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Ausgabe 01/2019
Young 01/2019
WG-Bewohner essen gemeinsam
© DaniloAndjus / Getty Images

Ganz ohne Frust und Streit: So funktioniert das WG-Leben

Das Leben in einer WG bietet viele Vorteile, aber auch eine Menge Konfliktpotenzial. Themen wie Ordnung und Lautstärke sorgen oft für Zoff. Wie löst man die typischen WG-Probleme? Und wie kann man sie von vornherein vermeiden?

Wer endlich auf eigenen Beinen stehen will, aber nicht genug Geld für eine eigene Wohnung hat oder einfach ungern allein leben möchte, für den ist eine Wohngemeinschaft scheinbar die perfekte Lösung. Anstelle der großen Freiheit erwarten einen jedoch oft Probleme, weil man ganz andere Vorstellungen vom Zusammenleben hat als die Mitbewohner. Muss das sein oder geht es auch anders?

Die passenden Mitbewohner fürs WG-Leben finden

Mann sollte auch auf sein Bauchgefühl achten.

Den Grundstein für ein entspanntes Zusammenleben in der WG legt man schon vor dem Einzug, nämlich bei der Wahl der Mitbewohner. Deshalb sollte man sich zunächst selbst darüber klarwerden, was einem wichtig ist. Muss man zum Beispiel morgens früh raus oder macht man gern jeden Abend Party? Legt man viel Wert auf eine ordentliche Wohnung oder kommt man auch gut mit etwas Chaos klar? Viele Punkte kann man sich aufschreiben und im Vorgespräch klären, aber man sollte auch auf sein Bauchgefühl achten. Eine besondere Situation ist es, wenn man mit Freunden zusammenzieht. In diesem Fall ist es ratsam, besonders genau zu checken, dass grundlegende Vorstellungen übereinstimmen – sonst leidet nicht nur das Zusammenleben, sondern oft auch die Freundschaft darunter.

Tipps fürs reibungslose Miteinander:

  • Privatsphäre respektieren: Auch wenn man sich gut versteht, gilt es Grenzen zu achten: Ohne Anklopfen in das Zimmer des Mitbewohners zu platzen oder seine Post zu lesen ist ein No-Go – das gilt auch dann, wenn es einen umgekehrt nicht stört.
  • Rücksichtsvoll sein: Die WG soll für alle Mitbewohner ein Wohlfühlort sein, deswegen sollte man sich so verhalten, dass keiner sich belästigt fühlt – sei es durch herumliegende Klamotten oder nächtliche Spontanpartys in der Küche. Ab und zu ist das meist kein Problem, zur Gewohnheit sollte es aber nicht werden.
  • Geben und nehmen: Zum WG-Leben gehört, dass man ab und zu auch mal etwas tut, wozu man nicht verpflichtet wäre – zum Beispiel den Müll mitnehmen, obwohl man nicht dran ist, oder Töpfe spülen, die ein anderer benutzt hat. Das bringt Sympathiepunkte – und nächstes Mal revanchiert sich einer der anderen mit einem Gefallen.
  • Probleme ansprechen: Jeden Morgen kleben Zahnpastareste im Waschbecken oder schmutzige Unterwäsche liegt im Bad herum? Wenn man sich über etwas ärgert, sollte man das ansprechen. Dafür bieten sich regelmäßige WG-Meetings an. So kann manches Missverständnis aus dem Weg geräumt werden – oder dafür gesorgt werden, dass die Mitbewohner in bestimmten Punkten mehr Rücksicht nehmen.

WG-Probleme vermeiden: Alles eine Frage der Organisation?

Sauberkeit und Ordnung gehören zu den häufigsten Knackpunkten in WGs.

Der wohl größte Fehler beim Einzug in eine WG ist zu glauben, man könne alles vergessen, was zuvor in der Familie für einen vernünftigen Umgang nützlich war. Denn: In einer WG zu leben bedeutet im Grunde nur, sich an neue Regeln des Zusammenlebens zu gewöhnen. Und das kann Probleme geben, denn jeder Mitbewohner hat nicht nur einen eigenen Charakter, sondern bringt auch viele Gewohnheiten und Verhaltensweisen aus dem Elternhaus mit. So mussten manche von klein auf zu Hause mit anpacken, während andere nach dem Auszug erstmals mit den Herausforderungen des Haushalts Bekanntschaft machen. Kein Wunder also, dass Sauberkeit und Ordnung zu den häufigsten Knackpunkten in WGs zählen. Die gute Nachricht: Viele typische WG-Probleme lassen sich mit etwas Organisation und gutem Willen vermeiden.

Tipps für die gemeinsame Haushaltsführung:

  • Finger weg von fremdem Essen: Wer abends mit knurrendem Magen nach Hause kommt und feststellen muss, dass ein anderer sein letztes Brot verputzt hat, ist zu Recht sauer. Klarheit schaffen separate Fächer im Kühlschrank. Und wenn man doch mal vergessen hat, etwas zu besorgen, gilt noch immer: erst fragen, dann zugreifen.
  • Einkäufe regeln: Für seinen persönlichen Bedarf sorgt natürlich jeder selbst, doch für manche regelmäßigen Käufe wie Putzmittel oder Toilettenpapier empfiehlt es sich, eine gemeinsame Haushaltskasse einzuführen, in die jeder einen bestimmten Betrag einzahlt.
  • Sich an den Putzplan halten: Die wenigsten haben Spaß am Putzen. Ein Putzplan hat sich deshalb in vielen WGs bewährt. Entweder teilt man einzelne Tätigkeiten auf die Personen auf, oder jeder putzt reihum einmal die Woche die Wohnung. Und wer kneift? Der muss einen bestimmten Betrag in die Haushaltskasse einzahlen.
  • Besuch abstimmen: Natürlich darf jeder in der WG Freunde einladen. Wenn ein Mitbewohner jedoch ständig Besuch hat, Fremde das Wohnzimmer belagern oder die Küche voll qualmen, können Konflikte entstehen. Im Zweifel gilt: offen darüber reden.

Miete und Kündigung: Auf den Vertrag kommt's an

Ohne Mietvertrag keine WG – so viel ist klar! Doch mit wem schließt man ihn ab? Oft gibt es einen Hauptmieter, der als Einziger einen Vertrag mit dem Vermieter abschließt. Wer sonst noch in der Wohnung lebt, ist Untermieter. Der Hauptmieter übernimmt alle Rechte und Pflichten aus dem Mietverhältnis und zahlt Miete sowie Nebenkosten. In diesem Fall kann er auch die ganze Wohnung kündigen, ohne die Untermieter zu fragen. Dieses Risiko vermeidet man, wenn alle Mitbewohner im Vertrag als Mieter genannt werden und somit für die Zahlung von Miete und Nebenkosten haftbar sind. Im Vertrag sollte genau festgelegt sein, wie die Nebenkosten zu verteilen sind. Will der Vermieter die Wohnung kündigen, muss er alle Bewohner einzeln informieren. Umgekehrt reicht es nicht, wenn nur ein Mieter die Wohnung kündigt – das müssen alle gemeinsam tun. Eine dritte Möglichkeit ist, dass jeder Mitbewohner sein eigenes Zimmer mietet und hierfür einen Vertrag unterzeichnet, der auch die Mitbenutzung der Küche und des Badezimmers regelt. In diesem Fall haftet jeder Mieter nur für sein Zimmer und zusätzliche Nebenkosten. Solche Einzelmietverträge sind hauptsächlich bei Studentenwohnheimen gängig.

WG-Leben? Aber sicher!

Damit auch bei unangenehmen Überraschungen kein böses Erwachen droht, sollte man beim Einzug in die WG auch an den nötigen Versicherungsschutz denken. Wir geben einen Überblick über die wichtigsten Versicherungen für den neuen Lebensabschnitt.

  • Hausrat: Eine Hausratversicherung schützt gegen finanzielle Risiken durch Einbruch, Diebstahl und Leitungswasserschäden. Sind alle WG-Mitglieder Hauptmieter, ist automatisch der gesamte Hausstand versichert. Steht nur ein Hauptmieter im Vertrag, müssen die Untermieter jeweils eine eigene Police für ihr Zimmer abschließen.
  • Haftpflicht: Wer sich für den Fall absichern möchte, dass er zum Beispiel Kaffee auf das Notebook des Mitbewohners schüttet, sollte eine Haftpflichtversicherung abschließen. Hier ist es wichtig, auf die vertraglichen Details zu achten, denn es können verschiedene Regelungen gelten, wenn Gegenstände in der WG gemeinsam benutzt werden.
  • Krankenversicherung: Unter 25 sind Studenten kostenlos über die Familie mitversichert. Beginnt man hingegen eine Ausbildung oder ein duales Studium, so endet auch die Familienversicherung, man ist also nicht mehr automatisch über die Eltern kostenlos mitversichert. Wer bisher bei der BKK Mobil Oil familienversichert war, kann uns auch als eigene Krankenkasse wählen. Am schnellsten geht es, die Beitrittserklärung direkt online auszufüllen.
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