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Ausgabe 01/2016
Gesundheit 01/2016
Frau zeigt ihre Zaehne ohne Erosionen
© xavigm / Thinkstock

Zahnerosionen: Wenn Süßes und Saures den Zahnschmelz angreifen

Neben Zucker können auch Säuren den Zähnen schaden: Sie attackieren den Zahnschmelz und sorgen für Zahnerosionen, schmerzempfindliche Zähne drohen. Hedi von Bergh von der Aktion Zahnfreundlich e. V. verrät, wie Sie Ihre Zähne schützen.

Der Zahnschmelz bewahrt unsere Zähne vor Schädigungen. Doch obwohl er die härteste Substanz unseres Körpers ist, können ihm bereits leichte Säuren schwer zusetzen und auch das tiefer liegende Zahnbein (Dentin) zerstören. Experten sprechen dann von Zahnerosionen. Eine Therapie gibt es nicht – Zahnschmelz lässt sich nicht wieder aufbauen. Wir haben Hedi von Bergh von der Aktion Zahnfreundlich e. V. befragt, was man zur Vorbeugung tun kann.

Mobil-e: Frau von Bergh, wie entstehen Zahnerosionen?

Hedi von Bergh: Säuren sind in vielen Lebensmitteln und Getränken enthalten, zum Beispiel in Sauerkraut, Spinat, Fruchtbonbons, Zitrusfrüchten, Säften und Limos. Sie lösen Kalzium und Phosphat aus dem Zahnschmelz heraus und demineralisieren ihn. Auf Dauer wird er so dünner. Eine ähnliche Wirkung hat Magensäure, die durch Aufstoßen oder Erbrechen in den Mund gelangt. Ebenso führt verminderter Speichelfluss – beispielsweise durch Medikamente – zu Zahnerosionen, denn der Speichel neutralisiert Säuren.

Mobil-e: Wie machen sich Zahnerosionen bemerkbar?

Hedi von Bergh: Zu Beginn werden sie oft gar nicht bemerkt, weil der Zahnschmelz sich flächenhaft auflöst. Erst später zeigen sich typische Formen der Erosion: Die Zahnhöcker auf den Kauflächen flachen ab, die Zähne werden konturlos. Zumeist treten Zahnerosionen zusammen mit Abrasionen (Zahnabrieb) auf. Sie entstehen, wenn man die Zähne falsch oder zu kräftig putzt – dann können am Zahnhals sogenannte keilförmige Defekte auftreten, die sich mit dem Fingernagel ertasten lassen.

Mobil-e: Welche Schäden drohen?

Hedi von Bergh: Neben den ästhetischen Beeinträchtigungen führen Erosionen zum unwiederbringlichen Verlust von Zahnschmelz und legen das Dentin frei. Zu den weiteren Folgen gehören oft schmerzempfindliche Zähne. In Kombination mit Abrasionen können erhebliche Defekte entstehen, die den Zahn in seiner Stabilität gefährden und dazu führen, dass sich die Zahnpulpa (Weichgewebe im Zahninnern, „Zahnnerv“) stark verengt, was später eine möglicherweise nötige Wurzelkanalbehandlung deutlich erschwert.

Mobil-e: Hilft putzen gegen Zahnerosionen – oder schadet es sogar?

Hedi von Bergh: Zweimal täglich gründliche Zahnpflege ist selbstverständlich auch bei Zahnerosionen erforderlich. Sie sollte allerdings nach Anweisungen des zahnärztlichen Prophylaxeteams erfolgen und den Grad der Erosionen berücksichtigen. Grundsätzlich sind eine wenig abrasive Zahncreme mit speziellen Inhaltsstoffen gegen Erosionen – zum Beispiel Zinnchlorid – und eine schonende Bürsttechnik sinnvoll.

Mobil-e: Welche Nahrungsmittel greifen die Zähne besonders stark an?

Hedi von Bergh: Obst und Gemüse sind gesund und gehören unbedingt auf den täglichen Speiseplan. Man sollte sie allerdings in Maßen genießen, denn die Erosivität von Getränken oder Nahrungsmitteln hängt von verschiedenen Faktoren ab: Wie oft nehme ich sie zu mir? Wie lange behalte ich sie im Mund? Und um welche Säure handelt es sich? Gefährlich ist vor allem Zitronensäure. Weil ihr Geschmack für Erfrischungsgetränke sehr beliebt ist, wird sie häufig als Aroma- oder Konservierungsstoff eingesetzt und beim Trinken kaum bemerkt.

Sechs Tipps zur Vorbeugung von Zahnerosionen

Es gibt zwar keine Therapie, um Zahnschmelz wieder aufzubauen, doch Zahnerosionen kommen zum Stillstand, wenn die Säureeinwirkung aufhört. Ganz auf säurehaltige Lebensmittel zu verzichten ist aber nicht nötig, wenn man folgende Tipps beachtet:

  • Löschen Sie den Durst mit Mineralwasser statt mit Limo, Cola oder Säften.
  • Trinken Sie saure Getränke lieber in großen Schlucken aus einem Glas statt in kleinen Schlückchen aus der Ventilflasche.
  • Verzehren Sie säurehaltige Speisen zügig und nicht „nach und nach“.
  • Kombinieren Sie saure Lebensmittel mit kalziumreichen Milchprodukten wie Joghurt, Quark oder Milch – es gibt im Handel sogar mit Kalzium angereicherten Orangensaft.
  • Spülen Sie nach einer Säureattacke den Mund sofort mit Wasser oder besser noch mit einer zinn- und fluoridhaltigen Mundspüllösung.
  • Greifen Sie zu zahnfreundlichen Süßigkeiten – sie sind leicht am „Zahnmännchen mit Schirm“ zu erkennen und verursachen nachweislich weder Karies noch Erosionen.

     
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