Rubrik Navigation

Vorheriger Rubrik
Ernährung
Nächste Rubrik
Ernährung 01/2017
Apfel liegt auf Kalender und erinnert an Fastenzeit
© kyoshino / Getty Images

Intervallfasten – was steckt hinter dem Ernährungstrend?

Beim sogenannten intermittierenden Fasten wechseln sich Phasen, in denen normal gegessen wird, mit Phasen des Verzichts ab. Wir haben Prof. Dr. Annette Schürmann gefragt, wie Kurzzeitfasten auf die Gesundheit wirkt und für wen es geeignet ist.

Millionen Deutsche praktizieren dauerhaftes Teilzeitfasten: Sie verzichten auf eine Mahlzeit am Tag oder steigen tageweise auf Wasser und Tee um. Intermittierendes Fasten soll nicht nur einfacher durchzuhalten sein als klassische Fastenkuren, sondern Studien zufolge auch langfristig positive Effekte auf Gesundheit und Wohlbefinden haben.¹  Die Biologin Prof. Dr. Annette Schürmann leitet die Abteilung Experimentelle Diabetologie am Deutschen Institut für Ernährungsforschung. Sie forscht unter anderem zum Thema Intervallfasten und hat uns erläutert, wie Kurzzeitfasten funktioniert und welche gesundheitlichen Erfolge man damit erzielen kann.

Mobil-e: Frau Prof. Schürmann, welche Methoden gibt es beim intermittierenden Fasten?

Prof. Dr. Annette Schürmann: Es gibt beim Intervallfasten mehrere Ansätze, die sich durch die Dauer und Häufigkeit der Fastenphasen unterscheiden. Eine Möglichkeit ist der 1:1-Rhythmus, das heißt, an einem Tag isst und trinkt man ganz normal und am nächsten Tag fastet man. Am Fastentag gibt es ausschließlich Wasser, ungesüßten Tee, Kaffee und Brühe. Das ist sicherlich die Variante, für die man am meisten Disziplin benötigt und die sich auch nicht immer leicht in den Alltag integrieren lässt. Bei der 5:2-Diät kann man immer fünf Tage lang normal essen und fastet dann zwei Tage. An den beiden Fastentagen darf man 500 bis 600 Kalorien zu sich nehmen, kann also zum Beispiel morgens Joghurt mit etwas Obst, mittags einen Salat mit Hühnchen und abends eine Gemüsesuppe zu sich nehmen. Die beiden Tage kann man sich so legen, wie es für einen selbst am besten ist. Schließlich gibt es noch die 16:8-Methode, bei der Tag für Tag ausschließlich innerhalb von acht Stunden gegessen wird, während 16 Stunden lang nur Wasser, ungesüßte Tees und Kaffee erlaubt sind. Man kann dann also beispielsweise zwischen 9 und 17 Uhr essen und die restliche Zeit fasten.

Mobil-e: Was darf man beim Intervallfasten außerhalb der Fastentage zu sich nehmen?

Prof. Dr. Annette Schürmann: Zwischen den Fastenphasen kann man grundsätzlich essen und trinken, was man möchte. Trotzdem ist es ratsam, nicht nur zu Fast Food oder Süßigkeiten zu greifen, sondern sich vernünftig und bewusst zu ernähren. Dazu gehören zum Beispiel reichlich Obst und Gemüse sowie Vollkornprodukte. Außerdem ist es bei jeder der Methoden ganz wichtig, stets reichlich zu trinken.

Mobil-e: Welche positiven Effekte bringt das intermittierende Fasten mit sich?

Prof. Dr. Annette Schürmann: Untersuchungen an Mäusen haben gezeigt, dass sich durch das Intervallfasten die Blutwerte verbessern, ungesunde Fettablagerungen in Leber und Muskel abnehmen und die Entstehung von Diabetes mellitus Typ 2 verhindert werden kann. Auch bei der Insulinresistenz – einer frühen Form des Diabetes, die durch Übergewicht bedingt ist – lassen sich Erfolge beobachten. Man spricht von Insulinresistenz, wenn die Organe nicht mehr adäquat auf das Hormon Insulin reagieren. Diese Ergebnisse können sehr gut auf den menschlichen Organismus übertragen werden, da sich die untersuchten Mäuse genetisch kaum vom Menschen unterscheiden. Grundsätzlich eignet sich intermittierendes Fasten aber auch für alle, die auf eine gesunde Weise nachhaltig abnehmen möchten.

Mobil-e: Wie sind diese erstaunlichen Resultate zu erklären?

Prof. Dr. Annette Schürmann: Wir leben heute in einer Zeit, in der viel gesnackt wird. Die meisten Menschen nehmen Tag für Tag fast kontinuierlich Nahrung zu sich. Dadurch wird der Stoffwechsel einseitig beansprucht, er verbrennt fast nur Kohlenhydrate und kaum Fett – das begünstigt die Entstehung einer Insulinresistenz. Bekommt der Organismus hingegen über längere Zeit kaum Nahrung, beginnt der Körper auf die Energiereserven in der Leber und den Muskeln zurückzugreifen. Wenn diese Reserven zur Neige gehen, greift er auf die Fettdepots im Körper zurück. Durchs Intervallfasten muss der Körper also zwischen Kohlenhydratstoffwechsel und Fettstoffwechsel hin und her wechseln. Diese größere Stoffwechselflexibilität bringt den Organismus wieder ins rechte Lot und hat die bereits geschilderten positiven Effekte, darunter die Verbesserung der Insulinempfindlichkeit. Viele Menschen berichten auch, dass sie sich fitter und energiegeladener fühlen, das lässt sich allerdings schwer messen.

Mobil-e: Würden Sie also jedem Menschen zum intermittierenden Fasten raten?

Prof. Dr. Annette Schürmann: Nein, sehr schlanken Menschen rate ich davon ab, da sie nur Muskelmasse abbauen würden. Und grundsätzlich sollte man seinen Arzt fragen, bevor man mit dem Intervallfasten beginnt – das gilt insbesondere für Diabetiker und andere Menschen, die unter einer Erkrankung leiden.

info image

Tipp

Viele weitere Informationen, wie Sie mit Vitaminen, Mineralstoffen & Co. eine Menge für Gesundheit und Wohlbefinden tun können, haben wir Ihnen auf unserer Website zusammengestellt.

Lachende Frauen im Fitnessstudio beim Training nach Zyklus
Vorheriger artikel
Training nach Zyklus
Streitende Kinder
Nächster artikel
Streit unter Geschwistern – was tun?

Newsletter bestellen und informiert bleiben

Aktiv-Prämie, erweiterte Früherkennungs- und Vorsorgeangebote, Fitnessstudio-Rabatte oder Ernährungskurse: In vollem Umfang von unseren zahlreichen Zusatzleistungen und Angeboten profitieren kann nur, wer informiert bleibt. Abonnieren Sie hier unseren kostenlosen Newsletter und lassen Sie sich bis zu 4 x jährlich über Leistungs- und Serviceangebote sowie rund um die Themen Sport, Familie oder Gesundheit im Job informieren.

Mitglieder werben Mitglieder

Sie sind zufrieden mit der BKK Mobil Oil? Dann empfehlen Sie uns doch einfach weiter. Als Dankeschön erhalten Sie für jedes geworbene Mitglied von uns 20,00 Euro.