Rubrik Navigation

Vorheriger Rubrik
Gesundheit
Nächste Rubrik
Gesundheit 02/2018
Eine Frau stützt ihren Kopf und wirkt erschöpft
© getty

Gefährdungsbeurteilung

Ein Schlüssel, psychische Belastungen im Arbeitsleben zu minimieren, liegt in der so genannten Gefährdungsbeurteilung. Mit ihrer Hilfe können die Belastungsfaktoren der Tätigkeiten im Unternehmen identifiziert und aktiv angegangen werden, um den Weg für ein psychisch belastungsarmes Arbeitsumfeld zu ebnen.

Gesetzgeber lässt das "Wie" offen

Umfang und Methodik orientieren sich an den konkreten betrieblichen Gegebenheiten.

Die Gefährdungsbeurteilung ist eine arbeitsschutzgesetzliche Verpflichtung für Arbeitgeber. Sie dient dazu – auf Basis einer Beurteilung der Arbeitsbedingungen – erforderliche Maßnahmen des Arbeitsschutzes abzuleiten, umzusetzen und später – im Hinblick auf ihre Wirksamkeit – zu überprüfen.

Offen gelassen hat der Gesetzgeber, wie eine solche Gefährdungsbeurteilung konkret durchzuführen ist. Nicht ohne Grund – so gibt es keinen „allgemein gültigen Weg“ für die Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung. Umfang und Methodik der Gefährdungsbeurteilung orientieren sich immer an den konkreten betrieblichen Gegebenheiten. Bewährt haben sich hierbei folgende Schritte, die wie ein roter Faden durch die Gefährdungsbeurteilung führen:

  • Vorbereiten der Gefährdungsbeurteilung
  • Ermitteln der Gefährdungen
  • Beurteilen der Gefährdungen
  • Festlegen konkreter Arbeitsschutzmaßnahmen
  • Durchführen der Maßnahmen
  • Überprüfen der Durchführung und der Wirksamkeit der Maßnahmen
  • Fortschreiben der Gefährdungsbeurteilung

Auf der Webseite der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin finden sich sehr detaillierte Erläuterungen zu den aufgeführten sieben Schritten.

 

Sonderfall: Gefährdung bei psychischer Belastung

Das Zusammenspiel zwischen vielen Herausforderungen bildet insgesamt die psychische Belastung ab.

Bei der Gefährdungsbeurteilung müssen die Unternehmen – so will es das Gesetz – auch auf psychische Belastungsfaktoren eingehen. Konkret kommen dabei Arbeitsinhalte, Aufgaben oder die Arbeitsorganisation auf den Prüfstand. Hier bei ist zu berücksichtigen, dass die Bandbreite der psychischen, dass die Bandbreite der psychischen Belastungsfaktoren vielfältig ist. Das Zusammenspiel zwischen vielen Herausforderungen bildet insgesamt die psychische Belastung ab.

Von den sozialen Beziehungen am Arbeitsplatz, die Ausgestaltung der Arbeitsumgebung sowie die im Betrieb vorkommenden Arbeitsformen sind nur einige von vielen Stellschrauben, um die psychische Belastung am Arbeitspkatz zu regulieren. Spezielle Arbeitsformen, wie zum Beispiel Schichtarbeit, Befristungen von Arbeitsverhältnissen oder auch Telearbeitsplätze, können können zusätzlich zu psychischen Belastungen der Mitarbeiter führen.

Belastung macht nicht zwangsläufig krank

Belastungen am Arbeitsplatz nicht ungewöhnlich und machen nicht zwangsläufig krank.

Das Problem: Anders als beispielsweise Lärm, Schmutz oder Strahlenbelastung kann man psychische Belastungen nicht konkret messen. Entsprechend fehlt es an Grenzwerten. Außerdem sind Belastungen am Arbeitsplatz nicht ungewöhnlich und machen nicht zwangsläufig krank.

Eine Möglichkeit, um psychischen Belastungen Belastungen auf die Spur zu kommen, können Prgramme sein wie Mesana-Fitbase. Bei diesen werden bei Arbeitnehmern die Gesundheitswerte 48 Stunden aufgenommen und danach auf Stress-Auslösern analysiert.

Allerdings: Eine Arbeit ohne psychische Belastung ist genauso wenig denkbar und wünschenswert wie eine Arbeit ohne jede körperliche Belastung. Diese treffen aber auf Personen, die sich hinsichtlich ihrer individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten, ihres Gesundheitszustands und ihrer Bewältigungsstrategien stark unterscheiden. Das Belastungs- und Beanspruchungsmodell kanalisiert die vielen umgangssprachlichen Verwendungsformen:

Demnach versteht man unter Belastung die "Gesamtheit aller erfassbaren Einflüsse, die von außen auf den Menschen zukommen und psychisch auf ihn einwirken" (vgl. GDA).

 

Handlungshilfen und Unterstützungsangebote

Insgesamt ist diese spezielle Form der Gefährdungsbeurteilung ein höchst sensibles und komplexes Themengebiet. Entsprechend sollten sich Arbeitgeber vorab umfangreich informieren und ggf. sogar professionelle Hilfe hinzuziehen. Für eine erste Orientierung im Dschungel der Informationen haben wir folgende drei Informationsquellen beispielhaft ausgewählt:

Und diejenigen, die sich nicht selber in die Materie einarbeiten können oder möchten, können Profis zu Rate ziehen. Einige Beratungsunternehmen haben sich auf dieses Themengebiet spezialisiert und bieten Unternehmen ihre Dienstleistung an.

 

Ein Gesetzessymbol lehnt an einer Wand.
Vorheriger artikel
Neues aus der Rechtsprechung
Kundenberater mit Headset lächelt in die Kamera
Nächster artikel
Psychische Gesundheit für den Unternehmenserfolg
Gesundheit 02/2018
Gesprach zur Burnout-Prävention

Coaching - Aktive Burnout-Prävention

Viele Termine, hohe Ansprüche, Leistungsdruck und keine Möglichkeit, Aufgaben zu delegieren – gerade junge Selbstständige laufen Gefahr, einem Burnout zu erliegen. Das große Problem dabei: Wird ein Burnout bemerkt, ist es meist zu spät. Die gute Nachricht: Regelmäßiges Coaching durch einen erfahrenen Trainer hilft dabei, Probleme frühzeitig zu erkennen und gegenzusteuern.

Gesundheit 02/2018
Ein Kind läuft im Büro auf Ihre Mutter zu.

Arbeitszeiten

Zu welchen Zeiten wir arbeiten, ist sehr entscheidend für unser psychisches Wohlbefinden – der eine benötigt eine gewisse Regelmäßigkeit, der andere ist eher flexibel. Unabhängig von den persönlichen Präferenzen steht jedoch eines fest: Schichtarbeit oder übermäßig geforderte Flexibilität verursachen Stress – und dieser zieht oftmals schwerwiegende Beschwerden nach sich.