drei Kinder im Baumhaus

Wissen Kindergesundheit

Regelmäßige Vorsorge beim Arzt, psychische Stabilität, Bewegung und Ernährung spielen beim Thema Gesundheit eine zentrale Rolle. Ebenfalls wichtiges Eltern-Wissen: Was ist bei Erste-Hilfe-Maßnahmen für Kinder zu beachten?

Ernährung für Babys

Schon von Geburt an beeinflusst Ernährung die Entwicklung und Gesundheit. Viele Eltern sind aber verunsichert, welche Nahrung für ihr Baby oder Kleinkind die richtige ist. Als Hilfestellung gibt es deshalb einheitliche Empfehlungen zur Säuglings- und Kinderernährung.

Die ersten vier Monate: Reichhaltige Muttermilch

Bis zu Beginn des fünften Monats brauchen gesunde Babys nur Milchmahlzeiten. Am besten bekommt ihnen Muttermilch, denn durchs Stillen werden die Kleinen mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt. In den ersten sechs Monaten ist die Muttermilch für Babys außerdem ein idealer Allergieschutz: Sie kann das Allergierisiko in den ersten Lebensjahren um bis zu 50 % senken.

Wer nicht stillen kann oder möchte, kann auch industriell hergestellte Säuglingsnahrung verwenden, die den Energie- und Nährstoffbedarf des Nachwuchses ebenfalls abdeckt.

Zeit für die erste Beikost: am besten nach Fahrplan

Ab dem fünften und spätestens mit Beginn des siebten Monats sollten Babys Beikost bekommen. Denn die Kleinen sind jetzt schon so gut entwickelt, dass sie durch Muttermilch oder Säuglingsnahrung allein nicht mehr genug Energie und Nährstoffe erhalten. Zur Beikost gehört alles, was das Baby außer der Milch noch bekommt, wie etwa Obst, Gemüse, Kartoffeln, Fleisch, Getreide und Breie, die daraus hergestellt wurden. Die Breie können Sie selbst zubereiten oder kaufen. Auf Zusätze wie Zucker, Salz oder Aromen sollten Sie verzichten.

Fahrplan für die Breie

Damit das Baby sich nach und nach an die neue Kost gewöhnen und sich auch die Verdauung umstellen kann, sollten Sie Monat für Monat eine Milchmahlzeit durch einen Brei ersetzen und die verschiedenen Zutaten nacheinander einführen. Am Anfang sollte es nur eine neue Zutat pro Woche sein, zum Beispiel erst Möhren und eine Woche später Kartoffeln. Wenn Ihr Baby den Brei gut verträgt und ihn aufisst, können Sie eine neue Variation wählen.

Das Netzwerk „Gesund ins Leben“, das vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) gefördert wird, empfiehlt folgenden Brei-Fahrplan:

Fünfter bis siebter Monat: Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei
Gut verträgliche Gemüsesorten sind Karotten, Blumenkohl, Brokkoli, Kohlrabi, Zucchini, Pastinaken und Kürbis. Das Fleisch können Sie gelegentlich durch Fisch, zum Beispiel Lachs, ersetzen.

Sechster bis achter Monat: Milch-Getreide-Brei
Zwischen dem sechsten und achten Monat kommt ein Milch-Getreide-Brei hinzu, der eine weitere Milchmahlzeit ersetzt. Ihr Baby lernt jetzt zum ersten Mal Kuhmilch kennen. Größere Mengen davon sollten es aber nicht sein, denn die können die Nieren belasten. Experten raten deshalb davon ab, Säuglingen zusätzliche Milchprodukte wie Quark, Joghurt oder Milchpudding zu geben. Kuhmilch als Getränk sollten Babys frühestens mit Beginn des zehnten Monats bekommen.

Siebter bis neunter Monat: Getreide-Obst-Brei
Zwischen dem siebten und neunten Monat kommt der dritte Brei hinzu, ein milchfreier Getreide-Obst-Brei. Pro Tag genügen eine Getreide- und eine Obstsorte. Am besten ist Vollkorn. Beim Obst können Sie abwechseln. Gut verträglich sind Banane, Apfel, Birne, Pfirsich, Nektarine und Aprikose. Obst allein reicht als eigenständige Mahlzeit nicht aus, da es nicht ausreichend Energie und Nährstoffe enthält.

Übergang zur Familienkost: Einfache Grundregeln

Kind isst Obst am Tisch

Ab dem zehnten Monat etwa können Babys langsam an die Familienkost gewöhnt werden. Die vier gleich großen Milch- und Beikostmahlzeiten gehen dann in drei Hauptmahlzeiten und zwei Zwischenmahlzeiten der Familienkost über.

Es gilt: Salzen Sie sparsam, verzichten Sie auf scharfe Gewürze und vermeiden Sie schwer verdauliche, blähende und sehr fettreiche Speisen. Wegen der Erstickungsgefahr sollten Sie auf Nüsse, ungeschälte Apfelstücke und harte Karottenstücke verzichten. Auch runde Lebensmittel wie Trauben sind ungeeignet. Ideal sind jetzt Speisen, die das Kind mit dem Speichel aufweichen kann, wie Zwieback, Brothappen, Dinkelstangen sowie gegarte Gemüse- und Kartoffelstücke.

Einfache Grundregeln beachten:
Das Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund (FKE) hat für die Kinderernährung drei einfache Grundregeln aufgestellt:

  1. viel Obst, Gemüse und ausreichend Flüssigkeit
  2. tierische Lebensmittel wie Fleisch, Wurst oder Käse nur in Maßen
  3. mit fettreicher Kost und Süßigkeiten sparsam umgehen

Wenn die Nahrung fester wird, brauchen Babys mehr Flüssigkeit. Am besten eignet sich stilles Mineralwasser oder ungesüßter Tee (zum Beispiel Fencheltee). Wasser mit Kohlensäure kann Blähungen verursachen. Auf Instant-Tees und Fruchtsaftgetränke besser verzichten, da sie viel Zucker beinhalten.

Viele Ernährungstipps für Stillende und Babys finden Sie hier: www.gesund-ins-leben.de

Broschüre: Gesund groß werden

Informationen zur Vorsorge und Ernährung in der Schwangerschaft sowie Tipps zum Stillen und zur gesunden Ernährung von Säuglingen und Kleinkindern haben wir in unserer Broschüre „Gesund groß werden“ zusammengestellt.

Stress bei Kindern und Jugendlichen

Wenn die genannten Symptome dauerhaft oder gebündelt auftreten, sollten Eltern genauer hinsehen.

Nicht nur Erwachsene leiden unter den zunehmenden Anforderungen. Auch Kinder und Jugendliche stehen im Alltag oftmals unter Stress: Klausuren, Musikunterricht, Fußballtraining, Ärger mit Freunden oder der Familie. Achten Sie bei Ihrem Kind deshalb frühzeitig auf erste Anzeichen von Überforderung.

Typische Stress-Symptome bei Kindern sind:

  • Nervosität
  • Angst
  • Bauchschmerzen
  • Aggressivität
  • Lustlosigkeit
  • Schlaflosigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Weinerlichkeit
  • sozialer Rückzug

Wenn ein Vokabeltest oder eine wichtige Klausur anstehen, können solche Reaktionen natürlich einmal vorkommen. Bleiben die Stresssymptome jedoch über einen längeren Zeitraum bestehen, sollten Sie den Tagesablauf Ihres Kindes genauer prüfen und gegebenenfalls umstrukturieren.

Pausen und Freizeit einplanen

  • Lassen Sie Ihrem Kind nach der Schule Nachmittage, an denen es nur Faulenzen oder Spielen kann. Nicht jeder Tag sollte zum Beispiel mit Klavierunterricht, Nachhilfe oder Aktivitäten in einem Sportverein durchgeplant sein.
  • Filtern Sie die Gefühle Ihres Kindes und sprechen Sie sie aus. Sagen Sie also zum Beispiel: „Du bist ja müde“ oder „Du brauchst jetzt eine Pause“. Oftmals erkennen Kinder das nicht oder haben Angst, vermeintliche Schwächen zu zeigen.
  • Bauen Sie Ihrem Kind Lernpausen ein, in denen es spielen, Musik hören, toben oder etwas essen kann.
  • Haben Sie realistische Erwartungen an Ihr Kind. So schalten Sie eine große Stressquelle für den Nachwuchs aus.
  • Vermitteln Sie Ihrem Kind, dass es offen mit Ihnen über Probleme reden kann. Nehmen Sie sich Zeit für Gespräche, zum Beispiel bei einem Ausflug oder beim gemeinsamen Kochen.
  • Vielleicht fällt es Ihrem Kind leichter, mit Freunden in einer Lerngruppe zu lernen? Wenn der Vorschlag gut ankommt, können Sie zusammen die Umsetzung planen.
  • Achten Sie darauf, dass auch Sie als Elternteil sich Ihre Zeit gut einteilen, denn Ihr Stress kann sich auch auf das Kind übertragen.

Rechtzeitig Hilfe suchen

Wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie Ihrem Kind alleine nicht mehr helfen können: Zögern Sie nicht, sich fachliche Hilfe zu suchen. Sie können sich zum Beispiel an eine Familienberatungsstelle, einen Kinderarzt, den Schulpsychologen oder an einen Psychotherapeuten wenden. Bei schulischen Problemen sollten Sie ein Gespräch mit dem Klassenlehrer vereinbaren.

Schlafstörungen bei Kindern

Dauerhafte Probleme beim Einschlafen sollten Eltern ernst nehmen.

Nicht nur Erwachsenen kann der Schlaf Probleme bereiten. Auch manche Kinder leiden schon unter Einschlafstörungen. Das ist hin und wieder ganz normal und kein Grund zur Beunruhigung. Wenn sich das Sandmännchen jedoch über einen längeren Zeitraum vergebens bemüht, sollten Eltern handeln und nach den Ursachen forschen. Denn ein regelmäßig schlechter Schlaf kann auch die kindliche Entwicklung belasten.

Achten sollten Eltern bei ihrem Kind auf Anzeichen wie:

  • Schlafprobleme über einen Zeitraum von mehr als drei Wochen
  • Müdigkeit am Tag
  • Ringe unter den Augen
  • Konzentrationsschwächen
  • Hyperaktivität
  • Antriebslosigkeit
  • Weinerlichkeit
  • nächtliches Einnässen
  • häufige Alpträume

Ursachen identifizieren, um Lösungen zu finden

Zunächst einmal gilt es, die Gründe für die Einschlafstörungen zu finden. Diese können ganz unterschiedlich sein, zum Beispiel Überforderung, Stress, Aufregung, Freude oder gesundheitliche Faktoren wie eine Erkältung oder ähnliches. Oftmals haben Kinder aufregende Erlebnisse des Tages abends noch nicht verarbeitet. Dies kann ebenfalls am Einschlafen hindern. Auch, wenn kurz vor dem Zubettgehen noch der Fernseher läuft oder Computer gespielt wurde, sind viele Kinder aufgedreht und kommen nur schwer zur Ruhe. Manche Kinder werden jedoch auch von Ängsten geplagt. Das kann bei den Kleinen beispielsweise ein Monster sein, bei Schulkindern der anstehende Test oder ein Referat vor der Klasse. Vielleicht wird der Nachwuchs auch gemobbt? Es ist wichtig, auch solche Dinge konkret anzusprechen.

Ansätze und Maßnahmen bei Einschlafstörungen

Schlaftagebuch führen
Um herauszufinden, was das Kind am Ein- oder Durchschlafen hindert, sollten Sie es genau beobachten. Zwar kann auch Nachfragen in einigen Fällen Klarheit bringen, doch nicht immer sind Kinder auch in der Lage, die Gründe für Schlafstörungen selbst zu erkennen und zu benennen. Um den Ursachen auf die Schliche zu kommen, kann es hilfreich sein, über einen gewissen Zeitraum ein Schlaftagebuch zu führen. Die Zusammenhänge zwischen bestimmten Ereignissen des Tages und Schlafproblemen lassen sich so leichter erkennen.

Störquellen ausschalten
Schauen Sie sich das Kinderzimmer genau an. Gibt es vielleicht Störfaktoren wie eine Lichtquelle oder das Haustier im Zimmer? Ist es zu dunkel oder zu laut zum Einschlafen? Auf Nachfrage können dies meist auch kleinere Kinder schon beantworten. Viele solcher Störfaktoren lassen sich leicht beseitigen oder zumindest reduzieren. Auch das Bett an sich ist entscheidend: Steht es zu nah an der Tür oder ist es zu überladen mit Kuscheltieren oder Kissen?

Ängste mindern
Besonders bei kleineren Kindern können Schlafstörungen auf Ängsten beruhen, zum Beispiel vor einem Ungeheurer unter dem Bett oder im Kleiderschrank. Hier hilft es oftmals, die Ängste durch eine Phantasiegeschichte, die Sie dem Kind erzählen, zu reduzieren. So können Sie dem Kind etwa eine Kette oder ein „magisches“ Kuscheltier ins Bett legen, das Zauberkräfte hat und alles Böse vom Zimmer fern hält.

Rituale pflegen
Gemeinsame Rituale, die sich jeden Abend wiederholen, erleichtern Kindern das Einschlafen. Egal, ob sie gemeinsam kuscheln, sich ein Buch anschauen, eine Gute-Nacht-Geschichte vorlesen, puzzeln oder über den vergangenen oder kommenden Tag sprechen – die Zeit vor dem Zubettgehen sollte ruhig und entspannt sein. Im Umkehrschluss bedeutet dies: kein Fernsehen, kein Computer oder Handy und kein lautes, elektrisches Spielzeug. Auch Aufregung oder ein Kommen und Gehen verschiedener Familienmitglieder sollte möglichst vermieden werden.

Feste Zeiten
Neben individuellen Ritualen sind auch feste Zeiten wichtig. Regelmäßige Zubettgehzeiten helfen Kindern, einen Rhythmus zu finden und besser einzuschlafen. Es bringt jedoch nichts, ein Kind ins Bett zu schicken, wenn es noch nicht müde ist und Sie dies auch selbst so wahrnehmen.

Viel Bewegung
Auch mangelnde Bewegung kann einen gesunden Schlaf behindern. Wer sich tagsüber austobt, kann abends meist besser schlafen. Ob beim Fußball, auf dem Spielplatz oder in einem Turnverein: Überlegen Sie gemeinsam mit dem Kind, was ihm Spaß machen würde.

Bei dauerhaften Problemen: Hilfe suchen

Bleiben die Schlafstörungen trotzdem weiter bestehen, ist es sinnvoll, einen Hausarzt zu Rate zu ziehen. Er kann weiterhelfen oder gegebenenfalls an einen Kinderpsychologen oder ein Schlaflabor verweisen. Auch ein Heilpraktiker kann helfen. Mit sanfter Naturheilkunde wie zum Beispiel der Homöopathie können Kinder wieder zu einem erholsamen Schlaf finden.

Erste Hilfe bei Kindern

Im Notfall: Auch ein ungeübter Wiederbelebungsversuch ist besser als gar keiner.

Kontrollieren Sie die Atmung. Am besten erkennen Sie am Bauch, ob ein Kind atmet. Dazu legen Sie eine Hand unterhalb der Rippen auf den Bauch. Hebt sich die Bauchdecke, atmet das Kind.

Bei Atemstillstand immer sofort den Notarzt rufen. Direkt mit Mund-zu-Nase-Beatmung und Herzmassage beginnen (immer zuerst mit Mund-zu-Nase-Beatmung, damit die Sauerstoffversorgung im Blut gesichert ist). Versuchen Sie es auf jeden Fall! Auch ein ungeübter Versuch zur Wiederbelebung ist im Zweifel für das Kind nützlicher als gar keine Hilfe!

Herz-Lungen-Wiederbelebung bei Säuglingen

  • Kind auf den Rücken legen; wählen Sie eine harte, warme Unterlage
  • Druckpunkt suchen: auf dem Brustbein, eine Fingerbreite unterhalb einer gedachten Verbindungslinie zwischen den Brustwarzen des Kindes
  • Mit zwei Fingern in einer Frequenz von 100 pro Minute ca. 2 bis 3 cm senkrecht leicht nach unten drücken
  • In einem Verhältnis von 30:1 oder 30:2 zur Herzmassage das Kind beatmen
  • Kontinuierlich mit Herzdruckmassage und Beatmung fortfahren, bis der Notarzt kommt

Ruhe bewahren

Bewahren Sie Ruhe und verschaffen Sie sich einen Überblick über die Gefahrensituation. Retten Sie das Kind aus der akuten Situation. Sichern Sie die Gefahrenstelle ab, damit keine weiteren Unfälle passieren, zum Beispiel Herd abschalten oder Sicherungen ausstellen. Beruhigen Sie das Kind durch ruhiges Sprechen oder Streicheln.