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Gesundheit 01/2018
Frau in den Wechseljahren schaut entspannt
© skynesher / Getty Images

Wechseljahre: Beschwerden natürlich begegnen

Sind Hitzewallungen und Schlafstörungen in den Wechseljahren unausweichlich? Wir haben Frauenärztin Dr. Dorothee Struck befragt, welche Heilkräuter und pflanzlichen Medikamente betroffenen Frauen gegen lästige Wechseljahresbeschwerden helfen können.

Die einen rechnen mit dem Schlimmsten, die anderen verdrängen jeden Gedanken daran: Die Wechseljahre versetzen viele Frauen in Angst und Schrecken. „Oft hängen diese Befürchtungen mit mangelndem Wissen zusammen“, weiß Frauenärztin Dr. Dorothee Struck. In ihrer Praxis in Kiel und online auf der Plattform DocDodo klärt sie Frauen darüber auf, wie Beschwerden während der Wechseljahre entstehen, und welche Heilkräuter und pflanzlichen Medikamente diese lindern können. Im Interview hat sie uns verraten, was effektiv gegen Hitzewallungen & Co. hilft.

Mobil-e: Frau Dr. Struck, was passiert in den Wechseljahren eigentlich im Körper der Frau?

Dr. Dorothee Struck: Die Wechseljahre sind sozusagen das körperliche Gegenstück zur Pubertät. Beide Lebensphasen gehen mit hormonellen Veränderungen einher: Bei jungen Mädchen beginnt der Körper, vermehrt das sogenannte Sexualhormon Östrogen herzustellen – der Startschuss auf dem Weg zur Geschlechtsreife. In den Wechseljahren wiederum stellen die Eierstöcke die Östrogenproduktion nach und nach ein, wodurch der Menstruationszyklus unregelmäßig wird. Der Prozess endet mit der letzten Regelblutung, der Menopause. Bis diese eintritt, können zwei bis sechs Jahre vergehen. In dieser Zeit treten bei einigen Frauen vermehrt Wechseljahresbeschwerden auf, aber keineswegs bei allen: Ein Drittel hat in den Wechseljahren gar keine Probleme, ein Drittel leichte und lediglich ein Drittel stärkere und behandlungsbedürftige Beschwerden. Diese resultieren übrigens nicht aus einem Östrogenmangel, wie vielfach angenommen wird, sondern aus dem ständigen Auf und Ab der Sexualhormone in dieser Zeit, das für den Körper einfach anstrengend ist.

Mobil-e: Welche Wechseljahresbeschwerden kann es geben?

Dr. Dorothee Struck: Die Wechseljahre sind wie ein Chamäleon. Es ist ganz unterschiedlich, wie Frauen auf die Hormonschwankungen reagieren. Einige Frauen leiden unter Hitzewallungen oder Schweißausbrüchen, andere unter Unruhezuständen oder Schlafstörungen. Wieder andere haben abends im Bett das Gefühl, ihnen schlage das Herz bis zum Hals. Das alles kann vorkommen und ist ganz normal – einfach hinnehmen muss man es deswegen noch lange nicht.

Mobil-e: Was hilft denn, wenn solche Beschwerden auftreten?

Dr. Dorothee Struck: Nur allzu schnell werden leider auch heute noch Medikamente verschrieben. In einigen Fällen haben diese zwar durchaus ihre Berechtigung, in vielen sind sie aber gar nicht nötig und von den Frauen auch nicht gewünscht. Oftmals wird nämlich der Wunsch der Frau nach Beratung als Wunsch nach Medikamenten missinterpretiert. Dabei lassen sich viele Beschwerden wunderbar in den Griff bekommen, indem wir einfach unseren Lebensstil und unsere Ernährung leicht verändern und unterstützend bestimmte Heilpflanzen oder pflanzliche Medikamente einsetzen. So empfehle ich meinen Patientinnen, auf Nikotin und Koffein zu verzichten, denn beide Substanzen können Hitzewallungen verstärken. Mein persönlicher Tipp: Wer auf seinen Kaffee am Morgen nicht verzichten mag, kann diesen aus Arabica- statt aus Robusta-Bohnen zubereiten, da die Sorte deutlich weniger Koffein enthält. Tagsüber empfehle ich aber, eher zu grünem oder schwarzem Tee zu greifen. Grundsätzlich gilt: Eine pflanzenbasierte Ernährung ist deutlich besser als hoher Fleischkonsum, was jedoch nicht bedeutet, dass man zum Vegetarier werden muss. Die Lebensmittel sollten so frisch, regional und saisonal wie möglich sein. Man sollte das Ganze aber nicht zu streng angehen, sonst wird das Durchhalten schwer. Meine Devise: Wer zu 80 % gesund lebt, darf sich 20 % echten Genuss gönnen. Zu guter Letzt ist Bewegung an der frischen Luft ganz wichtig: Dreimal wöchentlich 30 Minuten sollten es schon sein.

Mobil-e: Welche Naturheilmittel können die häufigsten Beschwerden lindern?

Dr. Dorothee Struck: Bei Schweißausbrüchen empfehle ich zwei bis drei Tassen qualitativ hochwertigen Salbeitee aus der Apotheke. Salbei verengt die Schweißdrüsen und hilft, die Schweißproduktion auf natürliche Weise zu reduzieren. Man sollte den Tee zugedeckt fünf bis sieben Minuten ziehen lassen, damit die ätherischen Öle nicht verdunsten. Leinsamen ist ein weiteres „Naturtalent“: Er enthält sogenannte Lignane, die zu den pflanzlichen Hormonen gehören und unseren Östrogenhaushalt ausgleichen, sodass wir Hormonschwankungen weniger spüren. Am besten gibt man am Morgen zwei bis drei Esslöffel Leinsamen frisch geschrotet ins Müsli. Man sollte aber auf keinen Fall fertig geschroteten Leinsamen kaufen, sondern ihn immer frisch mahlen lassen, da sonst die Inhaltsstoffe verloren gehen. Wer mag, fügt Sojamilch oder -joghurt hinzu, das verstärkt die Wirkung. Dazu unbedingt viel trinken!

Mobil-e: Haben Sie noch weitere Tipps für den Umgang mit den Wechseljahren?

Dr. Dorothee Struck: Ich habe in meiner Praxis die Erfahrung gemacht, dass ein bewusster, positiver Umgang mit den Wechseljahren vieles erleichtert. Wir sehen die Menopause oft als etwas Negatives, als das Ende der Jugend. Wir könnten sie aber auch als den Beginn einer Zeit betrachten, in der wir uns endlich wieder mehr um uns selbst kümmern können. Frauen, die klug mit ihren Ressourcen umgehen, können nach der Menopause noch viele tolle Jahre ins Haus stehen!

info image

Seminarreihe von Dr. Dorothee Struck

In ihrer Seminarreihe „Wechseljahre leichter durchleben“  hält Dr. Dorothee Struck ausführliche Informationen und zahlreiche weitere Tipps bereit, welche pflanzlichen Medikamente und homöopathischen Komplexmittel sich bei Wechseljahresbeschwerden zur Selbstbehandlung bewährt haben.

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