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Ausgabe 01/2019
Young 01/2019
Frau zeigt Mut
© FluxFactory / Getty Images

Raus aus der Komfortzone: Mutig sein kann man trainieren

Etwas Neues zu wagen kann beängstigend sein – ab und zu sollte man jedoch den Mut dazu haben, denn nur so kann man sich weiterentwickeln. Mit ein bisschen Übung fällt mutig zu sein gar nicht so schwer.

Wenn von Mut die Rede ist, denkt man spontan oft an waghalsige Aktionen wie Freeclimbing oder einen Fallschirmsprung. Dabei ist Mut eine Eigenschaft, die wir sehr häufig im Alltag benötigen – zum Beispiel wenn wir vor Entscheidungen stehen, deren Konsequenzen wir nicht absehen können. Den Mund halten oder zu unserer Meinung stehen? Weitermachen wie bisher oder was Neues ausprobieren? Oft wissen wir, dass ein Schritt ins Ungewisse sinnvoll wäre, aber die Angst vor möglichen Folgen lähmt uns. Durch so ein Leben im „Sicherheitsmodus“ entgehen uns jedoch auch neue Erfahrungen, Erkenntnisse und Bekanntschaften, die unser Leben nachhaltig verändern und bereichern könnten. Deshalb lohnt es sich, hin und wieder mutig zu sein, seine Ängste zu überwinden und sich auf Unbekanntes einzulassen.

Nicht länger in der Komfortzone festsitzen

Manchmal muss man sich eingestehen, dass das Bedürfnis hinter der Angst schlicht Bequemlichkeit ist.

Um mutiger zu werden, sollten wir uns zunächst klarmachen, dass unsere Ängste im Grunde nichts Schlechtes sind – ihre Aufgabe ist es ja, uns zu warnen und zu beschützen. Wichtig ist es jedoch, dafür zu sorgen, dass wir die Ängste und nicht die Ängste uns beherrschen. Dazu können wir uns fragen: Was will mir meine Angst sagen, welches Bedürfnis steckt dahinter? Viele Befürchtungen erscheinen nur noch halb so wild, wenn man sie einmal benannt hat. Und manchmal muss man sich auch eingestehen, dass das Bedürfnis hinter der Angst schlicht Bequemlichkeit ist. In diesem Fall befinden wir uns in der sogenannten Komfortzone. Sie besteht aus den Bereichen des Lebens, in denen man sich auskennt und wohlfühlt. Doch warum erscheint uns die Komfortzone so verlockend? Schuld daran ist unser Gehirn: Ganz automatisch sucht es bei jeder anstehenden Entscheidung Bezugspunkte, also zum Beispiel Erfahrungswerte oder Geschichten, die wir gehört haben. So sparen wir Zeit und Energie, denn wir müssen nicht jede Entscheidung komplett neu aufrollen. Vordergründig macht das unser Leben einfacher, doch es birgt eben auch die Gefahr, dass wir uns permanent auf ausgetretenen Pfaden bewegen.

Mut zu haben zahlt sich aus

Sich nur innerhalb seiner Komfortzone zu bewegen lässt uns an mancher Chance vorbeilaufen, die uns vielleicht Vorteile beschert hätte. Hinzu kommt: Oft grübeln wir im Nachhinein weiter darüber nach, was passiert wäre, wenn wir uns doch getraut hätten. Auf Dauer werden solche Zweifel zu einer Lernerfahrung, die fest im Kopf abgespeichert ist. Wir halten uns dann für zu schüchtern, zu ungeschickt oder einfach zu schlecht, doch diese Glaubenssätze haben wir uns nur selbst anerzogen – und deshalb können wir sie auch selbst wieder loswerden. Das funktioniert allerdings nicht, indem wir uns gut zureden, sondern nur durch neue Erfahrungen. Denn: Nur sie sorgen dafür, dass sich nach und nach neue Strukturen im Gehirn und somit auch neue Überzeugungen bilden. Mut ist also keine angeborene Eigenschaft, sondern ein Trainingseffekt. Deshalb ist es so sinnvoll, trotz aller nötigen Überwindung immer wieder etwas Neues zu wagen.

Mutig sein trainieren

Sich selbst zu fragen: Was würde ich von Herzen gern mal machen, traue mich aber nicht – das kostet Mut, ist aber auch eine Frage der Übung. Folgende Tipps können dabei helfen:

  1. Das Worst-Case-Szenario durchspielen
    Wenn eine konkrete Entscheidung ansteht, sollte man sich zunächst einmal fragen, was im schlimmsten Fall passieren könnte. Oft sind die möglichen Konsequenzen nämlich halb so wild – und schon ist die Angst vor der Entscheidung gar nicht mehr so groß.
  2. Das Best-Case-Szenario ausmalen
    Andersherum kann man sich auch gut vor Augen führen, was im besten Fall geschehen könnte, wenn man sich etwas traut. Mehr Selbstbestimmung, weniger Stress oder neue Freunde – all das sind super Triebfedern dafür, über den eigenen Schatten zu springen.
  3. Eine Deadline festlegen
    Ohne einen festen Termin schaltet man gern mal in den Verdrängungsmodus und schiebt Entscheidungen immer weiter vor sich her. Um auf diese Weise nicht unnötig Zeit und Energie zu vertrödeln, sollte man sich deshalb selbst eine Deadline setzen.
  4. Keine Ausreden gelten lassen
    Ganz ehrlich: Wenn man möchte, findet man immer irgendwelche Argumente, die einen von einer Entscheidung abhalten. Wichtig ist es, solche Ausreden zu erkennen und sich bewusst zu machen, dass sie einen daran hindern, seine großen Ziele zu erreichen.
  5. Träume verfolgen
    Wer grundsätzlich mehr Mut entwickeln möchte, sollte sich einmal die Zeit nehmen, seine Ziele und Wünsche im Leben aufzuschreiben. Eine solche „Bucketliste“ eignet sich prima, um sich immer wieder selbst daran zu erinnern, warum es sich lohnt, seine Komfortzone ab und zu zu verlassen.
  6. Etappen festlegen
    Noch leichter wird es, wenn man seine Ziele in Zwischenschritte unterteilt – das macht sie greifbarer und die Angst vor dem Unbekannten schwindet. Außerdem lassen sich Etappenziele leichter erreichen als ein großes Ziel. Das Gehirn speichert jedes Erfolgserlebnis ab – und das macht noch mutiger, wenn es darum geht, das nächste Ziel in Angriff zu nehmen.
  7. Keine Angst vor dem Scheitern
    Last but not least sollte man sich immer wieder vor Augen führen, dass es im Leben nicht darum geht, immer alles richtig zu machen – es geht darum, mutig genug zu sein, um zu tun, was einem im entscheidenden Moment richtig erscheint. Vielleicht gelingt etwas nicht sofort und vielleicht fällt man ab und zu auf die Nase, doch in den meisten Fällen kann man Fehler korrigieren und – was noch wichtiger ist – aus ihnen lernen.
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