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Gesundheit 01/2017
Frau ohne Angst beim Zahnarztbesuch
© andresr / Getty Images

Nie mehr Angst vor dem Zahnarzt

Mindestens einmal im Jahr sollte man zur Vorsorge zum Zahnarzt gehen – aber vielen Menschen graut schon Wochen zuvor vor dem Termin. Was hilft Angstpatienten dabei, dem nächsten Zahnarztbesuch gelassen entgegenzusehen?

Fast zwei Drittel der Deutschen haben Angst vor dem Zahnarztbesuch.¹ Während einige von ihnen „nur“ mit einem mulmigen Gefühl vor der anstehenden Untersuchung kämpfen, leiden andere unter einer regelrechten Dentalphobie mit Symptomen wie Schweißausbrüchen, Übelkeit und Kreislaufproblemen. Sie zögern Kontrolluntersuchungen oft über Jahre hinaus und nehmen manchmal sogar große Schmerzen in Kauf, um den Besuch beim Zahnarzt zu vermeiden. Das geht zu Lasten der Zahngesundheit und kann auch zu Einsamkeit führen, wenn Betroffene sich für ihre schlechten Zähne und den daraus resultierenden Mundgeruch schämen. Zum Glück muss kein Patient seine Angst vorm Zahnarzt tatenlos hinnehmen – wir geben Tipps, was man dagegen tun kann.

Schritt für Schritt die Angst besiegen

Vielen hilft es, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen.

Die Ursachen für Zahnarztangst sind vielfältig: Oft sind Erinnerungen an eine schmerzhafte Behandlung in der Kindheit verantwortlich. Aber auch das Gefühl, dem Zahnarzt im Behandlungsstuhl „ausgeliefert“ zu sein und nicht zu wissen, was er im Mund macht, spielt in vielen Fällen eine Rolle. Wer diese oftmals tiefsitzenden Ängste angehen möchte, sollte sich nicht unter Druck setzen und die Zeit nehmen, in kleinen Schritten vorzugehen. Eine erste Maßnahme könnte sein, mit anderen Menschen über seine Zahnarztangst zu sprechen. Vielen verschafft es Erleichterung, sich Freunden oder Verwandten zu offenbaren. Eine andere Möglichkeit ist es, sich in Internetforen mit anderen Betroffenen auszutauschen. Vielleicht finden Sie dort auch Menschen, die ihre Angst bereits besiegt haben und Ihnen Tipps geben können.

Die passende Praxis finden

Im Netz können Sie auch Zahnarztpraxen heraussuchen, die auf Angstpatienten spezialisiert sind. Rufen Sie dort an und informieren Sie die Sprechstundenhilfe offen über Ihre Ängste. Viele Praxen bieten die Möglichkeit, zunächst einen Beratungstermin ohne Behandlung zu vereinbaren. So können Sie den Zahnarzt vorab kennenlernen und herausfinden, ob Sie sich bei ihm in guten Händen fühlen. Vertrauen zu haben ist für Angstpatienten entscheidend und hat nichts mit der fachlichen Eignung des Arztes zu tun, sondern hängt immer von persönlichen Faktoren ab. Bitten Sie darum, vor Ihren Terminen nicht lange warten zu müssen. Und wenn es Ihnen hilft, sprechen Sie ab, dass Sie eine Vertrauensperson zur Beruhigung mitbringen.

Eine Frage der Kontrolle

Wenn der Arzt Erfahrung mit Patienten mit Zahnarztangst hat, weiß er, worauf es im Umgang mit ihnen ankommt. Vielen Angstpatienten hilft zum Beispiel die Gewissheit, dass sie der Behandlungssituation nicht ausgeliefert sind, sondern nur das geschieht, was sie selbst möchten. Vereinbaren Sie mit dem Zahnarzt, dass er Ihnen jeden Schritt in Ruhe erklärt, bevor er ihn durchführt. Auch während der Behandlung wird er Ihnen jederzeit die Möglichkeit zum Verschnaufen einräumen – einigen Sie sich vorab auf ein Handzeichen, denn während der Behandlung können Sie ja nicht mit ihm sprechen. Das Wissen, dass allein Sie entscheiden, was getan werden soll, kann einen großen Unterschied machen.

Entspannung, bitte!

Um die Aufregung vor dem Zahnarzttermin in den Griff zu bekommen, aber auch um die Behandlung selbst angstfrei und entspannt zu überstehen, gibt es verschiedene Methoden und Hilfsmittel.
 

  • Entspannungstechniken wie autogenes Training oder progressive Muskelentspannung nach Jacobson können helfen, sich auf den Zahnarzttermin vorzubereiten – und sie lassen sich auch auf dem Zahnarztstuhl anwenden. Es ist ratsam, die Techniken unter Anleitung zu erlernen. Die BKK Mobil Oil unterstützt Sie dabei und zahlt Ihnen für maximal zwei zertifizierte Gesundheitskurse bis zu 200,00 Euro im Jahr.
  • Auch durch langsames Atmen kann man sich selbst merklich beruhigen. Dabei ist es wichtig, deutlich länger aus- als einzuatmen.
  • Fragen Sie Ihren Zahnarzt, ob Sie zur Ablenkung über einen Kopfhörer Musik hören dürfen. In manchen Praxen gehört ein solches Angebot bereits zur Routine.
  • Einige Zahnärzte haben eine Zusatzausbildung als Psychotherapeut oder arbeiten mit einem Psychologen zusammen. Diese greifen zum Beispiel auf Verfahren aus der Verhaltenstherapie zurück, um einen tiefen Entspannungszustand herzustellen. Aber auch Hypnose wird inzwischen von zahlreichen Ärzten angeboten.
  • Falls Sie sich vor der Betäubungsspritze fürchten, kann es Ihnen helfen, wenn der Zahnarzt die Einstichstelle zuvor mit einem Betäubungsspray besprüht. Wenn Sie große Angst haben und deshalb sehr aufgeregt sind, können Sie Ihren Zahnarzt auch um ein Beruhigungsmittel bitten.
  • Zunehmend mehr Zahnärzte arbeiten heute auch mit Lachgas als Sedierungsmittel bei Angstpatienten. Das Einatmen von Lachgas bewirkt eine innere Ruhe, entspannt und minimiert das Schmerzempfinden. Auch das Zeitempfinden wird positiv beeinflusst, sodass die Behandlung in Ihrer subjektiven Empfindung schnell vorüber ist. Im Gegensatz zur Vollnarkose sind die Patienten beim Einsatz von Lachgas bei vollem Bewusstsein und zu jeder Zeit ansprechbar. Weiterer Vorteil: Die Wirkung des Gases ist nach der Behandlung innerhalb von fünf bis zehn Minuten komplett aufgehoben, sodass Sie die Praxis in der Regel ohne Begleitperson wieder verlassen können und schnell wieder verkehrstüchtig sind. Bitte beachten Sie, dass die Lachgasbehandlung keine Kassenleistung ist und die Kosten privat getragen werden müssen.
  • In besonders schweren Fällen ist eine Vollnarkose möglicherweise die einzige Lösung. Die präzise, individuelle Dosierung macht diese Narkose heute für die meisten Menschen medizinisch unbedenklich. Zuvor ist jedoch ein ausführliches Gespräch mit dem Zahnarzt und dem Anästhesisten Pflicht. Sofern danach eine Vollnarkose sinnvoll und von Ihnen gewollt ist, sollte vor der Behandlung eine ausführliche medizinische Anamnese durch Ihren Hausarzt erfolgen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Zahnarztbehandlung unter Vollnarkose bei vielen Angstpatienten dazu führt, dass sie ihre Furcht dauerhaft verlieren und beim nächsten Termin möglicherweise nur noch eine lokale Betäubung notwendig ist. In welchen Fällen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten einer Vollnarkose übernehmen dürfen, hat die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung in einem Informationsblatt zusammengestellt.
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Tipp

Viele weitere Hilfestellungen und Informationen rund um das Thema Zahnarztangst finden Sie unter www.zahnarztangstratgeber.de.

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