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Ausgabe 01/2020
Young 01/2020
Interview_eSportler_Christoph_Geule
© FC Augsburg

Zehn Fragen an Christoph „xThePunisher-96“ Geule – eSportler beim FC Augsburg

Interview

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© FC Augsburg

Seit Januar 2018 bist du im Kader des FC Augsburg als eSportler aktiv, aber wie bist du überhaupt professioneller eSportler geworden?
Vor etwas mehr als zwei Jahren habe ich gemerkt, dass ich immer ein bisschen besser gespielt habe als meine Kumpels. Aus Spaß habe ich dann einfach mal probiert, mich für die VBL-Playoffs zu qualifizieren, was direkt geklappt hat. Als ich bei den Playoffs die guten Leistungen bestätigen konnte und mich sogar für das Finale mit den besten 32 Spielern qualifiziert habe, entstand der Kontakt zum FC Augsburg. Der FCA war mir immer sympathisch und ich bin auch auf der Konsole super mit dem Team klargekommen. Jetzt bin ich einfach happy, Teil des eSports-Teams beim FCA zu sein und dieses Hobby auch „professionell“ ausüben zu können.

Verrätst du uns, wie viele Stunden pro Tag du trainierst?
Unter der Woche sind es bei mir aktuell maximal ein bis zwei Stunden am Tag, am Wochenende etwas mehr.

Als eSportler sitzt du viel, unter großer Anspannung und Konzentration, vor einem Bildschirm. Gehst du einem Ausgleichssport nach oder machst du gezielt Übungen für deine Rücken- und Unterarmmuskulatur?
Ja, ich spiele aktiv Fußball in der Landesliga Hessen, das ist ein super Ausgleich. Ansonsten powere ich mich aber auch gerne mal beim Tennis oder Squash aus.

Was entgegnest du Leuten, die behaupten, eSport wäre kein Sport?
Ich kann nur empfehlen, das Ganze einmal selbst auszuprobieren. Wenn man mal zwei bis drei Stunden am Stück auf unserem Niveau gespielt hat und danach immer noch der gleichen Meinung ist, akzeptiere ich das natürlich. Jeder darf sich eine eigene Meinung bilden. Aber man merkt dann auf jeden Fall, dass eine enorme Konzentration und auch „Kondition“ vonnöten ist. Man kann eSports in meinen Augen sehr gut mit Schach vergleichen, was ja auch als Sportart anerkannt ist. Da ist es auch etwas ganz anderes, ob man gegen einen Kumpel oder einen Profi spielt – gegen Letzteren sind sicherlich viel mehr „Denken“ und Konzentration gefragt.

Und was sagst du, wenn jemand behauptet, eSportler wäre kein Beruf?
Es gibt Spieler, die hauptberuflich eSportler sind und sehr gut davon leben können. Von daher ist das eher eine Tatsache und keine These mehr.

Pizza und Energydrinks gelten als Klischeenahrung bei eSportlern – welche Rollt spielt die richtige Ernährung bei dir?
Die richtige Ernährung fördert die Konzentrationsfähigkeit, deshalb spielt das eine große Rolle. Aber das sollte für jeden Menschen ein Faktor sein, besonders natürlich für Sportler. Ich achte seit etwa vier Jahren gezielt auf meine Ernährung. Sie könnte noch besser sein, aber dafür habe ich viel Sport auf dem Programm. Wer kann schon eine Pizza mal ausschlagen? (lacht)

FC_Augsburg_eSports
© FC Augsburg

Hast du schon einen Plan für die Zeit nach deiner Karriere als Profi-eSportler und wenn ja, wie sieht der aus?
Ich arbeite Vollzeit im kaufmännischen Bereich und denke, dass ich auch in Zukunft bei diesem Beruf bleiben werde.

Was empfiehlst du jungen Leuten, die professionelle eSportler werden wollen?
Spaß an der Sache zu haben und zu versuchen, sich für Turniere zu qualifizieren, allen voran für die VBL. Mit ein bisschen Glück schafft man es dort, mit guten Leistungen auf sich aufmerksam zu machen und ein paar Kontakte zu knüpfen. Es ist natürlich nicht einfach, denn es gibt viele unbekannte, aber überragende Spieler in Deutschland. Deshalb gehört immer auch ein bisschen Glück dazu, wie im Spiel selbst ja auch.

Welches ist deine Lieblings-FIFA-Version und warum?
FIFA 18, weil ich hier meinen größten Erfolg hatte und mir das Spiel auch am meisten Spaß gemacht hat.

Ganz ehrlich: Hast du den besten Job der Welt?
Es macht sehr viel Spaß, aber man muss auch bedenken, dass der Druck und die Schnelllebigkeit, auch in der FIFA-Szene, enorm groß sind. Es gibt viele tolle Spieler da draußen und es kommt durchaus vor, dass es über einen längeren Zeitraum auch mal nicht so gut läuft. Das sollte man bei all den Klischees nicht vergessen. Es herrscht Leistungsdruck und durch Social Media merkt man heutzutage ja auch sehr schnell, dass man nicht bei allen gut ankommt. Auch damit muss man umgehen können.

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