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Ausgabe 01/2019
Work & Life 01/2019
Frau arbeitet konzentriert Aktuelle Ausgabe

Die Konzentration stärken – so gelingt es!

Der Schreibtisch ist voll, das Telefon klingelt und gedanklich sind wir schon bei der Wochenendplanung: Vielen Menschen fällt es heute schwer, sich zu konzentrieren. Experte Marco von Münchhausen verrät Übungen, die die Konzentration stärken.

„Jetzt konzentrier dich doch mal“ – ein Satz, den viele von uns als Kind mehr als einmal gehört haben. Und die meisten lernten dabei gleich eine wichtige Lektion fürs Leben: Konzentration lässt sich nicht auf Knopfdruck erzeugen – selbst wenn man es noch so sehr versucht. Im Arbeitsleben kann das allerdings zum echten Problem werden, zum Beispiel wenn wir durch mangelnde Konzentration unnötig viel Zeit brauchen, um unsere Aufgaben zu bewältigen, oder uns Fehler unterlaufen, weil wir nicht konzentriert sind. Coach und Autor Dr. Marco Freiherr von Münchhausen ist überzeugt: Selbst die zerstreuteste Person kann lernen, sich voll und ganz auf eine Tätigkeit zu konzentrieren. In seinem Buch „Konzentration – Wie wir lernen, wieder ganz bei der Sache zu sein“ weist er einen Ausweg aus der ständigen Ablenkung und zeigt anschaulich, wie sich die Konzentration anhand gezielter Übungen stärken lässt.

Coach Marco von Muenchhausen
Coach Dr. Marco von Münchhausen
© Hüttenhain

Mobil-e: Warum ist Konzentration eigentlich so wichtig?

Dr. Marco Freiherr von Münchhausen: Kurz gesagt: Konzentration ist ein Zustand, in dem man sich mit voller Aufmerksamkeit einer – und zwar genau einer Sache – widmet. In erster Linie steigert konzentriertes Handeln also die Leistung und Effizienz, man erledigt seine Aufgaben in kürzerer Zeit. Das ist aber nicht der einzige Vorteil. Hinzu kommt: Aufgaben, die wir in einem konzentrierten Modus erledigen, fallen uns meistens leicht, sie erledigen sich fast wie von selbst und bringen Spaß. Letztlich tanken wir bei einer solchen Tätigkeit auch innerlich auf, denn kaum etwas ist so erfüllend und energiespendend, wie einer Tätigkeit konzentriert und mit ganzer Aufmerksamkeit nachzugehen. So gesehen ist Konzentration auch eine sehr wirksame Anti-Stress-Strategie.

Mobil-e: Was sind die Hauptgründe dafür, dass es vielen Menschen heute so schwerfällt, sich zu konzentrieren?

Dr. Marco Freiherr von Münchhausen: Die ständige Zunahme der Digitalisierung und die Dauerpräsenz der neuen Medien spielen dieser Entwicklung in die Hände. Digitalisierung verändert unser Gehirn. Es ist heute kaum noch möglich, konzentriert voll und ganz bei einer Sache zu sein. Dieses Phänomen hat sich in den letzten 20 Jahren – und das ist das Gefährliche daran – schleichend verbreitet. Das Schlimmste daran sind die ständigen Unterbrechungen. Natürlich gab es auch früher schon Telefon und die nette Kollegin, die nur mal eben reinschauen will. Aber heute potenziert sich das durch die Medien, die ständige Erreichbarkeit, diverse Kommunikationskanäle und die – reale oder vermeintliche – Notwendigkeit, ständig erreichbar zu sein und immer sofort reagieren zu müssen.

Mobil-e: Was kann man tun, um sein Konzentrationsvermögen zu steigern?

Dr. Marco Freiherr von Münchhausen: Erstens: Es ist wichtig, sich bei der Arbeit ein klares Ziel zu setzen. Zum Beispiel: „Ich will bis 11:15 Uhr eine bestimmte Präsentation fertiggestellt haben.“ Das ist auch für das Gehirn gut, denn: Je klarer das Ziel ist, je konkreter die Aufgabe, desto größer ist seine Magnetkraft. Zweitens: Man sollte sich nach Möglichkeit von Störungen abschirmen. Wir werden heute im Durchschnitt alle elf Minuten bei der Arbeit unterbrochen – und wenn die Unterbrechung vorbei ist, sind wir noch lange nicht wieder bei unserem ursprünglichen Ziel. Es dauert, bis man endlich wieder bei der Sache ist. Oft bricht alles, was man sich gedanklich vorher zusammengesetzt hat, wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Nun können sich die meisten nicht dauerhaft von allen Störungen abschirmen, aber darum geht es auch gar nicht. Es reicht schon, eine bestimmte Zeit des Tages, vielleicht sogar nur eine Stunde, ungestört zu arbeiten. Das ist dann eine Frage der Kommunikation. Wenn die Kollegen wissen, dass die nächste Stunde für konzentrierte, störungsfreie Arbeit reserviert ist und man danach wieder ansprechbar ist, werden sie das auch respektieren.

Mobil-e: Lässt sich das Konzentrationsvermögen dauerhaft trainieren?

Dr. Marco Freiherr von Münchhausen: Ja, das geht – zum Beispiel durch die bewusste Auswahl von Beschäftigungen, bei denen wir für eine bestimmte Zeit ganz bei der Sache sind – auch wenn das „nur“ Unkrautjäten ist. Es ist nämlich tatsächlich wie beim Sport: Man darf nicht mit zu hohen Zielen anfangen. Pausen sind zum Beispiel zwischen längeren Lern- oder Arbeitsblöcken extrem wichtig. Sechs bis acht Stunden konzentriertes Arbeiten ist für das Gehirn wie ein Marathon. Den kann man ohne Training auch nicht auf Anhieb schaffen.

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