Brustkrebs - Diagnostik & Therapie
Früherkennung
Frauen mit Brustkrebs haben heute gute Chancen wieder vollständig gesund zu werden. Der Tumor muss nur rechtzeitig entdeckt werden. Ist der Krebs noch klein und hat sich noch nicht im Körper ausgebreitet, lässt er sich am besten besiegen. Viele Länder bieten daher regelmäßige Checks zur Früherkennung an - so auch Deutschland. Die gesetzliche Krebsfrüherkennung können die Versicherten kostenlos wahrnehmen. Welche Untersuchungen gemacht werden, hängt vom Alter der Frau ab.
Frauen ab 30
Für Frauen ab dem Alter von 30 Jahren sieht das gesetzliche Programm jährliche Untersuchungen vor. Der Arzt - am besten der Frauenarzt - tastet die Brüste und die Lymphknoten in den Achselhöhlen ab. Er achtet auf Hautveränderungen und vergleicht die Größe und Form der Brüste. Jede Frau sollte ihren Busen allerdings auch einmal im Monat selbst untersuchen. So bekommt sie Übung und ein Gefühl für ihr Drüsengewebe. Wann der beste Zeitpunkt für die Selbstuntersuchung ist und wie sie durchgeführt wird, erklärt Ihnen der Arzt beim Früherkennungstermin.
Frauen zwischen 50 und 69 Jahren
Seit Anfang 2004 gehört die Mammografie - also die Röntgenuntersuchung der Brust - zum gesetzlichen Früherkennungsprogramm. Sogenannte „Zentrale Stellen“ laden Frauen zwischen 50 und 69 Jahren alle zwei Jahre per Brief zu einer Reihenuntersuchung (Mammografie-Screening) ein. Internationale Erfahrungen zeigen, dass Frauen in dieser Altersgruppe am meisten von der Untersuchung profitieren. Die Mammografie ergänzt die jährliche Früherkennungsuntersuchung beim Arzt, sollte sie jedoch auf keinen Fall ersetzen.
Inzwischen liegen erste Ergebnisse des Mammografie-Screenings vor: Knapp 20 Prozent der entdeckten Tumoren waren in situ Karzinome, also Frühformen oder Krebsvorstufen. Etwa 30 Prozent der invasiven Brusttumoren waren kleiner als zehn Millimeter und bei mehr als zwei Dritteln der entdeckten Brustkrebse waren die Lymphknoten noch nicht befallen. Mit rund 54 Prozent lag die Teilnahmerate aber deutlich unter der geforderten minimalen Quote von etwa 70 Prozent.
Unabhängig vom Alter können Frauen ertastete Knoten oder eine andere Auffälligkeit mit einer Mammografie abklären lassen. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen in diesem Fall die Kosten.
Frauen über 70
Das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, steigt mit dem Alter. Deshalb empfehlen Experten auch Frauen über 70 Jahren, regelmäßig zur Früherkennung zu gehen. Zum gesetzlichen Check-up gehört - wie bei den Frauen ab 30 - die einmal jährliche Tastuntersuchung von Brust und Achselhöhlen, jedoch keine Mammografie.
Frauen mit familiärem Risiko
Einige Frauen tragen ein erblich bedingtes erhöhtes Brustkrebsrisiko in sich. In ihren Familien taucht Brustkrebs gehäuft und zum Teil schon in jungen Jahren auf. Frauen aus solchen „Hochrisikofamilien“ sollten sich bereits früher und in kürzeren Abständen untersuchen lassen. Diese engmaschigeren Kontrollen sind jedoch nicht Teil des gesetzlichen Programms.
Experten der Deutschen Krebshilfe empfehlen Frauen mit familiärem Risiko, bereits ab dem 25. Lebensjahr ihre Brust einmal im Monat selbst abzutasten. Alle sechs Monate sollten sie eine Tast- und eine Ultraschalluntersuchung und einmal im Jahr eine Kernspintomografie der Brust (Mamma-MRT) bei ihrem Arzt durchführen lassen. Ab dem 30. Lebensjahr raten Fachleute der Risikogruppe einmal im Jahr zu einer Mammografie.
