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Ausgabe 02/2017
Unternehmen 02/2017
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Home-Office: Worauf Unternehmen achten müssen

In der heutigen digitalen Arbeitswelt weichen klassische Bürojobs mit Anwesenheitspflicht immer häufiger flexiblen Home-Office Arbeitsplätzen in den eigenen vier Wänden der Arbeitnehmer. Doch was genau ist zu beachten, wenn Mitarbeiter zu Hause arbeiten?

Home-Office schriftlich vereinbaren

Alles, was im Zusammenhang mit dem Home-Office wichtig ist, sollte zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer schriftlich in einer separaten Home-Office Vereinbarung oder im Arbeitsvertrag geregelt werden. Auf diese Weise können Unstimmigkeiten von vornherein vermieden werden.

In der schriftlichen Vereinbarung wird festgehalten, welche Aufgaben zu Hause in welcher Form erledigt werden, wie viele Stunden täglich und wie viele Tage wöchentlich von zu Hause gearbeitet werden und wie oft und zu welchen Anlässen der Arbeitnehmer vor Ort im Unternehmen anwesend sein soll. Darüber hinaus wird vereinbart, wie der Home-Office Arbeitsplatz ausgestaltet ist und in welchem Umfang der Arbeitgeber hierfür ggf. Mobiliar und Arbeitsmittel bereitstellt oder sich an den Kosten beteiligt.

Arbeitsschutz beachten

Die gesetzliche Fürsorgepflicht des Arbeitgebers ist zu beachten.

Auch wenn Arbeitnehmer von zu Hause aus arbeiten, hat der Arbeitgeber seine gesetzliche Fürsorgepflicht zu beachten, ist also in diesem Rahmen für Gesundheit und Sicherheit seiner Mitarbeiter verantwortlich.

Arbeitet ein Mitarbeiter nicht nur gelegentlich von zu Hause aus, ist für den Home-Office Arbeitsplatz eine Gefährdungsbeurteilung erforderlich. Dabei wird untersucht, ob der Arbeitnehmer an seinem Home-Office Arbeitsplatz physischen oder psychischen Belastungen ausgesetzt ist – beispielsweise in Form von Lärm oder ergonomischen Mängeln. Bei Bildschirmarbeitsplätzen ist darüber hinaus eine Prüfung der Augenbelastung wichtig. Die Gefährdungsbeurteilung des Arbeitsplatzes ist nur einmalig (bei Aufnahme der Tätigkeit im Home-Office) erforderlich, also nicht – wie bei regulären Tätigkeiten – regelmäßig durchzuführen.

Darüber hinaus ist der Arbeitnehmer – dokumentiert in den Entgeltunterlagen – über Gefahren, Risiken und Arbeitsschutzmaßnahmen am Home-Office Arbeitsplatz aufzuklären.

Arbeitszeitgesetz beachten

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Die Vorschriften des Arbeitszeitgesetzes gelten auch bei der Arbeit von zu Hause aus – z.B. die tägliche Höchstarbeitszeit oder die Regelungen zu Ruhepausen. Da Unternehmen üblicherweise nicht feststellen können, ob die Regelungen des Arbeitszeitgesetzes im Home-Office tatsächlich eingehalten werden, sollten entsprechende schriftliche Vereinbarungen mit dem Arbeitnehmer getroffen werden.

Besonderheiten in der Unfallversicherung

Der gesetzliche Unfallversicherungsschutz gilt auch im Home-Office. Allerdings wird hier deutlich zwischen betrieblichen und eigenwirtschaftlichen Tätigkeiten unterschieden. Im Gegensatz zum betrieblichen Arbeitsplatz ist z.B. ein Unfall auf dem Weg vom Arbeitszimmer zur Küche nicht als Arbeitsunfall über die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert. Der Versicherungsschutz greift immer nur dann, wenn sich der Unfall während der betrieblichen Tätigkeit im Home-Office ereignet.

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