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Young 02/2016
Schlagfertiges Kind streckt die Zunge heraus
© Tuned_In / Thinkstock

Schlagfertigkeit: Erste Hilfe gegen blöde Sprüche

Ob in der Schule, auf dem Spielplatz oder beim Sport: Gelegentliche Hänseleien kennt jeder, und doch können sie ziemlich verletzend werden. Wie reagiert man schlagfertig auf blöde Sprüche? Rhetoriktrainer Matthias Pöhm verrät Anti-Mobbing-Strategien.

Sich hin und wieder gegenseitig zu necken gehört unter Freunden dazu, solange die Sprüche nicht verletzend werden. Nehmen jedoch Hänseleien gegenüber Einzelnen überhand, ist es nur noch ein kleiner Schritt bis zum Mobbing. Schlagfertig zu antworten kann dabei helfen, sich zur Wehr zu setzen und Selbstbewusstsein zurückzuerlangen. Leider fallen einem die besten Antworten oft erst viel später ein. Die gute Nachricht: Schlagfertigkeit kann man lernen, sagt Rhetoriktrainer Matthias Pöhm. Für sein Anti-Mobbing-Buch „Schlagfertigkeit im Schulhof – Wie man Mobbern clever Paroli bietet“ hat er speziell für Kinder und Jugendliche Abwehrstrategien entwickelt, mit denen man bei unfairen Attacken geschickt verbal zurückschlagen kann.

Mobil-e: Herr Pöhm, wie unterscheidet sich Schlagfertigkeit bei jungen Menschen und Erwachsenen?

Matthias Pöhm: Bei Kindern und Jugendlichen geht es unmittelbarer und direkter zu als bei Erwachsenen. Sie haben oft keine Hemmungen, jemanden richtig schlecht aussehen zu lassen. Ein Erwachsener würde nie einen Angriff mit „Hey, du stinkst“ beginnen, bei Kindern im Pausenhof ist das gang und gäbe. Für schlagfertiges Reagieren muss man bei Kindern und Jugendlichen das Alter berücksichtigen. Ich kann einem Neunjährigen keine so ausgeklügelte Technik beibringen wie einem 14-Jährigen. Je jünger das Kind, desto eher rüste ich es mit erprobten Standardantworten aus. Die lernt das Kind einfach auswendig und setzt sie dann ein.

Mobil-e: Warum ist es schon für Kinder wichtig, schlagfertig zu sein?

Matthias Pöhm: Es ist die verletzliche Seele des Kindes, die das notwendig macht. Nichts ist schlimmer für ein Kind, als dem Spott ausgesetzt zu sein und schweigend weitergehen zu müssen, weil ihm nichts einfällt. Ich weiß aus Zuschriften, dass Kinder nicht mehr in die Schule gehen, weil die Angst zu groß ist. Durch mein Buch lernen sie, dem Angreifer zu zeigen: Achtung, ich kann kontern! Wenn der Mobber merkt, dass er riskiert, selbst verbal etwas zurückzubekommen, wird er es sich beim nächsten Mal überlegen, ein vermeintliches Opfer anzugreifen. Das gilt übrigens nicht nur für Mobbing in der Schule, sondern auch für Mobbing im Beruf.

Mobil-e: Kann man Schlagfertigkeit üben und, wenn ja, wie?

Matthias Pöhm: Mit der Schlagfertigkeit ist es wie mit der Grammatik: Auch wenn sich ein Muttersprachler beim Sprechen überhaupt keine Gedanken darüber macht, gibt es Regeln, nach denen ein Satz aufgebaut ist. Genauso gibt es Muster fürs schlagfertige Antworten. Und die kann man lernen. Aber es braucht viel Übung. Deswegen empfehle ich Eltern, ihr Kind zu Hause immer wieder mit den Angriffen aus der Schule zu konfrontieren, damit es Routine im Zurückgeben bekommt.

Mobil-e: Haben Sie Tipps für uns, wie man sich gegen typische Hänseleien anderer Kinder zur Wehr setzen kann?

Matthias Pöhm: Ich will Ihnen zwei nennen: Es gibt einen wunderbaren Konter auf direkte Beleidigungen wie zum Beispiel „Du stinkst“ oder „Du bist hässlich“. Der Trick ist, durch die Blume auszudrücken, dass der Angriff auf den anderen genauso zutrifft. Aber nicht direkt wie mit „Selber doof“, sondern durch Ergänzen eines Gedankengangs. Eine Standardantwort, die immer funktioniert, läuft so:

Angreifer: „Du stinkst wie ein Büffel.“
Antwort: „Ja, dann passen wir ja gut zusammen.“

Angreifer: „Du siehst aus wie einer aus der Geisterbahn.“
Antwort: „Ja, dann passen wir ja gut zusammen.

Eine zweite Methode ist das Muster der zweistufigen Antworten. Man lässt den Angreifer sich erst einmal in Sicherheit wiegen, indem man eine „harmlose“ Frage stellt, und setzt dann den Deckel drauf. Hier ein Beispiel:

Angreifer: „Du fette Tonne! “
Antwort: „Witzig! Weißt du, wer sich nach dir erkundigt hat?“
Angreifer: „Nein!“
Antwort: „Keine Sau!“

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Tipp

Weitere Anti-Mobbing-Strategien und Kontersprüche gegen fiese Hänseleien hat Matthias Pöhm auf seiner Website zusammengestellt.

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