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Young 01/2016
Person misst Trainingserfolg durch Sport und Ernaehrung
© Martinina / Thinkstock

Von #fitspo bis Instarexic: Wenn Fitness zur Sucht wird

In den sozialen Netzwerken geht ein Fitnesshype um, den Experten als „Instarexic“ („Instagram“ und „Anorexic“) bezeichnen. Wie viel Training ist gesund? Und wie erkennt man es, wenn der Sport zur Sucht wird?

Täglich posten Fitness-Blogger auf Instagram Bilder von ihren perfekt trainierten Bodys. Sie halten daran fest, dass die mit dem Hashtag #fitspo („fitness“ und „inspiration“) geposteten Bilder andere zu einem gesünderen Lebensstil motivieren sollen. Leider führt dieser Trend aber auch dazu, dass immer mehr Jugendliche es übertreiben: Sie quälen sich bis zum Erbrechen im Fitnessstudio und halten gleichzeitig Diät. Ein Verhalten, das krankhaft werden kann. Vor allem junge Frauen scheinen für das Phänomen „Instarexic“ anfällig zu sein.

„Instarexic“: Betroffene haben Kontrollbedürfnis

Den Begriff „Instarexic“ hat der englische Mediziner Henry Kimpton geprägt. Er vergleicht den Fitnesswahn der sozialen Netzwerke rund um den Hashtag #fitspo mit Magersucht und Bulimie: Die Betroffenen wollen ihren Körper um jeden Preis kontrollieren. Eine Studie der Flinders University im australischen Adelaide verdeutlicht das gefährliche Potenzial des Trends: Viele der befragten jungen Frauen waren unzufrieden mit dem eigenen Körper, nachdem sie #fitspo-Bilder angesehen hatten. Gleichzeitig zeigte die Erhebung, dass Fitness-Blogger vermehrt andere Stars als Vorbilder ablösen.1

Instagram als Verstärker für Suchtverhalten

Eine Grenze ist erreicht, wenn jemand trotz Krankheit oder Verletzung weiterhin trainiert.

Prof. Dr. Oliver Stoll

Doch ab welchem Maß wird Sport zur Sucht – und wann wird es gefährlich? „Offiziell gibt es den Begriff ‚Sportsucht‘ in der Medizin gar nicht“, erklärt Sportpsychologe Prof. Dr. Oliver Stoll von der Universität Halle. „In meinen Augen ist eine Grenze erreicht, wenn jemand trotz Krankheit oder Verletzung weiterhin trainiert.“ Er unterscheidet zwischen primärer und sekundärer Sportsucht. Letztere tritt zusammen mit Magersucht oder Bulimie auf. Während es nur wenige primär Sportsüchtige gibt, treibt laut Stoll etwa jede vierte essgestörte Patientin exzessiv Sport, um möglichst viele Kalorien zu verbrennen. Er hält es für denkbar, dass ein Dienst wie Instagram unter Umständen als Verstärker für das Suchtverhalten dienen kann.

Sportsucht zu erkennen ist schwer

Die potenziellen Gründe für Sportsucht sind laut Stoll vielfältig: „Eine zentrale Bedingung ist wohl eine entsprechende Persönlichkeitsdisposition wie zum Beispiel Perfektionismus. Hinzu kommen dann bestimmte Auslöser, also etwa ein kritisches Lebensereignis.“ Die Folgen von Sportsucht sind die gleichen wie bei substanzgebundenen Abhängigkeiten: Es drohen soziale Vereinsamung, körperlicher Abbau und Entzugserscheinungen, wenn nicht Sport getrieben wird. Doch wie bemerkt man das von außen? Und wie kann man helfen? „Sportsucht frühzeitig zu erkennen, ist für Angehörige und Freunde schwer“, so Stoll. „Am wichtigsten ist eigentlich zunächst die Einsicht des Betroffenen, dass irgendetwas nicht stimmt.“ Sportsüchtige finden Hilfe bei Fachärzten für Neurologie oder Psychosomatik sowie bei psychologischen Psychotherapeuten. Häufig hilft eine Verhaltenstherapie. Und manchmal verschwindet eine solche „Suchtphase“ auch von allein wieder.

Fazit: Gesundheit und Wohlbefinden geben das Maß vor

Sport zu treiben und auf eine ausgewogene Ernährung zu achten ist gesund – aber spätestens das Phänomen „Instarexic“ macht deutlich: Nicht für das #fitspo-Foto einen Waschbettbauch und kein Gramm Fett am Körper zu haben sollte das Trainingsziel sein, sondern vielmehr ein gesunder Körper und ein ausgewogener Lebensstil.

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Tipp

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(1) Quelle: Befragung von 130 Frauen zwischen 17 und 30 zum Zusammenhang von Instagram-Nutzung und körperlicher Selbstwahrnehmung

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