Vater mit Baby und Kuscheltier

Das Kuscheltier - ein treuer Begleiter und Helfer beim Ein- und Durchschlafen

Wenn das Baby nun in den ersten Monaten erfahren hat, dass Einschlafen leicht geht, es sich an eine Einschlafroutine gewöhnt hat und auch das nächtliche Aufwachen mit mehr oder weniger Hilfe bewältigt wird, ohne trinken oder elterlichen Umhertrageservice, dann fehlt nicht mehr viel, dann ist das Durchschlafen nicht mehr weit entfernt. Dabei spielt eine Frage eine zentrale Rolle:

Wie kann ich meinem Kind die Möglichkeit verschaffen, sich selbst zu beruhigen? Viele Eltern stellen sich diese Fragen, wenn es um die Selbstregulation und das Schlafen ihres Kindes geht. Denn Entspannung und Beruhigung sind die Grundlagen für ein entspanntes Kind.

Unsere Eltern-Kind-Expertin Dr. Daniela Dotzauer zeigt Ihnen, welche Möglichkeit es neben der Bruhigungshilfe Nr. 1 den Schnuller gibt und wie das Kuscheltier den Schnuller ersetzen kann - und warum es sogar langfristig wichtiger ist als der Schnuller.

Unsere Expertin für Babys- und Kleinkinder: Dr. Daniela Dotzauer

Dr. med. Daniela Dotzauer ist Ärztin und selber Mutter von zwei Kindern. Die ausgebildete Eltern-Kind-Beraterin ist Profi, was das Thema Baby- und Kinderschlaf angeht, und zeigt, wie Eltern ihr Kind bei einem gesunden Schlaf unterstützen können. Dr. Dotzauer war lange Zeit in der Schreibaby-Ambulanz des Kinderzentrums München tätig und hat eine Hausbesuchspraxis im Würmtal sowie im Großraum München.

Was bedeutet "selbststeuerbare Einschlafhilfe"?

Elternhilfe blockiert Eigenhilfe

Dr. Daniela Dotzauer

In unserem Artikel zum Thema "Schnuller" haben wir bereits erläutert, weshalb die sogenannten "selbststeuerbaren Beruhigungshilfen" so wichtig für Babys Entwicklung sind. Zusammengefasst ist die eigentliche Idee dahinter, dass die Kinder in der Lage sind, diese Beruhigungshilfen selbst zu finden, sich zu nehmen und selbstständig nutzen zu können. Wenn ein Kind sich dann beim nächtlichen Erwachen selber helfen kann und z. B. Schnuller eigenständig findet, nutzen kann und weiterschläft, hat es gelernt, selbstständig in die nächste Schlafphase zu finden - ohne elterliche Hilfe. Doch was ist, wenn das Kind den Schnuller nicht möchte, dann gibt es einen Plan B: das Kuscheltier. Aber zuerst schauen wir uns einmal die Hirnreife und Entwicklung des Kindes an, denn so können wir besser verstehen, in welcher Phase sich die Kinder befinden und was sie benötigen.

 

Was passiert in der Entwicklung des Babys?

Der große zweite Reifungsschub mit neun Monaten bringt dem Kind die Erkenntnis, dass es sich getrennt von seinen Eltern als eigenständiges Wesen erlebt. In Verbindung mit der motorischen Weiterentwicklung, also größerer Reichweite beim Krabbeln, erlebt es sich als zunehmend selbstständiger, es entwickelt eigene Ideen und entdeckt seinen Willen. Die Natur hat diesem Entdeckerdrang natürliche Grenzen gesetzt, nämlich das Fremdeln und die Trennungsangst. Wie eine unsichtbare Nabelschnur sorgt diese Fremdangst dafür, dass unsere Kinder nicht verloren gehen in der Welt. Das Kind erkennt: nicht nur es selbst kann wegkrabbeln, sondern Mama und Papa auch. Um die Eltern auf den Plan zu holen, gibt es ein altbewährtes Mittel: das Kind schreit, Mama hört es, kommt und schaut nach dem Rechten. Und das ist auch gut so. Diese Sicherheit schafft Geborgenheit!

Optimalerweise ist das Kind sicher gebunden, es nutzt das Wohlgefühl bei den Eltern als sichere Basis und gerade wenn sich ein Kind sehr sicher sein kann, dass die Bezugsperson, wenn es schwierig wird, immer erreichbar ist und hilft, kann es sich unbesorgt "auf die Socken machen" und die Welt und sich selber darin entdecken.

Plötzlich sehen sich die jungen Eltern einem Baby gegenüber, welches in der Nacht nicht mehr im Bett liegt und meckert, sondern einem Kind, das am Bett steht und aus Leibeskräften schreit. Alarmiert nehmen Eltern das Kind auf den Arm und das Kind bekommt auf die Frage „Wie geht es jetzt weiter?“ die Antwort der Eltern „Keine Ahnung - ich nehme dich erst mal hoch - als „Beruhigungsmaßnahme“ würden die Eltern sagen, als „Belohnung“ würde ich sagen. Dem Kind ist es egal, hauptsache es kümmert sich jemand um diese unklare Situation. Kümmern heißt in diesem Fall ziemlich lange beruhigen und noch länger umhertragen, auf jeden Fall erfüllen die Eltern die Aufgabe des Beruhigens und übernehmen den Einschlafjob. Das ist für das Kind erstmal sehr bequem, denn der Schlaf kommt ohne sein Zutun, zumindest bis zum nächsten Schlafphasenwechsel. Dann kann es aber durch Schreien und Aufstehen erneut die gleichen elterlichen Maßnahmen in Gang setzen.

Wie kommt man aus diesem Kreislauf wieder heraus? Dazu ist es wichtig, die kindliche Eigenregulation zu verstehen und diese kindgerecht zu fördern.
 

Die kindliche Eigenregulation verstehen

Baby liegt im Bett und schläft

Weiterschlafsprache für ein entspanntes Durchschlafen

Durchschlafen mit "Weiterschlafsprache"

Um das Kind in die Eigenregulation zu führen, geht es jetzt darum „etwas Neues zu lernen“ – nämlich: Hinlegen, Schnuller und/oder Kuscheltier suchen und weiterschlafen“. Günstig wäre es, wenn das Kind neben den Eltern schläft und ganz schnell die richtige Botschaft bekommt. Bereits ausquartierte Kinder, welche sich beim nächtlichen Erwachen alleine im Kinderzimmer wiederfinden, haben zum einen das Problem mit der Trennungsangst und zum anderen dauert es eine Zeitlang bis ein Elternteil das wache Kind erreicht. Das Kind ist dann bereits glockenwach und der Schlaf in weite Ferne gerückt.

So ist die bessere Strategie möglichst schnell mit „Weiterschlafsprache“ (beruhigende Sch-sch-Laute) zu reagieren, auf Matratzenhöhe abzutauchen, mit der Hand auf die Matratze klopfen und dem Kind beibringen, dass jetzt Hinlegen, sich selbst helfen und Weiterschlafen angesagt ist. Es wird gemeinsam der Schnuller oder das Kuscheltier gesucht und beim Weiterschlafen nur mäßig unterstützt. So viel wie nötig und so wenig wie möglich. Wie das funktioniert?

Die Lösung: Eigenregulation fördern mit einem Kuscheltier

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Dazu wäre mein Rat: Kinder, die bereits den Schnuller als Beruhigungshilfe erfahren haben, sollten ab dem 6. Monat den Schnuller tagsüber und nachts in die Hand gegeben bekommen, nicht in den Mund. Natürlich sollte besonders zu Beginn dabei unterstützt werden, den Schnuller zu suchen. Gemeinsam mit Babys Hand heißt es dann den Boden nach dem Schnuller absuchen (der sollte natürlich in der Nähe liegen, sodass das Baby ihn selbst erreichen kann). Und im nächsten Schritt den Schnuller gemeinsam mit der Hand (aber immer in Babys Hand) zum Mund zu führen. Mehrere Schnuller im Bett erhöhen die Wahrscheinlichkeit für das Kind einen Schnuller in der Nacht selbst zu finden. Die Eltern sollten dem Kind beim Schnuller suchen helfen und nicht das Problem des Schnullersuchens für das Kind übernehmen und lösen. Diese Botschaft gilt für das ganze Leben: Eltern sind nicht dazu da die Probleme der Kinder zu lösen, sondern sie in die Lage zu versetzen, dass sie im Laufe der Zeit ihre Probleme selber lösen können. Für das Problem des nächtlichen Erwachens bedeutet das: die schnelle Lösung (Schnullerstecken) blockiert die kindliche Eigenregulation und es lernt nichts außer: je lauter ich schreie, desto schneller kommt der Schnuller in meinen Mund. Hier blockiert die Elternhilfe die Eigenhilfe des Kindes.

Wie fördern Eltern also die Eigenregulation? Mit einem Kuscheltier:

Außer dem selbstständigen Schnullerhandling empfehle ich das Einführen eines sogenanntes „Übergangsobjekts“. Ein Kuscheltier - nicht zu groß und nicht zu klein - keine Geräusche sollte es machen, es sollte ein Kuscheltier sein, welches man nachkaufen kann im Falle eines Verlustes. Überlegen Sie es sich gut, denn es soll ja lange halten. Das Kuscheltier dient nicht dazu, die Eltern mit einem Stofftier zu ersetzen, sondern um das Kind in die Eigenregulation zu führen. Diese Eigenhilfe ist nachts so wichtig, denn wer beim nächtlichen Erwachen sich selber helfen kann, braucht seine Eltern nicht als Erfüllungsgehilfen lauthals wecken.

Wie gewöhnen die Eltern das Kuscheltier an? Gut überlegt, in den richtigen Situationen und mit Geduld:

Kein Kind, das bisher einen erfolgreich Weiterschlafjob durch die Eltern erfahren hat, hat ein Interesse an solch einem passiven Stoffobjekt. Deshalb müssen sich Kinder erst einmal mit dem neuen Weggefährten vertraut machen. Das klappt am besten in einfachen Situationen, außerhalb des Bettes und am Tage. Am besten gibt es Kind und Kuscheltier im Doppelpack. Das Kuscheltier ist quasi immer dabei, damit es in Tröste-, Beruhigungs- und Entspannungssituationen zum Einsatz kommen kann. Bei einem „kleinen Aua“ kommen natürlich Mama oder Papa, die Bezugsperson nimmt das Kind hoch, pustet und tröstet das Kind - doch ab sofort ist auch immer der neue Kuschelfreund dabei und kuschelt sich mit dazu. Natürlich kommt das Wohlgefühl von der Mama oder dem Papa, aber das Kuscheltier ist in diesen Situationen ebenfalls dabei und im Laufe der Zeit kann das gute Gefühl mit dem Kuscheltier verknüpft werden. Es ist beim Stillen oder beim Flaschetrinken dabei (es kuschelt sich z. B. an Babys Bauch), bei Autofahrten oder beim Bilderbuch anschauen sitzt der kleine Freund mit auf dem Schoss des Babys. Der Kuschelfreund braucht einen Namen und das Kind erlebt, dass die Eltern ihm eine hohe Wertigkeit zuschreiben. Natürlich ist das Kuscheltier auch beim Beruhigen und beim Schlafen dabei, aber anfangs wird es noch oft den Eltern um die Ohren fliegen, denn es braucht Zeit für so eine Beziehung und für einen neuen Schlaffreund. Denn wenn wir ehrlich sind, ist ein passives Stoffobjekt, aus dem keine Milch und auch keine Beruhigung rauskommt, erstmal zum Beruhigen für das Kind unbrauchbar. Es wird immer die interaktive Elternhilfe bevorzugen. Denn schließlich wissen Mama und Papa besser als das Kind selbst, wie es sich beruhigen kann. Damit das Kind verstehen lernt, wozu das Kuscheltier genutzt werden kann, braucht es also Zeit und Geduld und viele gute Situationen am Tage und Tröstemomente in der Nacht.

Meilenstein: Von der Elternhilfe zur Selbsthilfe

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Babyschlaf-Reihe mit Expertin Dr. Daniela Dotzauer

Weitere Themen aus unserer Experten-Serie: Durchschlafen, Einschlafroutine, Weiterschlafsprache, Schnuller u.v.m

Ist ein Kuscheltier sicher etabliert, besorgen Sie noch ein zweites oder sogar drittes. Eins wohnt in der Kita, eins ist „in Betrieb“ und das andere beim Waschen. Und je größer die Kinder werden, desto mehr wohnt das Kuscheltier im Bett. Es heißt ja „Übergangsobjekt“ in der Psychologie, es hilft beim Übergang von der Elternhilfe zur Selbsthilfe und wenn ich etwas selbst gut kann, dann brauch ich das Tool dazu gar nicht mehr so dringend. Eins ist klar, ein Kind das mit Kuscheltier ruhig wird, hat eins gelernt: Selbstberuhigung!

Das ist ein großes Geschenk an das Kind! Wenn die Eltern nicht immer sofort den einfachsten Weg gehen, sondern ihr Kind etwas Neues lehren, dann eröffnen sie ihm damit einen neuen Weg – nämlich die Möglichkeit sich selber zu helfen. Es kostet Mühe, Geduld und die Größe sich als Eltern selbst etwas zurückzunehmen für ein höheres Ziel, denn es geht nicht nur um die Nacht, in der die Eltern schlafen wollen, sondern auch um den Tag, der viele Herausforderungen bietet. Zum Beispiel die Kitaeingewöhnung oder die Tatsache, dass ein Geschwisterchen plötzlich in Mamas Armen auftaucht. Es geht um die ganz normalen kindlichen Krisen des Alltags, die sich leichter meistern lassen, wenn ein Handlungsschema besteht und der Kuschelfreund über Unsicherheiten hinweghelfen kann - und auch wenn der Schnuller eines Tages am Schnullerbaum hängt, bei der Schnullerfee wohnt oder einfach verschwunden ist, der Kuschelfreund bleibt.

In unserer Experten-Reihe mit Dr. Daniela Dotzauer finden Sie weitere hilfreiche Tipps und Videos zum Thema Babyschlaf.

 

Unsere Eltern-Hotline mit Frau Dr. Dotzauer

Jeden letzten Mittwoch im Monat berät Frau Dr. Dotzauer Eltern rund um das Thema "Kinderschlaf". Haben auch Sie individuelle Fragen zum Schlafverhalten Ihres Kindes, kontaktieren Sie unsere Expertin unter unserer kostenlosen Hotline.

Jeden letzten Mittwoch im Monat:
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Hotline: 0800 255 3002 880
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