übergangsbereich zwischen zwei Größen befindet, sollte tendenziell eher die kleinere Größe nehmen, da die Strümpfe auf keinen Fall rutschen sollten. Außerdem ist es ratsam, beim Kauf darauf zu achten, dass der Hersteller über eine ausreichende Erfahrung im Bereich der Kompressionsbekleidung für Sportler verfügt.

Mobil-e: Eignet sich Kompressionsbekleidung für jeden Sportler oder gibt es Menschen, die darauf verzichten sollten?

Dr. Jörg Zajitschek: Wer unter Durchblutungsstörungen und Herzschwäche leidet, sollte unbedingt einen Arzt befragen, bevor er sich für sein Training Kompressionsstrümpfe oder -tights zulegt. Und auch für Menschen, bei denen ein ausgeprägtes Venenleiden festgestellt wurde, ist eher medizinische Kompressionsbekleidung geeignet.

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