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News für Arbeitgeber

Rechengrößen 2018: Entwurf liegt vor

Am 7.9.2017 wurde der Referentenentwurf über die geplanten Rechengrößen 2018 vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales vorgelegt. Dieser befindet sich nun zur Abstimmung in verschiedenen Gremien und soll im Oktober 2018 im Bundeskabinett beschlossen werden.

Beitragsbemessungs- und Jahresarbeitsentgeltgrenze

Zum 01.01.2018 soll die Beitragsbemessungsgrenze (BBG) werden voraussichtlich folgende Beitragsbemessungsgrenzen angepasst.

Beitragsbemessungsgrenze (BBG) 2017 2018
Gesetzliche Rentenversicherung alte Bundesländer 76.200,00 Euro (monatlich: 6.350,00 Euro) 78.000,00 Euro (monatlich: 6.500,00 Euro)
Gesetzliche Rentenversicherung neue Bundesländer 68.400,00 Euro (monatlich: 5.400,00 Euro) 69.600,00 Euro (monatlich: 5.800,00 Euro)
Kranken- und Pflegeversicherung 52.200,00 (monatlich 4.350,00 Euro) 53.100,00 Euro (monatlich: 4.425,00 Euro)
Jahresarbeitsentgeltgrenze 57.600,00 Euro 59.400,00 Euro

Beitragssätze 2018

Anfang 2015 wurde der allgemeine Beitragssatz in der gesetzlichen Krankenversicherung – einheitlich für alle Krankenkassen – von 15,5 % auf 14,6 % gesenkt.

Arbeitgeber und Arbeitnehmer tragen jeweils die Hälfte der hieraus zu berechnenden Beiträge. Allerdings wird darüber hinaus ein Zusatzbeitrag erhoben, der von jeder Krankenkasse individuell festgelegt wird und vom Versicherten allein zu tragen ist.

Anstelle dieses individuellen Zusatzbeitragssatzes erheben die Krankenkassen für bestimmte Personenkreise einen durchschnittlichen Zusatzbeitrag. Dessen Höhe wird vom GKV-Schätzerkreis ermittelt und vom Bundesministerium für Gesundheit bekannt gegeben, steht allerdings für 2018 noch nicht fest.

Die Beitragssätze zur Arbeitslosen-, Renten- und Pflegeversicherung bleiben – so der aktuelle Stand – unverändert.

Im Gegensatz hierzu wird die Insolvenzgeldumlage erneut gesenkt – von bislang 0,09 % auf 0,06 %. Bereits Anfang 2017 ist der Umlagesatz von 0,12 % auf 0,09 % gefallen. Ebenfalls gesenkt wird die Künstlersozialabgabe – von bislang 4,8 % auf 4,2 %.

Brexit gefährdet Lieferketten

Schon geringe Zölle würden die Preise nach oben treiben.

Ein harter Brexit würde die Wirtschaft auf beiden Seiten des Kanals stark treffen, zeigt das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) in einer Studie. Vor allem die weit verzweigten Lieferketten deutscher Schlüsselindustrien könnten leiden.

Allein 2014 lieferten die Briten Vorleistungen im Wert von rund 200 Milliarden Dollar in die EU-Staaten, davon entfielen fast 36 Milliarden auf Deutschland.

Der Brexit gefährdet diese enge Zusammenarbeit oder macht sie durch Zölle und andere Kosten zumindest teurer, sollten sich die Partner nicht auf ein Freihandelsabkommen einigen. Allein die Chemieunternehmen und die Automobilindustrie erhalten jährlich Vorleistungen in Milliardenhöhe aus Großbritannien. In die Gegenrichtung fließen ebenfalls Waren und Leistungen in Milliardenhöhe.

Schon geringe Zölle würden die Preise nach oben treiben. „Die komplexen Lieferketten könnten durch den Brexit schlimmstenfalls gesprengt werden“, warnt IW-Wissenschaftler Berthold Busch. Wie eine IW-Rechnung zeigt, sind vor allem die Branchen des sonstigen Fahrzeugbaus – beispielsweise Luft- und Raumfahrzeuge –, der Metallbearbeitung und die Chemieindustrie auf Vorleistungen von der Insel angewiesen. Doch auch im Fahrzeugbau haben britische Zulieferer großen Einfluss auf die deutschen Partner. „Die deutsche Industrie würde ohne ein Freihandelsabkommen empfindlich getroffen werden“, sagt Busch.

Auch auf der anderen Seite des Kanals sieht es nicht besser aus. Zittern müssen dort vor allem die Dienstleistungsunternehmen, die viele Geschäfte mit Deutschland und der EU machen.

Neuer Höchststand: 1,1 Millionen offene Stellen im zweiten Quartal 2017

Ein Team bespricht einen Bauplan auf einer Baustelle

Im zweiten Quartal 2017 gab es bundesweit 1.099.000 offene Stellen auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Damit lag die Zahl um 35.000 über dem bisherigen Höchststand vom ersten Quartal 2017 mit 1.064.000 offenen Stellen. Gegenüber dem zweiten Quartal 2016 erhöhte sich die Zahl der offenen Stellen sogar um 114.000. Das geht aus der IAB-Stellenerhebung hervor, einer repräsentativen Betriebsbefragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

In Westdeutschland waren im zweiten Quartal 2017 838.000 offene Stellen zu vergeben, in Ostdeutschland 261.000. Erhebliche Zuwächse gab es vor allem im Verarbeitenden Gewerbe, das im zweiten Quartal 124.000 offene Stellen aufwies. Im Vergleich zum Vorquartal bedeutet das ein Plus von 6.000 offenen Stellen, im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal sogar von 24.000. Auch im Baugewerbe stieg die Zahl der offenen Stellen deutlich an. Im zweiten Quartal 2017 waren mit 101.000 offenen Stellen 13.000 mehr zu besetzen als im Vorquartal und 3.000 mehr als im entsprechenden Vorjahresquartal.

Cyberangriffe: Nur vier von zehn Unternehmen sind vorbereitet

Ziel ist, den Cyberangriff möglichst rasch zu unterbinden.

Digitale Wirtschaftsspionage, Sabotage oder Datendiebstahl kann jedes Unternehmen treffen – doch die wenigsten sind für diesen Fall vorbereitet. Das ist das Ergebnis einer Studie des Digitalverbands Bitkom, für die 1.069 Geschäftsführer und Sicherheitsverantwortliche quer durch alle Branchen repräsentativ befragt wurden.

Wenn die Sicherheitssysteme einen Hackerangriff melden oder die IT-Systeme von außen lahmgelegt werden, gibt es gerade einmal in 4 von 10 Unternehmen (43 Prozent) ein Notfallmanagement das festlegt, was zu tun ist. Dabei sind selbst die Betreiber sogenannter kritischer Infrastrukturen (KRITIS) wie etwa Energieversorger oder Finanzdienstleister kaum besser vorbereitet als die übrigen Branchen. So verfügen 53 Prozent der KRITIS-Unternehmen über einen Notfallplan, bei den Nicht-KRITIS-Unternehmen sind es 41 Prozent. Unter den großen Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern verfügen rund zwei Drittel (68 Prozent) über ein Notfallmanagement, bei Mittelständlern mit 100 bis 499 Mitarbeitern sind es 61 Prozent und bei den kleineren Unternehmen mit 10 bis 99 Mitarbeitern haben sich sogar nur 40 Prozent vorbereitet.

Ein betriebliches Notfallmanagement legt in schriftlicher Form Sofortmaßnahmen fest, die erfolgen müssen wenn etwa die Produktion aufgrund digitaler Angriffe lahmgelegt wird, wichtige Webseiten wie Online-Dienste oder Online-Shops nicht erreichbar sind oder aber sensible Unternehmensdaten abfließen. Ziel ist es, den jeweiligen Cyberangriff möglichst rasch zu unterbinden, die Integrität der Daten zu schützen und die Arbeitsfähigkeit des Unternehmens wieder herzustellen. Die Maßnahmen für die Erarbeitung eines Notfallmanagements können dabei vom Erstellen einer Kontaktliste mit den wichtigsten Ansprechpartnern bis hin zu mehrtägigen Übungen reichen, bei denen verschiedene Szenarien durchgespielt werden. Das Notfallmanagement sollte auch festlegen, in welchen Fällen externe Dienstleister hinzugezogen werden, wann staatliche Stellen eingeschaltet oder wie Mitarbeiter oder auch die Öffentlichkeit von dem Vorfall informiert werden können.

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