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Finanzen 04/2018
Vater und Mutter tragen jeweils ein Kind Huckepack Aktuelle Ausgabe
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Gesetzgeber spendiert Familienvätern und -müttern höheres Nettogehalt

Das für 2019 geplante „Gesetz zur steuerlichen Entlastung der Familien sowie zur Anpassung weiterer steuerlicher Regelungen (Familienentlastungsgesetz)“ sieht Erhöhungen beim Kindergeld und beim Kinderfreibetrag vor. Außerdem soll der Wert für das steuerfreie Existenzminimum heraufgesetzt und die Steuerstufen verschoben werden.

Kinderfreibetrag

Ein Sparschwein
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Der je Kind gewährte Kinderfreibetrag wird für die Veranlagungszeiträume 2019 und 2020 um jeweils 96,00 Euro je Elternteil erhöht – 2019 auf jährlich 2.490,00 Euro bzw. 4.980,00 Euro für beide Eltern, ab 2020 auf jährlich 2.586,00 Euro je Elternteil bzw. 5.172,00 Euro für beide Eltern. Hinzu kommt der Betreuungsfreibetrag, der je Elternteil und Kind unverändert bei 1.320,00 Euro liegen wird.

Kinderfreibeträge 2019/2020

Veranlagung

Kinder-freibetrag Betreuungs-freibetrag

Freibeträge

1 Kind – Summe

Freibeträge

2 Kinder – Summe

2019
Einzel 2.490,00 € 1.320,00 € 3.810,00 €

7.620,00 €

Zusammen 4.980,00 € 2.640,00 € 7.620,00 €

15.240,00 €

2020
Einzel 2.586,00 € 1.320,00 € 3.906,00 €

7.812,00 €

Zusammen 5.172,00 € 2.640,00 € 7.812,00 € 15.624,00 €

Hintergrund: Der Kinderfreibetrag ist bedeutsam für die Steuerlast der Eltern. Bei einer Vergleichsberechnung werden hierzu das gezahlte Kindergeld und die Steuerersparnis, die sich durch den Kinder- und den Betreuungsfreibetrag ergibt, miteinander verglichen. Bringt die steuerliche Berücksichtigung keinen Vorteil, verbleibt es beim Zahlbetrag des Kindergeldes. Andernfalls profitiert der Steuerpflichtige von einer summenmäßig höheren Steuerersparnis.

Kindergeld

Familie mit 2 Kindern im Wald
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Das Kindergeld wird ab dem 01.07.2019 für jedes zu berücksichtigende Kind um 10,00 Euro monatlich erhöht. Damit beträgt es jeweils 204,00 Euro für die ersten beiden Kinder, 210,00 Euro für das dritte Kind und 235,00 Euro monatlich ab dem vierten Kind.

Freistellung des Existenzminimums

Im Rahmen der Besteuerung wird der Betrag, der zur Deckung des Existenzminimums dient, steuerfrei belassen. Entsprechend beginnt der niedrigste Steuertarif aktuell erst bei jährlich 9.000,00 Euro (18.000,00 Euro bei Zusammenveranlagung), dem sogenannten Grundfreibetrag. Aufgrund der voraussichtlichen Inflationsrate von 1,84 % für das Jahr 2018 ist es erforderlich, diesen Wert anzuheben.

Konkret soll der Grundfreibetrag ab 2019 auf jährlich 9.168,00 Euro (18.336,00 Euro bei Zusammenveranlagung) steigen. Ab dem Veranlagungszeitraum 2020 wird er dann auf 9.408,00 Euro (18.816,00 Euro) angehoben. In der Folge ist es dabei auch notwendig, die weiteren Eckwerte des Einkommensteuertarifs „nach rechts“ zu verschieben.

Hintergrund dieser Verschiebung ist das Besteuerungssystem. Dieses ist nicht linear sondern progressiv. Entsprechend könnten Lohnerhöhungen, die z. B. dem Inflationsausgleich dienen, zu einer höheren Steuerlast führen. Über die Verschiebung der Steuerstufen wird dieser „kalten Progression“ entgegengewirkt.

Pflicht zur Einkommensteuererklärung

Arbeitnehmer, die aufgrund ihres Einkommens ohnehin keine Steuern zahlen würden, brauchen auch keine Einkommensteuererklärung abzugeben. Der Grenzwert liegt hier zurzeit bei jährlich 11.400,00 Euro bzw. 21.650,00 Euro bei Zusammenveranlagung. Diese Werte werden ab 2019 auf 11.600,00 Euro bzw. 22.050,00 Euro sowie ab 2020 auf 11.900,00 Euro bzw. 22.600,00 Euro angehoben.

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Zum Jahreswechsel soll es auch diesmal eine Reihe steuerlicher Änderungen geben. Traditionell werden sie in einem so genannten Jahressteuergesetz zusammengefasst. In diesem Jahr heißt dieses Vorhaben jedoch „Gesetzentwurf zur Vermeidung von Umsatzsteuerausfällen beim Handel mit Waren im Internet und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften“. Neben der betrieblichen Gesundheitsförderung sind auch die private Altersvorsorge sowie einige Handelsvorschriften von den geplanten Neuregelungen betroffen.