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Ernährung 01/2019
Frau ernaehrt sich vegan mit Gemuese Aktuelle Ausgabe
© knape / Getty Images

Vegane Ernährung unter der Lupe

Immer mehr Menschen in Deutschland leben vegan. Gleichzeitig fragen sich viele, wie gesund eine vegane Ernährung eigentlich ist. Wir haben Expertin Prof. Dr. Sibylle Adam nach den Vorteilen, aber auch nach den Risiken der Ernährungsweise gefragt.

Veganer verzichten im Gegensatz zu Vegetariern vollständig auf tierische Produkte. Neben Fleisch und Fisch gehören dazu auch Milch und Eier sowie alle anderen Lebensmittel, die aus oder von Tieren gewonnen werden. Insekten werden meist miteingeschlossen, sodass Veganer beispielsweise auch keinen Honig essen. Die Gründe für eine vegane Ernährung sind oft ethischer und ökologischer Natur, viele Menschen leben aber auch ihrer Gesundheit zuliebe vegan. Doch welche gesundheitlichen Vorteile hat der Ernährungstrend wirklich, welche Risiken birgt er – und was können Veganer essen, um sie zu vermeiden? Diese und weitere Fragen haben wir der Ernährungswissenschaftlerin Prof. Dr. Sibylle Adam im Interview gestellt.

Mobil-e: Frau Prof. Adam, ist eine vegane Ernährung per se gesünder als eine vegetarische oder fleischhaltige?

Prof. Dr. Sibylle Adam: Nein, das lässt sich so auf keinen Fall sagen. Nach bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnissen ist davon auszugehen, dass eine pflanzenbetonte, aber durchaus mit einem sparsamen Fleischverzehr einhergehende Ernährung für den Menschen am gesündesten ist und nachweislich das Risiko für Erkrankungen, die durch die Ernährung mitbedingt werden, reduziert.

Mobil-e: Was können Vorteile einer veganen Ernährung sein, was Risiken?

Prof. Dr. Sibylle Adam: Beginnen wir mit den positiven Effekten: Gemessen am durchschnittlichen Verzehr der deutschen Bevölkerung nehmen Veganer in der Regel mehr Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe zu sich und haben eine höhere Zufuhr der Vitamine C, E, Thiamin und Folat sowie der Mineralstoffe Magnesium und Kalium. Ein Risiko besteht dagegen in einer Unterversorgung mit Nährstoffen – und dieses Risiko wird umso größer, je einseitiger die Lebensmittelauswahl ist. Kritische Nährstoffe bei veganer Ernährung sind vor allem Proteine, insbesondere die unentbehrlichen Aminosäuren. Auch langkettige Omega-3-Fettsäuren, Vitamine wie Riboflavin und Vitamin D sowie Mineralstoffe wie Calcium, Eisen, Zink, Jod und Selen werden oft nicht in ausreichendem Maße aufgenommen. Der absolut kritischste Nährstoff ist aber das Vitamin B12, da es ausschließlich über tierische Lebensmittel aufgenommen wird.

Mobil-e: Worauf muss man achten, um trotz Verzicht auf tierische Lebensmittel Mangelerscheinungen zu vermeiden?

Prof. Dr. Sibylle Adam: Was zählt, ist zum einen die richtige Lebensmittelauswahl und zum anderen die entsprechenden Kombinationen von Lebensmitteln. Wer zum Beispiel Vitamin C zu sich nimmt, das unter anderem in Paprika, Kohl, Kartoffeln und Beeren in großen Mengen zu finden ist, erhöht damit zugleich die Bioverfügbarkeit von Eisen aus Lebensmitteln. Grundsätzlich sollten sich Veganer sehr gut mit Lebensmitteln und deren Inhaltsstoffen auskennen, damit eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen sichergestellt werden kann. Und da es wie gesagt für das Vitamin B12 keine Alternativen gibt, rät die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) insbesondere Risikogruppen, dieses Vitamin über Nahrungsergänzungsmittel zu sich zu nehmen.

Mobil-e: Tun auch „Teilzeit-Veganer“ etwas für ihre Gesundheit?

Prof. Dr. Sibylle Adam: Vermutlich mehr als „Vollzeit-Veganer“. Es kann nicht schaden, den Fleischkonsum ab und zu einzuschränken beziehungsweise generell auf einen geringen Fleisch- und Wurstkonsum zu achten. Die DGE empfiehlt, maximal 300 bis 600 Gramm Fleisch pro Woche zu verzehren. Aber natürlich kann ein eingeschränkter Fleischkonsum auch aus Gründen der Nachhaltigkeit sinnvoll sein.

Mobil-e: Gibt es Menschen, die sich lieber nicht vegan ernähren sollten?

Prof. Dr. Sibylle Adam: Ja, unbedingt. In Deutschland wird dringend davon abgeraten, sich in der Schwangerschaft und Stillzeit vegan zu ernähren. Ebenso sollten Kinder und Jugendliche im Wachstum nach Möglichkeit keine ausschließliche vegane Ernährung praktizieren. Ohne Nahrungsergänzungsmittel fehlen dann wichtige Nährstoffe für die psychische und physische Entwicklung. Auch bei kranken Personen kann eine vegane Ernährung kritisch sein, da für den Zellaufbau und die Regeneration tierisches Eiweiß günstiger für den Organismus ist als pflanzliches Eiweiß.

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