Mann mit Gips

Krankengeldanspruch

Das Brutto-Krankengeld beträgt 70 % Ihres letzten beitragspflichtigen Bruttoarbeitsentgelts, maximal jedoch 90 % Ihres Nettoarbeitsentgelts. Es ist im Jahr 2017 gesetzlich auf einen Höchstbetrag von 101,50 Euro pro Tag begrenzt.

Wenn Sie in den letzten zwölf Monaten vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit von Ihrem Arbeitgeber beitragspflichtige Einmalzahlungen erhalten haben, werden diese bei der Krankengeldberechnung berücksichtigt. Solche Einmalzahlungen sind zum Beispiel Weihnachts- oder Urlaubsgeld.

Steuern und Beiträge aus Ihrem Krankengeld

Das Krankengeld ist steuerfrei. Es wird jedoch ein Progressionsvorbehalt beim Finanzamt berücksichtigt. Das heißt: Das Krankengeld wird bei der Berechnung des Steuersatzes für die übrigen steuerpflichtigen Einkünfte berücksichtigt. Dadurch erhöht sich gegebenenfalls die Steuer auf diese Einkünfte. Die Betriebskrankenkasse Mobil Oil meldet die Krankengelddaten bis zum 28. Februar des Folgejahres an Ihr zuständiges Finanzamt. Über die gemeldeten Daten erhalten Sie eine schriftliche Bescheinigung. Rückfragen zur Steuerpflicht beantwortet Ihr zuständiges Finanzamt.

In den meisten Fällen ist das Krankengeld beitragspflichtig. Deshalb ziehen wir direkt Ihre Beiträge zur Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung ab und überweisen diese zusammen mit dem Anteil der BKK Mobil Oil an die zuständigen Versicherungsträger. Die Beitragspflicht hängt von einer Vielzahl von Details ab, die wir Ihnen gern individuell erläutern.

Auszahlung

Die Krankengeldauszahlung erfolgt grundsätzlich kalendertäglich. Wird das Krankengeld für einen ganzen Kalendermonat gezahlt, so wird dieser pauschal mit 30 Tagen angesetzt. Gleiches gilt, wenn Sie vor dem Krankengeld eine andere Entgeltersatzleistung in dem Monat bezogen haben. Das Krankengeld wird rückwirkend gezahlt, nämlich bis zu dem Tag, an dem Ihr Arzt Ihre Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausgestellt hat.

BEISPIEL

Bisher hat Ihr Arzt Ihnen Arbeitsunfähigkeit bis zum 17.08. bescheinigt. Am 15.08. stellt Ihr Arzt fest, dass Sie weiter arbeitsunfähig sind und stellt Ihnen eine weitere Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bis zum 30.08. aus. Sie reichen diese Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bei der Betriebskrankenkasse Mobil Oil ein. Wenn alle Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind, können wir Krankengeld (rückwirkend) bis zum 15.08. (Tag der Feststellung der Arbeitsunfähigkeit) an Sie auszahlen.

Zusätzlich zum Krankengeld zahlen einige Arbeitgeber einen Zuschuss. Fragen Sie bei Ihrem Arbeitgeber nach, ob im Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag ein Arbeitgeberzuschuss vorgesehen ist.

Versicherung mit Anspruch auf Krankengeld bei Beginn der Arbeitsunfähigkeit

Der Anspruch auf Krankengeld entsteht ab dem Tag, an dem Ihr Arzt Arbeitsunfähigkeit feststellt. Wenn Sie stationär in einem Krankenhaus beziehungsweise in einer Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtung behandelt werden, haben Sie ab dem ersten Tag der stationären Behandlung Anspruch auf Krankengeld. Voraussetzung für die Auszahlung ist jeweils, dass Sie am Tag des Entstehens Ihres Krankengeldanspruchs mit Anspruch auf Krankengeld versichert sind.

Beispiel

Am 15.08. stellt Ihr Arzt fest, dass Sie ab demselben Tag arbeitsunfähig sind. Am 15.08. müssen Sie mit Anspruch auf Krankengeld versichert sein, damit wir während der Arbeitsunfähigkeit Krankengeld an Sie auszahlen können. Eine Versicherung mit Anspruch auf Krankengeld kann zum Beispiel bestehen, wenn Sie in einem abhängigen Beschäftigungsverhältnis stehen oder wenn Sie Arbeitslosengeld von der Arbeitsagentur beziehen.

Versicherung mit Anspruch auf Krankengeld bei fortlaufender Arbeitsunfähigkeit wegen derselben Krankheit

Der Krankengeldanspruch wird für jede Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung beziehungsweise für jeden stationären Aufenthalt neu geprüft. Das heißt, auch bei jeder Folge-Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ist Voraussetzung für die Auszahlung von Krankengeld jeweils, dass Sie am Tag des Entstehens des Krankengeldanspruchs mit Anspruch auf Krankengeld versichert sind. Der Gesetzgeber hat festgelegt, dass der Anspruch auf Krankengeld und damit auch die Versicherung mit Anspruch auf Krankengeld bis zu dem Tag besteht, an dem die weitere Arbeitsunfähigkeit wegen derselben Krankheit ärztlich festgestellt wird, wenn diese ärztliche Feststellung am nächsten Werktag nach dem zuletzt bescheinigten Ende der Arbeitsunfähigkeit erfolgt. Samstage gelten insoweit nicht als Werktage.

BEISPIEL 1

Bisher hat Ihr Arzt Ihnen Arbeitsunfähigkeit bis 27.07. (Mittwoch) bescheinigt. Das heißt, bis 27.07. (Mittwoch) erhalten Sie Krankengeld und sind aufgrund des Krankengeldbezugs mit Anspruch auf Krankengeld versichert. Wenn Sie wegen derselben Krankheit über den 27.07. (Mittwoch) hinaus arbeitsunfähig sind, müssen Sie spätestens am 28.07. (Donnerstag) wieder zum Arzt gehen, damit Ihr Arzt an diesem Tag weiter Arbeitsunfähigkeit feststellen kann. Da der 28.07. (Donnerstag) der nächste Werktag nach dem 27.07. (Mittwoch) ist, sind Sie bis zu diesem Tag mit Anspruch auf Krankengeld versichert, wenn die ärztliche Feststellung der weiteren Arbeitsunfähigkeit wegen derselben Krankheit spätestens an diesem Tag erfolgt. Gehen Sie erst am 29.07. (Freitag) wieder zum Arzt, wären Sie unter Umständen nicht mehr mit Anspruch auf Krankengeld versichert und eine weitere Krankengeldzahlung wäre dann ggf. nicht mehr möglich.

BEISPIEL 2

Ihr Arzt hat Ihnen bisher Arbeitsunfähigkeit bis 30.08. (Freitag) bescheinigt. Das heißt, bis 30.08. erhalten Sie Krankengeld und sind aufgrund Ihres Krankengeldbezugs mit Anspruch auf Krankengeld versichert. Wenn Sie weiter, also über den 30.08. (Freitag) hinaus, wegen derselben Krankheit arbeitsunfähig sind, müssen Sie spätestens am 02.09. (Montag) wieder zum Arzt gehen, damit Ihr Arzt an diesem Tag weiter Arbeitsunfähigkeit feststellen kann. Da der 02.09. (Montag) der nächste Werktag nach dem 30.08. (Freitag) ist, sind Sie bis zu diesem Tag mit Anspruch auf Krankengeld versichert, wenn die ärztliche Feststellung der weiteren Arbeitsunfähigkeit wegen derselben Krankheit spätestens an diesem Tag erfolgt. Gehen Sie erst am 03.09. (Dienstag) wieder zum Arzt, wären Sie unter Umständen nicht mehr mit Anspruch auf Krankengeld versichert und eine weitere Krankengeldzahlung wäre dann ggf. nicht möglich.

VERSICHERUNG MIT ANSPRUCH AUF KRANKENGELD BEI FORTLAUFENDER ARBEITSUNFÄHIGKEIT WEGEN EINER NEUEN KRANKHEIT

Wenn Sie zwar weiter arbeitsunfähig sind, jedoch ein Diagnosewechsel eintritt, besteht der Anspruch auf Krankengeld und damit auch die Versicherung mit Anspruch auf Krankengeld nur bis zum Ende des bisherigen Arbeitsunfähigkeitsabschnitts und nicht darüber hinaus bis zu dem Tag, an dem die weitere Arbeitsunfähigkeit ärztlich festgestellt wird.

BEISPIEL

Bisher hat Ihr Arzt Ihnen Arbeitsunfähigkeit bis 27.07. (Mittwoch) bescheinigt. Das heißt, bis 27.07. (Mittwoch) erhalten Sie Krankengeld und sind aufgrund des Krankengeldbezugs mit Anspruch auf Krankengeld versichert. Wenn Sie wegen einer neuen Krankheit über den 27.07. (Mittwoch) hinaus arbeitsunfähig sind, müssen Sie spätestens am 27.07. (Mittwoch) zum Arzt gehen, damit Ihr Arzt an diesem Tag weiter Arbeitsunfähigkeit feststellen kann. Gehen Sie erst am 28.07. (Donnerstag) zum Arzt, wären Sie unter Umständen nicht mehr mit Anspruch auf Krankengeld versichert und eine weitere Krankengeldzahlung wäre dann ggf. nicht mehr möglich.

Ruhen des Anspruchs auf Krankengeld

Die Auszahlung von Krankengeld ist nur möglich, wenn der Anspruch auf Krankengeld nicht ruht. Das so genannte Ruhen des Krankengelds kann zum Beispiel eintreten, wenn Sie Ihre Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nicht rechtzeitig bei der Betriebskrankenkasse Mobil Oil einreichen. Auch solange Sie einen gesetzlichen Anspruch auf Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber haben, wird kein Krankengeld ausgezahlt.

Die Arbeitsunfähigkeit wird mit der sogenannten Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nachgewiesen. Diese wird vom Arzt auf Basis einer ärztlichen Untersuchung ausgestellt. Reichen Sie die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bitte innerhalb einer Woche nach Beginn der Arbeitsunfähigkeit bei der BKK Mobil Oil ein. Bei Folge-Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen gilt als Tag des Beginns der Arbeitsunfähigkeit der Tag der ärztlichen Feststellung der weiteren Arbeitsunfähigkeit. Wenn Sie Ihre Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nicht innerhalb der Wochen-Frist einreichen, ruht Ihr Anspruch auf Krankengeld. Für diesen Ruhenszeitraum können wir Ihnen kein Krankengeld auszahlen.

Solange Sie im Krankenhaus sind, reicht eine Mitteilung über die stationäre Behandlung, die vom Krankenhausarzt oder der Krankenhausverwaltung erteilt wird, aus. Die Übermittlung der Daten an uns übernimmt das Krankenhaus.

Wenn Sie während Ihres Krankengeldbezugs verreisen möchten, ist hierfür unter Umständen die Zustimmung der Krankenkasse notwendig. Anderenfalls kann es zum Ruhen Ihres Krankengeldanspruchs für die Urlaubszeit kommen und es wird in dieser Zeit kein Krankengeld gezahlt. Bitte rufen Sie uns deshalb rechtzeitig an, wenn Sie eine Reise planen.

Beispiel

Sie sind ab dem 06.08. (Dienstag) arbeitsunfähig. Die Wochenfrist für die Einreichung Ihrer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung verläuft vom 07.08. (Mittwoch) bis zum 13.08. (Dienstag). Spätestens am 13.08. muss Ihre Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bei der Krankenkasse vorliegen. Wenn Ihre Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung später eingeht, z. B. am 20.08., ruht der Anspruch auf Krankengeld bis zum 19.08. Krankengeld kann bis zu diesem Tag nicht ausgezahlt werden.

Wenn Sie Krankengeld beziehen, achten Sie bitte auf alle gesetzlichen Fristenregelungen und informieren Sie uns schnellstmöglich, sobald sich Ihre Adresse, Ihre Bankverbindung, Ihr Familienstand oder Ihr Arbeitsverhältnis ändern, wenn Sie eine Rehamaßnahme antreten oder wenn eine Rente bewilligt wird.

  • Versicherten mit Anspruch auf Krankengeld zahlen wir nach sechs Wochen Arbeitsunfähigkeit Krankengeld
  • Ihr Krankengeld beträgt rund 70 % Ihres Bruttoentgelts, höchstens aber 101,50 Euro pro Tag
  • Krankengeld wird kalendertäglich gezahlt, volle Monate werden mit 30 Tagen angesetzt

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