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Sicher unterwegs: Sichtbarkeit im Dunkeln

Herbst und Winter bringen im Straßenverkehr viele Risiken mit sich – das gilt vor allem für Kinder, denn bei Dunkelheit übersehen Autofahrer die kleinen Verkehrsteilnehmer noch leichter als am helllichten Tag. Glücklicherweise können Eltern einiges tun, um ihren Nachwuchs zu schützen.

Dunkelheit gefährdet die Verkehrssicherheit

Fußgänger, die helle Kleidung oder Reflektoren tragen, werden bereits aus einer Entfernung von 150 Metern von Autofahrern wahrgenommen – auf diese Weise sinkt das Unfallrisiko um 50 %.

Auf dem Weg zur Schule, auf dem Heimweg oder beim Spielen am Straßenrand: Gerade in den Dämmerstunden am Morgen und am späten Nachmittag verunglücken häufig Kinder, weil sie als Fußgänger oder Radfahrer nur schlecht zu erkennen sind. Ein dunkel gekleidetes Kind können Autofahrer erst auf eine Entfernung von 25 bis 30 Meter sehen – oft zu spät, um einen Unfall zu vermeiden.

 

Ein Beispiel: Bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h beträgt der Anhalteweg 40 Meter – das Auto kommt also nicht mehr rechtzeitig zu Stehen. Mit heller Kleidung sind Kinder im Dunkeln immerhin rund 40 Meter sichtbar, mit reflektierender Kleidung sogar 150 Meter.

 

Auf den Kontrast kommt es an

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Kinder gehen zumeist davon aus, dass man sie gut sehen kann, sobald sie an einer beleuchteten Stelle stehen. Das ist jedoch ein Irrtum: Entscheidend für ihre Sichtbarkeit ist nicht die Beleuchtung, sondern ob sie einen Kontrast gegen ihren Hintergrund bilden. Trägt ein Kind dunkle Kleidung, entsteht kein Kontrast zum Hintergrund – für Autofahrer ist es so kaum sichtbar. Anders ist es bei reflektierender Kleidung: Sie hebt sich vom Hintergrund ab und fällt so gleich ins Auge.

Unser Tipp:

Da Kinder noch nicht in der Lage sind, eine Situation aus der Sicht anderer Verkehrsteilnehmer zu beurteilen, zeigen Sie Ihrem Kind am besten bei einer gemeinsamen Autofahrt, wie wenig Autofahrer sehen können, zum Beispiel bei Dunkelheit, bei Regen, bei Schnee oder bei beschlagenen und zugefrorenen Scheiben.

Lassen Sie es leuchten und blinken

Gehen Sie mit gutem Beispiel voran und greifen Sie selbst zu Warnweste und Reflektoren, wenn Sie mit Ihrem Kind bei Dunkelheit draußen unterwegs sind – auch dann, wenn es gerade nicht zum restlichen Outfit passt.

 

Sie können einiges dafür tun, dass Ihr Kind auch bei Dunkelheit gut sichtbar ist – und je mehr der folgenden Möglichkeiten Sie nutzen, desto geringer ist die Gefahr für Ihr Kind, übersehen zu werden.

 

  • Kleidung

Alle Kleidungsstücke, die Ihr Kind im Freien trägt, sollten in hellen Farben gehalten sein und reflektierende Streifen oder fluoreszierende Elemente besitzen, sodass sie im Scheinwerferlicht gut sichtbar sind – das gilt für Jacken, Hosen und Schuhe ebenso wie für Mützen, Schals und Handschuhe. Idealerweise ist die Kleidung vorn, hinten und seitlich mit reflektierenden Flächen versehen. So ist Ihr Kind aus jeder Richtung gut zu sehen.

 

  • Taschen

Reflektoren an den Kleidungsstücken bringen leider gar nichts, wenn sie verdeckt werden. Deshalb achten Sie auch beim Schulranzen, bei Sporttaschen und bei Rucksäcken auf helle Farben sowie reflektierende Flächen an allen sichtbaren Seiten und an den Trageriemen.

 

  • Sicherheitsweste

Eine Warnweste sollte in Herbst und Winter zur selbstverständlichen Ausstattung Ihres Kindes gehören. Für noch mehr Sicherheit sorgen neuste Modelle mit LED-Technologie und Blinklichtern, denn diese leuchten immer und nicht erst dann, wenn man sie anstrahlt. Auf diese Weise werden die kleinen Verkehrsteilnehmer auch von jenen Autofahrern gesehen, die kein Fahrlicht eingeschaltet haben.

 

  • Blinkies

Zusätzlich können Sie dunkle Kleidung oder Taschen mit reflektierenden Anhängern – sogenannten Blinkies – besser sichtbar machen. Allerdings neigen Kinder dazu, die kleinen Gadgets zu vergessen oder zu verlieren, an der Kleidung fest angebrachte Lösungen sollten daher die erste Wahl bleiben.

 

  • Fahrradhelm und -zubehör

Beim Radfahren ergänzt ein Helm mit reflektierenden oder leuchtenden Elementen die bereits beschriebene Kleidung. Am Fahrrad selbst sorgen Scheinwerfer und Frontreflektor, Rücklicht und Rückstrahler sowie Reflektoren an den Pedalen und in den Speichen für gute Sichtbarkeit. Achten Sie darauf, dass die Beleuchtung bereits bei Dämmerlicht und bei Regen auch tagsüber eingeschaltet ist.

 

Versuch macht klug

Verdeutlichen Sie Ihrem Kind doch mal auf spielerische Art und Weise, wie unterschiedlich die Sichtbarkeit im Dunkeln ist. Wir haben einige Ideen für Sie zusammengestellt.

 

  • Erleuchtung im Kinderzimmer

Dunkeln Sie das Kinderzimmer oder einen anderen Raum ab und probieren Sie gemeinsam aus, wie deutlich Sie einander erkennen können, wenn Sie zum Beispiel völlig in Schwarz oder in hellen Farben gekleidet sind, und wie gut man eine Warnweste und Reflektoren auch bei völliger Dunkelheit sieht, wenn sie mit der Taschenlampe angestrahlt werden.

 

  • Erhellende Fotobeweise

Nehmen Sie nach Einbruch der Dunkelheit einige unterschiedliche Kleidungsstücke (dunkel, hell, mit und ohne Reflektoren) mit nach draußen und machen Sie mit Ihrem Kind ein paar Fotos mit eingeschaltetem Blitzlicht. Ihr Kind wird verblüfft sein, wie deutlich die Unterschiede zwischen einfacher und reflektierender Kleidung sind.

 

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