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Familie 01/2018
Kind schaut gelangweilt aus dem Fenster
© PeopleImages / Getty Images

Kinder brauchen Langeweile

Wenn Kinder sich langweilen, wird es für Eltern leicht nervig. Langeweile auch mal zuzulassen ist jedoch ein wichtiger Bestandteil der Erziehung. Wir sagen, warum, und geben Tipps für das richtige Mittelmaß zwischen Langeweile und Beschäftigung.

Für die meisten Kinder ist Langeweile ein Schreckgespenst – und ihren Eltern geht es nicht besser: Der Nachwuchs nörgelt, weil er es unangenehm findet, wenn er nichts mit sich anzufangen weiß. Und die Eltern haben die Wahl, als Entertainer einzuspringen oder die Ohren auf Durchzug zu stellen – mit ungewissen Erfolgsaussichten. Was also tun?

Nerven bewahren und Anregungen geben

Ein Kind, das immer „bespaßt“ wird, sobald es quengelt, wird dieses Verhaltensmuster wahrscheinlich verinnerlichen.

Versuchen Eltern, ihr Kind bei jedem Anzeichen von Langeweile abzulenken und bei Laune zu halten, tun sie ihm (und sich selbst) keinen Gefallen damit. Denn: Wahrscheinlich wird es sich merken, dass es „bespaßt“ wird, sobald es quengelt – und dieses Verhaltensmuster verinnerlichen. Langfristig haben die Eltern also nichts gewonnen. Hinzu kommt: Ein Kind, das nie gelernt hat, seine Langeweile zu überwinden, weiß auch im Erwachsenenalter in dieser Situation meist nicht viel mit sich anzufangen. Besser ist es also, wenn Eltern ihrem Nachwuchs von klein auf signalisieren, dass sie seinen Zustand nicht einfach beenden werden. Höchstwahrscheinlich wird er nicht reglos sitzen bleiben und an die Wand starren. Naheliegender ist, dass das Kind einen Weg finden wird, sich selbst zu beschäftigen.

Langeweile fördert Kreativität und Selbstbewusstsein

Brauchen Kinder Langeweile also regelrecht? Erziehungsexperten sind sich einig, dass ein gewisses Maß an Langeweile durchaus förderlich für die Entwicklung des Kindes ist, denn wenn die Großen ihm nicht vorgeben, womit es sich beschäftigen soll, sucht es selbst nach Möglichkeiten, sich die Zeit zu vertreiben. Das fördert nicht nur die Kreativität, sondern auch die Selbstständigkeit. Jeder Mensch braucht Phasen ohne vorgegebene Beschäftigung, um sich weiterzuentwickeln. Das wiederum gelingt nur, wenn man schon als Kind lernt, das zunächst unangenehme Gefühl der Langeweile auszuhalten.

Fünf Tipps: So finden Sie das „richtige“ Maß an Langeweile

Natürlich kann man von einem Kleinkind nicht erwarten, dass es stundenlang stillsitzt. Es ist aber ebenso wenig die Aufgabe der Eltern, den ganzen Nachmittag mit ihm Bauklötze zu stapeln und wieder umwerfen zu lassen. Es gilt also, den richtigen Mittelweg zu finden. Einige Tipps können dabei helfen:

  1. Lassen Sie Langeweile zu – aber lassen Sie Ihr Kind nicht mit seiner Langeweile allein. Unterstützen Sie es gelegentlich und geben Sie ihm Anregungen für Beschäftigungen, die es selbst weiterentwickeln kann. Der beste Ort, um alleine spielen zu lernen, ist deshalb da, wo andere Familienmitglieder sind.
     
  2. Sie tun Ihrem Kind keinen Gefallen, wenn Sie es mit Spielzeug überhäufen. Kinder können ihre Kreativität nicht entfalten, wenn in ihrer Umgebung alles vorgefertigt ist. Besser ist es, dem Nachwuchs zunächst wenige hochwertige Spielsachen zu kaufen und ihm darüber hinaus beispielsweise Stoffreste, Kartons sowie Naturmaterialien wie Blätter, Steine und Muscheln anzubieten – auch damit kann er sich wunderbar und sehr kreativ beschäftigen.
     
  3. Eine anregende Umgebung ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Ihr Nachwuchs lernt, sich allein zu beschäftigen. Kinder brauchen Spielsachen und Gegenstände, die Wiederholungen und Veränderungen zulassen. Wiederholungen geben ihnen Sicherheit und ermöglichen, die Welt zu begreifen. Veränderungen stillen ihre Neugier und helfen, komplexere Zusammenhänge zu verstehen.
     
  4. Nehmen Sie das Wort Freizeit wörtlich und reduzieren Sie den Terminkalender Ihres Kindes. Ist es an jedem Nachmittag verplant, fehlt ihm die Zeit, sich zu langweilen, und somit die Chance, über die eigene Beschäftigung nachzudenken. Wenn ein Kind gern turnt oder musiziert, sollte es dazu natürlich die Möglichkeit haben. Aber ein bis zwei feste Termine pro Woche reichen völlig aus.
     
  5. Beziehen Sie Ihr Kind möglichst oft bei der Arbeit im Haushalt und im Garten ein. Schon die Kleinsten lieben es zumeist, beim Kochen, Backen, Einkaufen, Putzen und Waschen mitzuhelfen. Und versäumen Sie nicht, Ihr Kind zu loben, wenn es eine Aufgabe bewältigt hat. Kinder, die sich als wichtig und wertvoll erleben, klagen nur selten über Langeweile.
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