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Surfen im Internet: Wie viel ist für Kinder okay?

Wenn Kinder ständig im Internet unterwegs sind oder per Smartphone kommunizieren, verunsichert das viele Eltern. Wann kann man von Internetsucht sprechen? Sind Verbote sinnvoll? Ein neues Beratungsangebot bietet Hilfe.

 

Wie selbstverständlich digitale Medien für Kinder und Jugendliche zum Alltag gehören, zeigen die Nutzungszahlen: Mit 97 % nutzen praktisch alle Jugendlichen das Internet. 80 % der 12- bis 19-Jährigen sind täglich online, weitere 12 % mehrmals pro Woche.[1] Bei den Kindern zwischen 6 und 13 Jahren surfen bereits 40 % jeden Tag und 44 % mehrmals pro Woche.[2] Und auch das Ausmaß der Nutzung ist beachtlich: Jugendliche verbringen heute täglich 208 Minuten im Internet – das sind dreieinhalb Stunden. Der Großteil der Online-Zeit entfällt auf Kommunikation (40 %), ein Viertel auf Unterhaltung, ein Fünftel auf Spiele und 14 % dienen der Suche nach Informationen.

Das Internet birgt für Kinder Chancen und Risiken

Für sich genommen sind Internet oder Computerspiele nicht nur positiv oder negativ zu bewerten. In Schule und Beruf wird sogar erwartet, kompetent mit Computer und Internet umgehen zu können. Daneben aber wachsen Jugendliche mit dem Bewusstsein grenzenloser Kommunikationsmöglichkeiten auf. Viele fühlen sich unvollständig, wenn sie etwa ihr Handy vergessen oder keine Möglichkeit haben, das Internet zu nutzen. Durch mobile Geräte wie Smartphones und dazugehörige Internetflatrates wird das Maß an Erreichbarkeit und ständiger Internetnutzung massiv verstärkt. Gleichzeitig wird es dadurch möglich, fast überall die Realität zu verlassen und in eine virtuelle Welt einzutauchen, entweder in Form von Computerspielen oder innerhalb sozialer Netzwerke. Wenn hier passende Mechanismen fehlen, die eine kompetente und selbstkritische Mediennutzung ermöglichen, kann der Grundstein für eine mögliche Abhängigkeit gelegt werden.

Wie viel ist zu viel?

Viele Eltern sind unsicher, wie sie mit der intensiven Internetnutzung von Kindern und Jugendlichen umgehen sollen. Klar ist: Eine exzessive und unkontrollierte Computerspiel-, Smartphone- oder Internetnutzung kann zur Abhängigkeit führen. Doch was bedeutet das genau? Experten gehen davon aus, dass vor allem Onlinespiele ein Suchtpotenzial für junge Menschen haben. Aber auch soziale Netzwerke und Chats könnten süchtig machen. Wie viele Stunden Internetkonsum für Kinder und Jugendliche unbedenklich sind, lässt sich nicht pauschal bestimmen. Problematisch wird es aber auf jeden Fall, wenn der Nutzer ein unwiderstehliches Verlangen entwickelt und nicht mehr selbst über Beginn, Ende und Dauer entscheiden kann. Wird das Internet dann verboten, könnten Entzugserscheinungen wie Aggressionen, Schlafstörungen oder Depressionen auftreten.

Internetsucht: Beratungsangebot für Eltern

Bei allen Risiken und Bedenken: Online-Aktivitäten komplett zu verbieten, ist keine Lösung. Vielmehr muss der Nachwuchs lernen, sinnvoll mit dem Internet umzugehen. Seit kurzem bietet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) Erwachsenen eine Beratung per E-Mail zur Onlinenutzung Jugendlicher. Auf www.multiplikatoren.ins-netz-gehen.de können Mütter, Väter und auch Lehrerinnen und Lehrer konkrete Fragen rund um jugendliche Mediennutzung stellen. Ein Beratungsteam beantwortet die E-Mails innerhalb von 48 Stunden auf der Grundlage neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse und unterstützt mit pädagogisch bewährten Tipps. Kindern und Jugendlichen selbst bietet die BZgA übrigens unter www.ins-netz-gehen.de interaktiv aufbereitete Infos zur verantwortungsvollen und risikofreien Internetnutzung. Hier können sie mit einem Online-Selbsttest auch checken, ob ihr Intenetkonsum noch im „grünen Bereich“ ist.

                                                                                                                                   

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