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Kariesinfiltration

Was ist Kariesinfiltration?

Die Berliner Charité hat in Zusammenarbeit mit der Universität Kiel eine neue Behandlungsmethode entwickelt, die eine beginnende Zahnkaries ohne den Einsatz des Bohrers stoppen kann. Hierbei wird gesunde Zahnsubstanz erhalten, die ansonsten durch den Bohrer zwangsläufig geschädigt wird. Die klassische Füllung ist dann nicht mehr notwendig.

Was ist das Modellvorhaben „Kariesinfiltration“?

Das Modellvorhaben ist eine, von der BKK Mobil Oil beauftragte, groß angelegte wissenschaftliche Studie mit einer Laufzeit von fünf Jahren unter Leitung von Professor Dr. Ulrich Schiffner vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Sie hat zum Ziel, herauszufinden, welchen Stellenwert die Kariesinfiltration im Vergleich zur Füllungstherapie besitzt und ob sie somit eine Verbesserung der zahnmedizinischen Versorgung darstellt.

 


Das Modellvorhaben läuft am 30.09.2015 aus und wird evaluiert. Die Studienergebnisse werden Anfang 2016 erwartet und im Anschluss als wissenschaftlicher Bericht veröffentlicht.
 

Wie funktioniert eine Kariesinfiltration?

Bei der Kariesinfiltration wird das Porensystem im Zahnschmelz mit einem speziellen Dentalkunststoff („Infiltrant“) aufgefüllt, stabilisiert und abgedichtet. Ein weiteres Voranschreiten der Karies wird durch den dichten Verschluss verhindert. 
 

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Der zu behandelnde Zahn wird mit Hilfe eines Spanngummis (Kofferdam) in der Mundhöhle isoliert. Bei sehr engen Zahnzwischenräumen wird ggf. der Abstand zwischen den Zähnen leicht geweitet.

 

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Mittels eines Gels wird die betroffene Stelle vorbereitet. Der Infiltrationskunststoff (ein extrem dünnflüssiger Dentalkunststoff) wird an die zu behandelnde Stelle aufgebracht, wo er – wie von einem trockenen Schwamm – von dem Porensystem im Zahnschmelz aufgesaugt wird und tief in den kariösen Schmelz eindringt. Dadurch wird die Karies „eingefroren“ und kann nicht weiter voranschreiten.
 

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Nach der Lichthärtung ist die Behandlung abgeschlossen.

Wie entsteht Karies?

Jedes „Loch“ im Zahn hat mal ganz klein angefangen:

 

Bestimmte Bakterienarten in unserer Mundhöhle wandeln bevorzugt Zucker und andere Kohlenhydrate aus unserer Nahrung in Säuren um, welche dann den Zahnschmelz angreifen: Die Säuren lösen Mineralien aus der Schmelzoberfläche heraus und es entsteht zunächst ein kleines Porensystem innerhalb der Schmelzstruktur. Schreitet dieser Prozess unbehandelt voran, werden immer weiter Mineralien herausgelöst und das Porensystem weitet sich zu einem „Loch“ aus bis hin zur völligen Zerstörung des Zahnes.

 

Bisher gab es bei der Behandlung von beginnender Karies nur zwei Möglichkeiten:

  • Fluoridierung, was im etwas fortgeschrittenem Stadium nicht mehr wirkungsvoll ist
  • Bohren und Füllen, was selbst bei behutsamer Anwendung verhältnismäßig viel gesunde Zahnsubstanz opfert

Karies in den Zahnzwischenräumen

Im Rahmen des Modellvorhabens beteiligt sich die Betriebskrankenkasse Mobil Oil an den Kosten für die Infiltrationsbehandlung einer Karies, welche sich an einer dem Zahnzwischenraum zugewandten Fläche befindet.

 

Die Zahnzwischenräume sind besonders kariesanfällig, da sie mit einer normalen Zahnbürste nicht gesäubert werden können und eine spezielle Pflege – mit Zahnzwischenraumbürstchen oder Zahnseide – bedürfen.
Eine beginnende Karies ist nicht schmerzhaft und bleibt daher lange unentdeckt – bis der Schaden eine gewisse Größe erreicht hat oder der Zahn zu schmerzen beginnt. Dann aber ist es zu spät für die schonende Infiltrationsbehandlung. Frühe Karies in diesem Bereich ist nur auf dem Röntgenbild sichtbar, beispielsweise im Rahmen der jährlichen Vorsorgeuntersuchung.

Die Prophylaxe bleibt weiterhin der beste Weg für gesunde Zähne – ein Leben lang!

Informieren Sie sich bei Ihrem Praxisteam auch über gezielte Vorsorgemaßnahmen:

  • Gute häusliche Mundhygiene: insbesondere die Zahnzwischenraumpflege!
  • Eine gesunde Ernährung – hilft nicht nur den Zähnen!
  • Die Professionelle Zahnreinigung unterstützt Sie nicht nur bei der Gesunderhaltung Ihrer Zähne, sondern wird auch von Ihrer Betriebskrankenkasse Mobil Oil im Rahmen des Bonus-programms fitforcash finanziell gefördert.
  • Fluoridierung zur Härtung des Zahnschmelzes
  • Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren: Individualprophylaxe-Programm. Die Kosten werden von Ihrer Betriebskrankenkasse Mobil Oil übernommen.