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Arbeitnehmerin trägt einen Karton mit ihren Schreibtischunterlagen

Insolvenzgeldumlage - soziale Absicherung im Falle der Insolvenz

Insolvenzen sind trotz guter Konjunktur keine Seltenheit. Jedes Jahr trifft es in Deutschland über 20.000 Unternehmen. Oftmals fällt im Zusammenhang mit einer Insolvenz der Begriff „Insolvenzgeldumlage“. Wir geben Ihnen einen Überblick, was es mit dieser Umlage auf sich hat und welchem Zweck sie dient.

Hilfe zur Selbsthilfe

Die Insolvenzgeldumlage ist ein Topf, in den alle Arbeitgeber in Deutschland verpflichtend einzahlen. Hieraus erhalten die Sozialversicherungsträger rückständige Beiträge erstattet, die von insolventen Arbeitgebern nicht mehr gezahlt werden konnten. Zudem wird hieraus das so genannte Insolvenzgeld finanziert. Dieses fängt die Lohn- und Gehaltsrückstände eines insolventen Arbeitgebers gegenüber seinen Arbeitnehmern auf.

Unternehmen leisten mit der Zahlung der Insolvenzgeldumlage also Hilfe zur Selbsthilfe: Sie kommen eigenständig für die finanzielle Absicherung von Arbeitnehmern auf, deren Arbeitgeber die Löhne und Gehälter aufgrund einer Insolvenz nicht mehr zahlen können. 

Wer zahlt wie viel?

Die Insolvenzgeldumlage ist von nahezu jedem Arbeitgeber mit Betriebssitz in Deutschland für seine in Deutschland tätigen Beschäftigten gezahlt – und zwar unabhängig von Ertragslage, Größe und Branche des Unternehmens. 

Nicht umlagepflichtig sind der Bund, die Länder, die Gemeinden sowie Körperschaften, Stiftungen und Anstalten des öffentlichen Rechts, über deren Vermögen ein Insolvenzverfahren nicht zulässig ist, und solche juristischen Personen des öffentlichen Rechts, bei denen der Bund, ein Land oder eine Gemeinde kraft Gesetzes die Zahlungsfähigkeit sichert, sowie private Haushalte.

Für die Insolvenzgeldumlage gibt es kein separates Erhebungsverfahren. Sie wird von Ihnen als Arbeitgeber gemeinsam mit den Sozialversicherungsbeiträgen monatlich über den Beitragsnachweis an die zuständige Krankenkasse gemeldet und auch gemeinsam mit den Sozialversicherungsbeiträgen gezahlt. 

Der Umlagesatz wurde zum 01.01.2018 von 0,09 % auf 0,06 % gesenkt. Beitragspflichtig ist das laufende und einmalig gezahlte Bruttoarbeitsentgelt der Beschäftigten – bis zur Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung (2018: monatlich 6.500,00 Euro alte Bundesländer, 5.800,00 Euro neue Bundesländer). Zu den Arbeitnehmern zählen hierbei auch Auszubildende, Minijobber und kurzfristig Beschäftigte. 

Leistungsansprüche bei Insolvenz

Wenn Unternehmen in eine schwierige Lage geraten und Insolvenz anmelden müssen, wird Insolvenzgeld gezahlt. Dieses umfasst das ausstehende Entgelt der Arbeitnehmer (inklusive Sonderzahlungen und Beitragen des Arbeitgebers zur betrieblichen Altersvorsorge) für einen Zeitraum von bis zu drei Monaten vor der Insolvenzeröffnung.

Zuständig für die Prüfung der Leistungsansprüche und die Auszahlung des Insolvenzgeldes ist die Bundesagentur für Arbeit. Zu beantragen ist das Insolvenzgeld von den betroffenen Arbeitnehmern selber bei der örtlichen Agentur für Arbeit; hier stehen auch die erforderlichen Antragsformulare zur Verfügung. 

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Haben Sie noch Fragen?

Bei Fragen zur Insolvenzgeldumlage steht Ihnen die BKK Mobil Oil gerne zur Verfügung. Rufen Sie uns einfach an oder kontaktieren Sie uns per E-Mail. Wir sind gerne für Sie da! Bei Fragen zum Insolvenzgeld können Sie sich zudem auch an die örtliche Agentur für Arbeit wenden. 

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