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Sport für Kleinkinder

Kinder brauchen viel Bewegung, um sich gesund zu entwickeln. Welche Sportart passt, hängt vom Alter und den Interessen ab.

 

Kinder sollten sich täglich austoben können, damit sich ihre Muskeln und koordinativen Fähigkeiten optimal entwickeln. Doch vielen von ihnen wird diese Notwendigkeit immer häufiger verwehrt: Sie werden im Kinderwagen durch die Stadt geschoben, mit dem Auto zur Kita gefahren und gehen nur noch Strecken von maximal zehn Minuten zu Fuß.

 

Dieser Bewegungsmangel im Kindesalter rächt sich im späteren Leben. „Kinder und Jugendliche, die keinen aktiven Lebensstil lernen, tun sich auch später schwer damit, sich zu bewegen“, erklärt Prof. Dr. Hans Peter Brandl-Bredenbeck vom Lehrstuhl für Sportpädagogik der Universität Augsburg. „Dies führt dazu, dass sie als Erwachsene überdurchschnittlich häufig mit Problemen wie Übergewicht, Bluthochdruck oder Diabetes zu kämpfen haben.“ Umso wichtiger ist es, dass Kinder schon in den ersten Lebensjahren genügend Bewegung bekommen und gezielt auch an Sport herangeführt werden. Am besten sind Sportarten, die zunächst den Altersanforderungen entsprechen, dem Kind Spaß machen und seine individuellen Talente fördern.

Schwimmen

Das erste Schwimmabzeichen verschafft nicht nur Sicherheit im Wasser, es stärkt auch das Selbstbewusstsein Ihres Kindes.

Das Planschen im warmen Becken ist schon für Babys ab einem Alter von sechs Monaten geeignet, vorerst selbstverständlich nur auf dem sicheren Arm eines Elternteils. Durch den Wasserdruck werden insbesondere die Lungen trainiert. Für Kinder ab einem Jahr gibt es sogenannte Wassergewöhnungskurse, ab einem Alter von drei bis vier Jahren dann richtige Schwimmkurse. Hier lernen sie, sich eigenständig über Wasser zu halten, und werden langsam mit den Bewegungsabläufen beim Brustschwimmen und Kraulen vertraut gemacht.

Schwimmen beansprucht den gesamten Körper und ist dabei besonders gelenkschonend. Es trainiert vor allem Ausdauer und Körperkoordination und fördert den Muskelaufbau. Schwimmvereine bieten Prüfungen an, bei denen Kinder ihr Können unter Beweis stellen und Abzeichen, wie z. B. das „Seepferdchen“, erlangen können. Viele weitere Abzeichen können bereits in Jungen Jahren abgelegt werden, abhängig vom Trägerverband Ihres Schwimmvereins.

Turnen

Sportvereine und Volkshochschulen bieten Kurse mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden für jede Altersstufe an.

Sobald Kinder laufen, wollen sie alles erkunden. Turnkurse ab drei Jahren bieten hier genügend Möglichkeit, die neu gewonnenen Fähigkeiten auszuprobieren und weiterzuentwickeln.

Seilspringen, über Kästen klettern, Purzelbäume schlagen und lernen, Bälle zu werfen und zu fangen – das macht Kindern riesigen Spaß und hat zudem noch einen positiven Nebeneffekt: Gleichgewicht, Koordination und Gelenkigkeit, Ausdauer und Körperkraft werden trainiert und gefördert. Gemeinsam in der Gruppe zu spielen, legt außerdem den Grundstein für viele soziale Kompetenzen wie Rücksichtnahme und Fairness.

Tanzen

Tanzen nur für Mädchen? Aber nein, auch für kleine Jungs gibt es spezielle Angebote, die Suche danach lohnt sich.

Ob Kinderlieder oder Melodien aus dem Radio – wenn irgendwo Musik ertönt, fangen Kinder automatisch an, sich zu bewegen. Ab einem Alter von drei Jahren können Eltern sie zum Kindertanz oder Ballettunterricht anmelden.

Hier lernen sie vor allem, wie man sich im Rhythmus oder synchron zur Gruppe bewegt und die Körperteile koordiniert. Außerdem steigert Tanzen erwiesenermaßen die Konzentration, regt die Kreativität an und fördert soziale Kompetenzen. Choreografien werden gemeinsam einstudiert und den Eltern bei kleinen Auftritten präsentiert – das steigert das Selbstwertgefühl.

Kampfsport

Karate Kid hat es vorgemacht: Wer in Sportarten wie Judo, Jiu-Jitsu und Co. glänzen will, muss nicht unbedingt groß und stark sein. Hier ist mehr Köpfchen als Muskelkraft gefragt. Diese wichtige Lektion für das ganze Leben können Kinder bereits ab einem Alter von fünf Jahren lernen.

In speziellen Kursen werden Kindern die verschiedenen Kampfkünste auf spielerische Weise vermittelt. Dabei lernen sie, respektvoll miteinander umzugehen und auch Niederlagen zu verkraften. Das Training ist gut für Kraft und Koordination, schult die Konzentration und steigert die Reaktionsschnelligkeit. Außerdem fördert Kampfsport das Selbstwertgefühl und eignet sich daher auch besonders gut für schüchterne Kinder.

Ballsport

Tipp: Die meisten Vereine bieten Schnuppertage oder Probetrainings an. Meist zeichnet sich hierbei schon ab, ob das Kind Freude an der Sportart findet oder nichts damit anfangen kann.

Je mehr Sportarten Kinder in jungen Jahren ausprobieren, desto besser lernen sie ihre persönlichen Stärken und Talente kennen. Im weiten Spektrum der unterschiedlichen Ballsportarten ist meist für jeden etwas dabei.

Schon ab einem Alter von fünf Jahren können Kinder sich dabei in Ausdauer, Gleichgewicht und Konzentration üben. Mannschaftssportarten wie Hockey, Handball oder Fußball fördern Teamgeist und soziale Kompetenzen in besonderem Maß. Doch auch bei Individualsportarten wie Tennis, Golf oder Badminton wird in Gruppen trainiert.

Fitness ist Familiensache

Neben den eigenen Sportkursen der Kinder bieten sich auch zahlreiche Möglichkeiten für sportliche Aktivitäten mit der ganzen Familie. Bei einem Besuch im Spaßbad, ausgedehnten Spaziergängen oder Kletter- und Entdeckungstouren in der Natur können Eltern ihren Kindern einen aktiven Lebensstil nahebringen und sie für Bewegung begeistern. Manche Anbieter haben auch spezielle Familien-Fitnesskurse im Angebot.

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