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Stillen: Das Beste für Ihr Kind

Wenn Sie Ihr Baby in seinen ersten Lebensmonaten stillen, bieten Sie ihm eine maßgeschneiderte Ernährung und noch viel mehr.

Muttermilch – ein echtes Superfood

Gestillte Kinder sind seltener krank als nicht gestillte Kinder.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, Säuglinge in den ersten sechs Monaten nach der Geburt ausschließlich zu stillen. Der Grund: Muttermilch enthält alle wichtigen Nährstoffe, die Ihr Kind braucht, in der richtigen Qualität und Menge. Sie ist leicht verdaulich, passt sich den wachsenden Nahrungsbedürfnissen des Säuglings an und schützt ihn vor Infektionen. Außerdem erfährt Ihr Baby beim Stillen Ihre Nähe und fühlt sich geborgen wie im Mutterleib. Auch für Sie als Mutter bietet das Stillen viele Vorteile: Es spart Arbeit, Zeit und Geld, ist umweltfreundlich, macht Sie unabhängig, auch wenn Sie unterwegs sind, und fördert darüber hinaus die Rückbildung der Gebärmutter.

Stillen oder nicht? Sie entscheiden!

In Deutschland werden 81,5 % der Kinder zumindest zeitweilig gestillt, die durchschnittliche Dauer des vollen Stillens beträgt 4,6 Monate.[1] Ob Sie Ihr Kind stillen oder nicht, bleibt letztlich Ihre ganz individuelle Entscheidung. Am besten informieren Sie sich bereits während der Schwangerschaft über das Thema, zum Beispiel in Ihrem Geburtsvorbereitungskurs. Sinnvoll ist es, sich auch mit dem Partner und der Familie darüber auszutauschen, denn Stillen erfordert neben Ruhe und Zeit auch die Rücksichtnahme und Unterstützung Ihrer Umgebung.

Was könnte gegen das Stillen sprechen?

  • Behandlung mit bestimmten Medikamenten und Antibiotika (Einnahme grundsätzlich nur nach Absprache mit dem Arzt)

  • Übertragbare Infektionen wie AIDS, Hepatitis B und Windpocken

  • Schwere Brustentzündung (vorübergehend)

Muss man stillen lernen?

Fast jede Frau kann stillen. Grundsätzlich läuft dabei alles wie von selbst. Das A und O ist, sich zu entspannen und einen gemeinsamen Rhythmus zu finden. Unmittelbar nach der Geburt ist der Suchreflex des Babys besonders ausgeprägt, deshalb ist es optimal, sofort Hautkontakt auf dem Bauch der Mutter herzustellen. Wird es nicht gestört, dockt Ihr Baby in der Regel innerhalb von ein bis zwei Stunden selbstständig an und beginnt zu saugen. Wie oft und lange Sie stillen, hängt vom Bedarf des Kindes ab. In den ersten Lebenswochen werden die meisten Säuglinge zehn- bis zwölfmal innerhalb von 24 Stunden angelegt.

Ihre Ernährung während der Stillzeit

Ebenso wie in der Schwangerschaft ist auch in der Stillzeit eine ausgewogene Ernährung wichtig, um Ihre Nährstoffverluste durch das Stillen auszugleichen. Sie sollten insbesondere darauf achten, ausreichend Omega-3-Fettsäuren aufzunehmen (Seefisch, Raps-/Walnussöl). Auf Rauchen und Alkoholgenuss sollten Sie jetzt komplett verzichten, da die Giftstoffe in die Muttermilch übergehen. Kaffee, schwarzer Tee und andere koffeinhaltige Getränke sind nur in Maßen erlaubt.

Wir helfen Ihnen bei einer gesunden Ernährung

Da Sie sich nicht nur in der Stillzeit gesund und ausgewogen ernähren sollten, bieten wir Präventionskurse zum Thema Ernährung an. Informieren Sie sich gleich über unsere Gesundheitskurse.

Fragen? Sie sind nicht allein!

Falls beim Stillen Probleme auftauchen oder Sie allgemeine Fragen haben, stehen Ihnen Ihre Hebamme und Ihr Gynäkologe mit Rat und Tat zur Seite. Auch ehrenamtliche Stillberaterinnen sowie professionelle Still- und Laktationsberaterinnen (IBCLC) können Ihnen effektive Unterstützung zum Stillen anbieten. In Stillgruppen bekommen Sie nicht nur Informationen, Sie können das Stillen auch direkt beobachten und fragen stellen.

Hilfreiche Links:

  • Die Arbeitsgemeinschaft Freier Stillgruppen (AFS) bietet Stillgruppen, Stillberaterinnen, eine Stillhotline und zahlreiche Veröffentlichungen zu unterschiedlichen Stillthemen.

  • Die La Leche Liga ist eine weltweite Organisation von Müttern, die selbst stillen oder gestillt haben. Sie bietet Stillgruppen, Stillberatung und zahlreiche Veröffentlichungen für Mütter an.

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