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Work & Life 01/2018
Frau mit Fuehjahrsmuedigkeit schlaeft bei der Arbeit
© PeopleImages / Getty Images

Frühjahrsmüdigkeit, ade: Frischekicks für den Start in den Arbeitstag

Im März beginnt der Frühling – und dennoch kommen wir am Morgen oft nur schwer aus dem Bett oder fühlen uns gar den ganzen Tag über schlapp. Was kann man gegen Frühjahrsmüdigkeit tun? Die Pausenkicker haben Tipps für einen frischen Start in den Tag.

Viele von uns kennen das: Obwohl man sich schon so lange auf die ersten Frühlingstage mit mehr Licht und Wärme gefreut hat, ist man plötzlich nur noch schläfrig und erschöpft – und das nicht nur am Morgen. Ein klassischer Fall von Frühjahrsmüdigkeit.

Der Frühling bringt den Organismus durcheinander

Was versteht man eigentlich unter Frühjahrsmüdigkeit und wie entsteht sie? Die Antwort klingt einleuchtend: Zum einen sind die steigenden Temperaturen dafür verantwortlich, dass wir uns schlapp fühlen. Der Körper braucht Zeit, um sich an die Wärme zu gewöhnen. Der Organismus reagiert darauf, indem sich die Blutgefäße weiten und der Blutdruck sinkt – und das macht uns müde. Aber auch die Hormone tragen zur Frühjahrsmüdigkeit bei: Nach den langen Wintermonaten ist die Konzentration des sogenannten Schlafhormons Melatonin im Blut besonders hoch. Wenn man sich nun im Frühjahr wieder häufiger im Freien aufhält, produziert der Körper vermehrt das Gute-Laune-Hormon Serotonin. Das Ungleichgewicht der Hormone wieder ins Lot zu bringen, ist ziemlich anstrengend für den Körper – wir merken das in Form von Erschöpfung.

Frühjahrsmüdigkeit – was tun?

Mediziner raten, sich trotz Frühjahrsmüdigkeit nicht zu schonen.

Dieser Zustand hält zwar üblicherweise höchstens vier Wochen an, doch kaum einer kann sich erlauben, es bei der Arbeit so lange ruhiger angehen zu lassen. Hinzu kommt: Spielt das Wetter länger verrückt, zeigt sich die Müdigkeit auch mehrmals. Was kann man also tun, um seinen Tatendrang zurückzugewinnen? Mediziner raten, sich trotz Frühjahrsmüdigkeit nicht zu schonen, sondern ins Freie zu gehen, Tageslicht zu tanken, sich an die Temperaturen zu gewöhnen und zu bewegen. Darüber hinaus kann man schon am Morgen einiges tun, um frisch in den Arbeitstag zu starten. Lena Wittneben, Katrin Wulff und Sina Morcinek bieten als Pausenkicker Gesundheits-Entertainment für Körper, Kopf und Stimme an. Sie haben gerade das Buch „Pausenkicks“ veröffentlicht und uns daraus einige wirkungsvolle Frischekicks für einen guten Start in den Arbeitstag verraten.

Körper: In Schwung kommen, ohne aufzustehen

Bleiben Sie noch einen herrlichen letzten Augenblick in den Federn liegen und achten Sie ganz bewusst auf Ihre Atmung. Spüren Sie, wie Sie tief durch die Nase einatmen, und nehmen Sie die winzige Pause wahr, bevor Sie langsam und genüsslich wieder durch den halb geöffneten Mund ausatmen. Mit diesem kurzen Fokus auf die Atmung „verankern“ Sie sich ganz bewusst im Hier und Jetzt, um anschließend ebenso bewusst in den Tag zu starten. Nun recken und strecken Sie sich wie eine Katze und stretchen Sie sich, als wären Sie aus Gummi. Ihre müden Glieder werden es Ihnen danken. Wackeln Sie mit allen zehn Zehen, ballen Sie die Hände zu Fäusten und lassen Sie sie „explosionsartig“ wieder los. Ihr Gehirn und Ihre Muskeln werden besser durchblutet, und Sie werden automatisch wacher. Nach zwei, drei Minuten wird es Ihnen leichtfallen, die Beine aus dem Bett zu schwingen und in den Stand zu kommen.

Geist: Immer schön auf die Achten achten

Mit Bewegung zu mehr Konzentration? Das funktioniert! Probieren Sie es mal aus: Verlagern Sie im Stehen Ihr Gewicht auf ein Standbein, Ihr Knie dürfen Sie minimal beugen. Das andere Bein lösen Sie vorsichtig vom Boden, strecken es lang aus der Hüfte zur Seite aus und stellen sich vor, dass Sie mit der Fußspitze eine liegende Acht malen möchten. Und nun wird’s kniffelig: Versuchen Sie zusätzlich, mit beiden Armen wie ein Orchesterdirigent eine vor Ihnen waagerecht schwebende Acht nachzuzeichnen. Nach einigen Wiederholungen wechseln Sie das Standbein. Auch wenn Ihnen diese Übung nicht auf Anhieb gelingt: Bleiben Sie dran, denn so schärfen Sie gleich zu Tagesbeginn Ihre Konzentration für alles, was Sie heute noch erwartet. Der Grund: Bei bewussten Überkreuzbewegungen aktivieren wir ganz automatisch beide Gehirnhälften und vernetzen sie.

Stimme: Die Oktaven rauf- und runterklettern

Nun dürfen Sie tun, was bei der Arbeit meist nicht gern gesehen wird: gähnen – und zwar so tief Sie können. Das ist super für die Stimme, denn beim Gähnen dehnen und lockern Sie die gesamte Kehlkopfmuskulatur und alle weiteren Bereiche, die bei der Stimmgebung involviert sind: Mund, Zunge und Kiefermuskeln. Ganz nebenbei löst es kleine Verspannungen rund um Nacken- und Schultermuskulatur. Außerdem vertieft sich die Atmung und die Lunge wird mit Sauerstoff versorgt. Konsequenz: ein angeregter Kreislauf inklusive Energiekick für den ganzen Körper. Wenn Sie mögen, seufzen Sie nun noch ein wenig: Lassen Sie Ihre Stimme mit einem „Puuuhhh“ langsam und kontrolliert von oben nach unten gleiten. Anschließend geht’s mit einem „Ooohhhh“ wieder hinauf. Auf diese Weise nutzen Sie die gesamte Bandbreite Ihrer Stimme – schließlich bewegen wir uns auch beim Sprechen nicht nur auf einem Ton.

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