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Ernährung 02/2016
Fleisch und Gemuese auf dem Teller für die Paleo-Diaet
© lolostock / Thinkstock

Paleo-Diät: Was hat es auf sich mit der Steinzeiternährung?

Fleisch und Eier sind erlaubt, Vollkornbrot und Quark nicht: Anhänger der sogenannten Steinzeitdiät ernähren sich wie unsere Vorfahren vor zwei Millionen Jahren. Ernährungswissenschaftlerin Prof. Dr. Sibylle Adam ordnet den Ernährungstrend Paleo ein.

Der Begriff „Paleo“ ist die Kurzform für den Zeitraum des Paläolithikums, der Altsteinzeit. Die Paleo-Diät orientiert sich demnach an der ursprünglichen Ernährung der Jäger und Sammler. Auf dem Speiseplan stehen ausschließlich Gemüse, Obst, Nüsse und Samen, Fleisch und Fisch, Eier sowie ausgewählte Fette. Verboten sind Getreideprodukte, Hülsenfrüchte und Milcherzeugnisse, die der Mensch erst mit Einführung von Ackerbau und Viehzucht vor etwa 20.000 Jahren kennenlernte. Entsprechend sind bei der Steinzeitdiät auch stark verarbeitete Lebensmittel und Zucker tabu.

Wie viel Diät steckt in der Paleo-Diät?

„Wer dauerhaft abnehmen möchte, muss seine Ernährung auch auf Dauer umstellen."

Dr. Sibylle Adam

Fans der Steinzeiternährung sind überzeugt, dass ihr Ernährungskonzept sie langfristig schlank, fit und gesund hält. „Der Verzicht auf Zucker, stark verarbeitete Fette und künstliche Zusatzstoffe ist sicher ein positives Element der Paleo-Diät“, sagt Ernährungswissenschaftlerin Prof. Dr. Sibylle Adam. „Wer allerdings dauerhaft abnehmen möchte, muss seine Ernährung und seinen Lebensstil auch auf Dauer umstellen – dafür sind viel Willenskraft und Durchhaltevermögen erforderlich, das darf man nicht unterschätzen.“

Die Wissenschaft ist skeptisch

Daran, dass ausgerechnet die Ernährung unserer Vorfahren der Schlüssel zu einer gesunden Lebensweise ist, zweifelt Prof. Adam: „Ich halte es für schwierig, die Menschen der Altsteinzeit mit den heutigen Menschen gleichzusetzen. Letztendlich hat die gesamte Entwicklung der Menschheit unsere heutigen Ernährungsgewohnheiten geprägt und nicht nur die des Paläolithikums. Das Argument der Befürworter, unser Organismus sei nach wie vor genetisch an die Ernährungsweise unserer Vorfahren angepasst, ist nicht haltbar. Unsere Gene haben sich durchaus im Laufe der Jahrhunderte angepasst – dies ist auch wissenschaftlich belegt.“

Wichtige Nährstoffe können zu kurz kommen

Auch der hohe Fleischkonsum ist ernährungsphysiologisch ungünstig.

Dr. Sibylle Adam

Bedenklich sei zudem, dass durch den Verzicht auf Getreide, Brot, Kartoffeln und Hülsenfrüchte wichtige Nährstoffe auf dem Speiseplan fehlen, vor allem Ballaststoffe. Ohne Milch- und Milchprodukte könne die Kalziumversorgung schwierig werden, so Prof. Adam. „Schließlich ist auch der hohe Fleischkonsum ernährungsphysiologisch als ungünstig zu bewerten“, ergänzt sie. „Wer sehr viel – vor allem rotes – Fleisch isst, erhöht zum Beispiel sein Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Aber auch unter Nachhaltigkeitsaspekten ist ein hoher Fleischkonsum nicht ratsam, da er das Klima deutlich mehr belastet als eine pflanzenbetonte Ernährung mit gemäßigtem Fleischverzehr.“

Was macht Paleo zum Trend?

Was bewegt eigentlich so viele Menschen, Ernährungskonzepte wie die Paleo-Diät zu verfolgen? Laut Prof. Adam spielt dabei die heutige Vielfalt unserer Ernährung eine entscheidende Rolle: „Noch nie zuvor konnten wir uns so abwechslungsreich ernähren wie heute. Gleichzeitig herrscht eine öffentliche Diskussion um die ‚richtige’ Ernährung. Für viele Menschen scheint es da hilfreich zu sein, sich einem Konzept anzuschließen und dessen Regeln zu befolgen. Die Paleo-Diät entspricht dem Wunsch nach einer möglichst natürlichen Ernährungsweise. Diese setzt zwar auf unverarbeitete und nährstoffreiche Lebensmittel, schränkt aber aus heutiger Sicht die Vielfalt der Lebensmittel ein. Dass Ernährung nicht nur eine Energiezufuhr sein sollte, sondern unseren Körper auch mit allen notwendigen Nährstoffen versorgen sollte, bleibt dabei leider häufig unbeachtet.“

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