Rubrik Navigation

Vorheriger Rubrik
Finanzen
Nächste Rubrik
Finanzen 04/2018
Ein Mechaniker weist einen Langzeitarbeitslosen in die Arbeit ein. Aktuelle Ausgabe
© getty images

Beschäftigung von Langzeitarbeitslosen wird attraktiver

Trotz eines hohen Beschäftigungswachstums sind Erwerbslose von der positiven Entwicklung am Arbeitsmarkt weitgehend abgekoppelt. Daher ist die Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit ein gesellschaftlich wichtiges Thema. Das neue Programm „MitArbeit“ des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales soll hier Abhilfe schaffen.

Neues Programm "MitArbeit"

Ein Schild mit der Aufschrift "Jobs"

Ein entsprechender Gesetzentwurf – das so genannte Teilhabechancengesetz (10. SGB II-ÄndG) – wurde Mitte Juli 2018 vom Bundeskabinett beschlossen. Es ist beabsichtigt, das Gesetzgebungsverfahren noch in diesem Jahr abzuschließen, so dass die nachfolgend beschriebenen Fördermaßnahmen ggf. bereits zum 01.01.2019 in Kraft treten können.

Kernelement des Gesetzes bilden zwei neue Förderinstrumente mit einem Gesamtvolumen von etwa 4 Mrd. Euro. Einerseits sollten Langzeitarbeitslose mit ihrer Unterstützung wieder eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung finden, andererseits sollen lange Zeiten der Arbeitslosigkeit besser verhindert werden.

Teilhabe am Arbeitsmarkt

Menschen, die das 25. Lebensjahr vollendet haben und die seit mindestens sieben Jahren Leistungen nach dem SGB II beziehen (und in dieser Zeit nicht oder nur kurzzeitig erwerbstätig waren), sollen eine ehrliche und langfristige Perspektive bekommen. Hierzu wird ein neues Instrument „Teilhabe am Arbeitsmarkt“ eingeführt.

Fördermaßnahmen

  • In den ersten beiden Jahren erhalten Arbeitgeber für beschäftigte Langzeitarbeitslose einen Zuschuss von 100 % zum regelmäßig gezahlten Arbeitsentgelt; in jedem weiteren Jahr wird dieser Zuschuss um zehn Prozentpunkte gekürzt – bei einer maximalen Förderdauer von fünf Jahren.
  • Langzeitarbeitslose sollen eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung bei Arbeitgebern in der Wirtschaft, in sozialen Einrichtungen und bei Kommunen erreichen.
  • Um die Beschäftigung zu festigen und zu stabilisieren, werden Teilnehmende und Arbeitgeber bei Fragen und Problemen unterstützt und betreut. Dieses „Coaching“ ist für das erste Jahr der Förderung vorgesehen, kann aber auch – bei Bedarf – über die Gesamtdauer von fünf Jahren erfolgen.

Eingliederung von Langzeitarbeitslosen

Die Bemühungen zum Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit sollen jedoch auch schon vorher ansetzen und besonders lange Arbeitslosigkeit verhindern helfen. Hierzu wird das bereits bestehende Instrument „Eingliederung von Langzeitarbeitslosen“ neu gefasst und eine Rechtsgrundlage für einen weiteren neuen Lohnkostenzuschuss geschaffen.

Im Sinne eines ganzheitlichen Ansatzes soll die Eingliederung von Leistungsberechtigten, die seit mindestens zwei Jahren arbeitslos sind, in den allgemeinen Arbeitsmarkt vorangetrieben werden.

Fördermaßnahmen

  • In den ersten beiden Jahren erhält der Arbeitgeber einen Zuschuss zum Arbeitsentgelt – im ersten Jahr in Höhe von 75 % und im zweiten Jahr in Höhe von 50 % des regelmäßig gezahlten Arbeitsentgelts.
  • Gefördert werden alle sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnisse. Ziel hierbei ist, die Menschen in den allgemeinen Arbeitsmarkt zu integrieren.
  • Es besteht eine Nachbeschäftigungspflicht des Arbeitgebers von sechs Monaten nach dem Ende der Förderung.
  • Flankierend zum Lohnkostenzuschuss erfolgt eine beschäftigungsbegleitende Betreuung („Coaching“) – bei Bedarf während der gesamten Förderdauer. In den ersten sechs Monaten ist der Arbeitgeber verpflichtet, den Arbeitnehmer für notwendiges Coaching freizustellen.
Bäcker steht in der Bäckerei
Vorheriger artikel
Arbeitsrecht: Befristete Teilzeit kommt sicher - weitere Reformen in Planung
Ein Rentnerpaar sitzt im Park auf einer Bank
Nächster artikel
Stabile Rentenbeiträge für berechenbare Kalkulationen bis 2025
Finanzen 04/2018
Steuerunterlagen, ein Ordner und ein Taschenrechner liegen auf einem Tisch

Arbeitgeber können Steuern bei Gesundheitsförderung sparen

Zum Jahreswechsel soll es auch diesmal eine Reihe steuerlicher Änderungen geben. Traditionell werden sie in einem so genannten Jahressteuergesetz zusammengefasst. In diesem Jahr heißt dieses Vorhaben jedoch „Gesetzentwurf zur Vermeidung von Umsatzsteuerausfällen beim Handel mit Waren im Internet und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften“. Neben der betrieblichen Gesundheitsförderung sind auch die private Altersvorsorge sowie einige Handelsvorschriften von den geplanten Neuregelungen betroffen.