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Sozialversicherung 03/2018
Arbeitgeber können auch bei der Umlage noch sparen.
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Umfassender Schutz bei Krankheit und Mutterschaft

Viele Arbeitgeber kennen es: Durch Krankheit oder Mutterschaft fallen unverhofft Mitarbeiter aus, die dann für wichtige Aufgaben vorübergehend nicht mehr zur Verfügung stehen. Insbesondere Kleinbetriebe können solche personellen Ausfälle schnell in finanzielle Nöte bringen. Um die Doppelbelastung von Mitarbeiterersatz und finanzieller Mehrbelastung für Arbeitgeber abzumildern, gibt es die BKK Arbeitgeberversicherung der BKK Mobil Oil.

Anspruch auf Entgeltfortzahlung

Bei krankheitsbedingten Arbeitsausfällen haben Arbeitnehmer mit wenigstens vierwöchiger Unternehmenszugehörigkeit (auch Aushilfen und Teilzeitbeschäftigte) Anspruch auf Entgeltfortzahlung für bis zu sechs Wochen. Um in solchen Fällen entlastet zu sein, haben Unternehmen – sofern die Voraussetzungen für die Teilnahme am Ausgleichsverfahren vorliegen – Umlagebeträge zu entrichten und können im Gegenzug Erstattungsansprüche geltend machen. Darüber hinaus werden dem Arbeitgeber im Rahmen des Ausgleichsverfahrens die Aufwendungen für den Mutterschutz vollständig erstattet.

Beteiligte Arbeitgeber

Eine genaue Prüfung der Umlage-Ausgaben ist ratsam.

Am Erstattungsverfahren für Aufwendungen bei Arbeitsunfähigkeit (U1-Verfahren) nehmen Arbeitgeber teil, die regelmäßig nicht mehr als 30 Arbeitnehmer beschäftigen. Am Erstattungsverfahren für Arbeitgeberaufwendungen im Zusammenhang mit Mutterschaftsleistungen (U2-Verfahren) nehmen grundsätzlich alle Arbeitgeber teil – unabhängig von der Anzahl ihrer Beschäftigten. Wichtig: Eine Umlagepflicht zur U2 besteht auch dann, wenn ausschließlich Männer beschäftigt werden.

Beitragspflichtige Einnahmen

Die Umlagebeträge für die U1 und die U2 werden nach den gleichen Grundsätzen wie der Gesamtsozialversicherungsbeitrag berechnet. Dabei ist das Arbeitsentgelt im Sinne der Sozialversicherung (ohne einmalig gezahltes Arbeitsentgelt) aller im Betrieb beschäftigten Arbeitnehmer und Auszubildenden bis zur Höhe der Beitragsbemessungsgrenze (BBG) der gesetzlichen Rentenversicherung zu berücksichtigen.

Umlagesätze (Beitragssätze)

Die Umlagesätze für U1 und U2 werden von den Arbeitgebervertretern im Verwaltungsrat der BKK Mobil Oil festgesetzt. Für 2018 gelten folgende Werte:

U1 – ermäßigter Umlagesatz 1,5 % Erstattungssatz 50 % 1
U1 – allgemeiner Umlagesatz 1,8 % Erstattungssatz 60 % 1
U1 – erhöhter Umlagesatz 3,4 % Erstattungssatz 80 % 1
U2 – Mutterschaft Umlagesatz 0,45 % Erstattungssatz 100 % 1
U2 – Beschäftigungsverbot Umlagesatz 0,45 % Erstattungssatz 100 % 2

1     Die Arbeitgeberbeitragsanteile sind mit diesem Erstattungssatz bereits abgegolten.

2     Bei Beschäftigungsverbot zzgl. Erstattung der Arbeitgeber-Beitragsanteile nach § 1 Abs. 2 Nr. 3 AAG.

Erstattung der U1-Aufwendungen

Erstattungsfähig ist das fortgezahlte Arbeitsentgelt nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG), also die Entgeltfortzahlung bis zur Dauer von sechs Wochen. Ist tarif- oder arbeitsvertraglich darüber hinausgehend Arbeitsentgelt gezahlt worden, ist dieses nicht erstattungsfähig.

Beispiel

 

Arbeitsunfähigkeit eines Arbeitnehmers

18.06.2018 bis 26.06.2018

Tägliche Arbeitszeit (Montag bis Freitag) 8 Stunden
Stundenlohn

15,00 Euro

Der Arbeitgeber hat einen U1-Erstattungssatz von 80 Prozent gewählt.

Berechnung Entgeltfortzahlung

18.06.2018 bis 26.06.2018 (7 Arbeitstage à 8 Stunden)

56 Stunden

56 Stunden x 15,00 Euro

840,00 Euro

Berechnung U1-Erstattung

80 % (Erstattungssatz) x 840,00 Euro (Entgeltfortzahlung)

672,00 Euro

 

Erstattung der U2-Aufwendungen

Der Zuschuss zum Mutterschaftsgeld beträgt 13,00 Euro

Während der Schutzfristen, sechs Wochen vor und acht (bei Früh- und Mehrlingsgeburten oder ärztlich festgestellter Behinderung des Kindes zwölf Wochen) nach der Entbindung, zahlt die Krankenkasse Mutterschaftsgeld bis zu einem Betrag von 13,00 Euro täglich. Zu diesem Mutterschaftsgeld hat der Arbeitgeber einen Zuschuss bis zur Höhe des Nettoentgelts zu zahlen. Dabei wird aber immer von einem Mutterschaftsgeld von 13,00 Euro täglich ausgegangen. Dieser Zuschuss ist in voller Höhe zu erstatten. Darüber hinaus erstattungsfähig ist die Entgeltfortzahlung, die der Arbeitgeber während der nach dem Mutterschutzgesetz bestehenden Beschäftigungsverbote leisten muss.

Vorsorge ist besser als Nachsorge

Unsere Maßnahmen im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements können aktiv dazu beitragen, Arbeitsunfähigkeiten von Arbeitnehmern zu verhindern, sodass es erst gar nicht zu den damit zusammenhängenden Problemen kommt.

Mit unserem Gesundheitsportal KMU-Mobil bieten wir Ihnen und Ihren Mitarbeitern Zugang zu einem innovativen Gesundheitsportal, das speziell auf die Bedürfnisse von kleinen und mittelständischen Unternehmen zugeschnitten ist. Und das 24 Stunden am Tag verfügbar ist – vom PC am Arbeitsplatz, von zu Hause oder bequem von unterwegs mit dem Smartphone.

Fragen?

Bei allen Fragen rund um die BKK Arbeitgeberversicherung steht Ihnen unsere kostenlose Service-Hotline 0800 255 3002-839 zur Verfügung. Weitere Informationen finden Sie auch auf unserer Website und in unserer Broschüre zum Thema. Informationen zum Thema „Gesundheitsförderung“ finden Sie hier.

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